Ruhrfestspiele: „Frustriert von der Sprache“

19. Mai 2010 13:25

Von: Marlene Rickert Betr.: Der Prinz von Homburg bei den Ruhrfestspielen

Nach vielen Jahren hatte ich mal wieder Gelegenheit, eine Theateraufführung der Ruhrfestspiele zu sehen: die Premiere des „Prinz von Homburg“. Dabei haben mir die Bühne und die Kostüme sehr gefallen. Den Regieeinfall, das Geschehen in Wasserpfützen stattfinden zu lassen, konnte ich trotz meiner langen Theatererfahrung als Zuschauer nicht begreifen. Wirklich frustriert aber war ich von der Sprache der meisten Schauspieler/innen. Ich habe 3/4 des Textes akustisch nicht verstanden. Das lag nicht an meinem Gehör, anderen Zuschauern ging es ebenso; auch nicht am Raum, denn sowohl der Kurfürst wie auch Kottwitz waren gut zu
verstehen. Die anderen Schauspieler/innen, ganz besonders der Prinz selber nuschelten, verschluckten ganze Wörter oder Satzteile oder sprachen zur Seite bzw. nach hinten. Das alles fand ich sehr ärgerlich und deshalb mache ich mir die Mühe, diese Beobachtungen mitzuteilen. Ich hatte übrigens einen Platz in der 11. Reihe.