Der erste Ton ist der schwerste: Die Kinder aus der Musikklasse konnten es gar nicht abwarten, dem Horn von Premysl Vojta etwas Hörbares zu entlocken. --Foto: Klose
Deshalb hat der prominente Gast einiges zu erklären: dass vor Jahrhunderten die Menschen wirklich auf Tierhörnern spielten, wie man Töne herausbekommt und und... 28 Jahre alt ist er, verheiratet mit einer Musikerin, Vater eines eineinhalbjährigen Sohnes, in der knappen Freizeit begeisterter Fußballspieler – das alles haben die Kinder in Minuten herausbekommen. 8000 Euro hat sein Horn gekostet. „Und wir wird man berühmter Musiker?“, will ein Mädchen wissen. Bereitwillig erzählt Vojta aus seinem Leben. Mit sechs Jahren hat er angefangen, Blockflöte zu spielen, mit zehn zum Horn gewechselt. Gerade 15 war er, als er ans Prager Konservatorium ging. Wer das gut, gute Professoren hat und gut zuhört, der kann es zu etwas bringen, erfahren die Kinder.
Noch ein Moment zum Staunen: Wenn der Musiker vom Zuhören redet, dann muss nicht die Musik spielen. Vojta lässt die ganze Klasse ein paar Augenblicke inne halten, fragt anschließend, was die Kinder gehört haben: „Nichts“, ist die erste spontane Antwort. Wirklich gar nichts? Doch, ein Auto in der Ferne, das Atmen des Nebenmanns, ein Junge hat sein Herz schlagen hören.
Eben darum geht es dem Virtuosen, der für diesen Besuch nicht einen Cent bekommt: die Fähigkeit zur Ruhe und zum Zuhören bei den Kindern zu fördern. „Das müssen wir einfach machen, wenn wir wollen, dass wir weiterhin Zuhörer für klassische Musik haben.“








