Feiernde Kinder auf der Krebsstation in Chisinau.
Was spielt es da für eine Rolle, dass in Moldawien die Mehrheit der Menschen orthodoxe Christen sind, die teilweise Weihnachten ja eigentlich erst Anfang Januar feiern (siehe Stichwort). Die Kinder hier leben heute und jetzt. Wie das Morgen aussieht, weiß niemand.
Die Ärztinnen und die Schwestern haben gesammelt, haben von ihren jämmerlichen Gehältern ein paar Lei abgezwackt, die Eltern haben gegeben, wenn sie geben konnten. Und so hat jedes Kind ein Geschenk bekommen, keines ist leer ausgegangen.
Dr. Oxana Harabadjiu hat sich in den roten Mantel gezwängt und sich einen großen weißen Bart umgehängt: „Das habe ich nun davon, dass ich so groß bin,“ hat sie gelacht und ihre Stimme verstellt. Das hat nichts geholfen, Nikita, der Stations-Schlaumeier, hat sie erkannt.
Viele Eltern waren da, Mütter und Väter, Menschen, die das Leid und die Angst um das kranke Kind zusammen geführt hat. Und für die meisten der Kinder war es das erste mal, dass sie ein solches Fest gefeiert haben. Der Gedanke, dass es für so manches Kind auch das letzte Mal gewesen sein könnte, der war an diesem Tag aus der Kinderstation verbannt. Mit unserer diesjährigen Weihnachtsaktion für die krebskranken Kinder in Moldawien, hier in Chisinau, hier auf der Krebsstation, wollen wir mithelfen, dass es für möglichst wenige das letzte Mal gewesen ist. Dafür bitten wir Sie um Ihre Spenden.
Weihnachten wird nicht überall auf der Welt im Dezember gefeiert. Für viele orthodoxen Christen – aber wiederum nicht für alle – ist am 7. Januar Weihnachten.
Während die beweglichen Feste (wie Ostern und Pfingsten) in allen orthodoxen Kirchen nach dem alten, von Julius Caesar eingeführten, Julianischen Kalender gefeiert werden, hat ein Teil dieser Kirchen in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts für die festliegenden Feste (wie zum Beispiel Weihnachten und Taufe Christi) den sogenannten Neo-Julianischen Kalender eingeführt, der bis zum Jahr 2800 unserem gebräuchlichen westlichen Gregorianischen Kalender entsprechen wird. Andere orthodoxe Kirchen halten jedoch auch für diese Feste am Julianischen Kalender fest, so dass beispielsweise Weihnachten in Griechenland am 25. Dezember, in Russland und angrenzenden Ländern jedoch erst an unserem 7. Januar (dem „alten“ 25. Dezember) gefeiert wird.
Das Hauptfest der Orthodoxie ist im Übrigen das Osterfest, welches in der orthodoxen Kultur eine ähnlich zentrale Stellung hat wie Weihnachten in der Kultur des Westens, auch wenn das Osterfest in der lateinischen Kirche des Westens offiziell ebenfalls das höchste Fest ist.


