Kohlekommission: Verbände wollen 16 Gigawatt Kohle bis 2022 vom Netz nehmen

Berlin (dpa) Im Streit um den Kohleausstieg wollen die in der Kohlekommission vertretenen Umweltverbände bis 2022 rund 16 Gigawatt Leistung von Braunkohle- und Steinkohlekraftwerken abschalten.

  • Braunkohlekraftwerk

    Dampf und Rauch steigt aus einem Kohlekraftwerk. Die Kohlekommission besuchte am 24.10.2018 das rheinische Braunkohlerevier. Foto: Oliver Berg

Bereits bis 2020 sollen einem Entwurf für das entsprechende Kapitel im Kommissionsbericht zufolge 7,5 Gigawatt Braunkohle zusätzlich in die Reserve gehen, also nur noch zur Sicherheit bereitstehen. Zudem soll die Kommission nach dem Willen von Greenpeace, dem Deutschen Naturschutzring DNR und dem BUND empfehlen, 8,6 Gigawatt alter Steinkohlekraftwerke, die bis 1990 in Betrieb gingen und teils ohnehin vom Netz gehen dürften, bis 2022 stillzulegen.

Der Entwurf der drei Verbände liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Zuerst hatte das auf Energie spezialisierte Nachrichtenportal Energate Messenger darüber berichtet. Die Kommission, in der auch Vertreter der Energiewirtschaft, der Arbeitnehmer und der betroffenen Regionen sitzen, soll einen Ausstiegspfad aus der Kohlestrom-Gewinnung aufzeigen und Sofortmaßnahmen vorschlagen, damit Deutschland sein Klimaschutz-Ziel für 2020 - 40 Prozent weniger Treibhausgase als 1990 - möglichst schnell erreicht. Auf dieses Ziel beziehen sich die Vorschläge der Umweltverbände.

Weil die Anlagen im Rheinischen Revier im Schnitt deutlich älter seien als in den anderen Kohleregionen, soll die Kommission nach dem Willen der Umweltschützer empfehlen, «in einem ersten Schritt prioritär Braunkohlekraftwerke im Rheinland klimapolitisch in den Blick zu nehmen.» Um gesellschaftliche Akzeptanz zu erreichen, sollen keine Dörfer mehr den Tagebau mehr umgesiedelt und abgerissen werden und der erhaltene Rest des Hambacher Forsts stehen bleiben.

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  • Erstellt:
    8. November 2018, 19:22 Uhr
    Aktualisiert:
    11. November 2018, 03:33 Uhr