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Filmfestspiele: Silberne Bären für deutsche Filme

Ein Eintrag von Katharina Weber

Berlin Zwei Silberne Bären gehen bei den 69. Internationalen Filmfestspielen an deutsche Wettbewerbsbeiträge.Erstmals gewinnt ein Regisseur aus Israel den Hauptpreis.

  • Das Team um Regisseurin Nora Fingscheidt hat den Alfred-Bauer-Preis für den Film "Systemsprenger" gewonnen. Foto: Katharina Weber

Zehn Tage Berlinale sind zu Ende. 400 Filme wurden gezeigt. 16 standen im Wettbewerb. Acht Auszeichnungen wurden von der Internationalen Jury vergeben. Den Goldenen Bären für den Besten Film hat der israelische Regisseur Nadav Lapid für die französisch-israelisch-deutsche Produktion „Synonyme“ erhalten.


Lapid erzählt darin die Geschichte eines Mannes, der in Paris seine israelischen Wurzeln hinter sich lassen möchte. Er will Franzose werden und kein einziges Wort hebräisch mehr sprechen. Das Wörterbuch wird zu seinem ständigen Begleiter. Doch es ist ein steiniger Weg. Der Film basiert auf eigenen Erfahrungen des Regisseurs. Es ist das erste Mal, dass ein Regisseur aus Israel den Goldenen Bären gewinnt.

Film „Systemsprenger“ erhält Alfred-Bauer-Preis

Auch deutsche Kandidaten waren bei der diesjährigen Berlinale erfolgreich. So bekam das Drama „Systemsprenger“ von Regisseurin Nora Fingscheidt den Silbernen Bären Alfred-Bauer-Preis. Damit wird ein Spielfilm geehrt, der neue Perspektiven eröffnet. „Systemsprenger“ handelt von einem gewalttätigen Mädchen, das von einer Unterbringung in die nächste geschoben wird und das Jugendhilfesystem an seine Grenzen bringt. Der Silberne Bär für die beste Regie ging an Angela Schanelec. Die 57-Jährige erzählt in „Ich war zuhause, aber“ davon, wie eine Mutter mit dem Tod ihres Partners umgeht.



Der Silberne Bär Großer Preis der Jury ging an François Ozon für „Gelobt sei Gott“ über Missbrauch in der katholischen Kirche. Den Silbernen Bären für das beste Drehbuch holte das Team um den Autor und Mafiakritiker Roberto Saviano. Dessen Film „Piranhas“ handelt von einer Jugendbande in Neapel, die in die Kriminalität abrutscht. Als beste Darsteller wurden die Chinesen Yong Mei und Wang Jingchun ausgezeichnet. Sie spielen in „So Long, My Son“ ein Ehepaar, dessen Schicksal über 30 Jahre hinweg begleitet wird.

Festival-Chef verabschiedet sich

Ursprünglich hatten 17 Filme im Wettbewerb gestanden. Doch der chinesische Film „One Second“ von Zhang Yimou musste kurzfristig wegen technischer Probleme abgesagt werden, so das offizielle Statement. Die Jury bedauerte die Absage. „Wir hoffen, dass wir diesen Film bald überall auf der Welt sehen können. Und wir haben ihn hier auf der Berlinale sehr vermisst“, sagte Jury-Präsidentin Juliette Binoche.

Für Film-Direktor Dieter Kosslick war es nach 18 Jahren die letzte Berlinale unter seiner Leitung. Bei der Abschlussgala standen Fans mit seinem Markenzeichen Hut und Schal und „Danke, Dieter“-Schildern am Teppich. Auch im Saal wurde er gebührend mit Beifall und Standing Ovations verabschiedet. Kulturstaatsministerin Monika Grütters in ihrer Rede: „Dieter, du hast deutsche Filmgeschichte geschrieben.“
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