Gericht und Ärger: Was im Karneval erlaubt ist und was nicht

Region Am heutigen Donnerstag ist Weiberfastnacht. Spätestens ab 11.11 Uhr geht es in den Karnbevalshochburgen richtig rund. Und bis Aschermittwoch sind es ein paar Tage. Wir sagen Ihnen, was an Karneval erlaubt ist und was nicht, welche Dinge man am Arbeitsplatz lieber sein lässt und welche Klagen vor Gericht landen.

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  • Düsseldorfer Rosenmontagszug

    Vom Karnevalswagen werden während des Rosenmontagszuges Kamelle geworfen. Foto: Oliver Berg/Archiv

  • Karneval

    Schminke und Kostüme sind ein Muss beim Karneval. Aber nicht alles ist erlaubt. (Bild: dpa)

  • Weiberfastnacht, Rosenmontag und Karnevalsdienstag sind keine gesetzlichen Feiertage. Wer also feiern und nicht arbeiten möchte, der muss einen Tag frei nehmen - oder auf die Großzügigkeit der Chefs hoffen. Die ist im Rheinland in der Regel etwas ausgeprägter als in anderen Regionen.
  • Weiberfastnacht oder Rosenmontag ist ein kleines Bier mit den Kollegen oder ein Piccolo um 11:11 Uhr doch erlaubt, oder? Der Arbeitnehmer muss grundsätzlich arbeitsfähig sein, erklären ARAG Experten. Einen Rausch sollte man sich deshalb am Arbeitsplatz nicht antrinken. Ob Alkohol generell verboten ist, hängt von den individuellen Vereinbarungen in Unternehmen ab. Besser ist es auf jeden Fall, vorher mit dem Vorgesetzten oder Chef zu sprechen, wenn im Betrieb angestoßen werden soll.
  • Das Amtsgericht Köln urteilte beispielsweise, dass man keinen Anspruch auf Schmerzensgeld habe, wenn man während eines Umzuges von Kamelle oder anderen Süßigkeiten getroffen würde. Schließlich sei es allgemein bekannt, dass bei Umzügen auch diverse Kleinigkeiten geworfen werden (Az.: 123 C 254/10).
  • Wildpinkeln ist verboten: Wer dem dringenden Harndrang nachgeben will, der sollte eine Toilette aufsuchen. Ansonsten droht ein Ordnungsgeld. Und das kann bis zu 1000 Euro betragen, in seltenen Fällen sogar bis zu 5000 Euro. Wer in der Öffentlichkeit uriniert und dabei ungeniert seine Geschlechtsorgane zeigt, muss mit einer Anzeige wegen "Erregung öffentlichen Ärgernisses" (§ 183a StGB) rechnen. Und das kann noch teurer werden.
  • Wer sich verletzt, weil er zum Beispiel in Köln oder Düsseldorf oder im Kreis Recklinghausen bei einer Karnevalsparty ausrutscht ist, kann vor Gericht ebenfalls Pech haben. Denn das OLG Köln (Az.: 19 U 7/02) entschied, dass man mit verschütteten Flüssigkeiten auf dem Boden bei solchen Veranstaltungen rechnen müsse. Ähnliches gilt für laute Musik an den tollen Tagen. Auch diese ist zu erwarten und muss hingenommen werden. So entschied das Verwaltungsgericht Frankfurt, Anwohner müssten die bei einem drei- bis vierstündigen Fastnachtsumzug verursachten Lärmbelastungen hinnehmen (Az.: 15 G 401/99).
  • Ohne Kostüme kein Karneval – und je kreativer das Outfit, desto besser. Fast alles ist erlaubt. Ein paar Grenzen sind den Jecken und Narren bei der Kostümwahl aber dennoch gesetzt: Die Verkleidung darf kein öffentliches Ärgernis erregen, so ARAG Experten. Nimmt das Kostüm exhibitionistische Züge an oder provoziert zu stark, drohen mitunter rechtliche Konsequenzen – wie ein Bußgeld oder eine Anzeige. Aber nicht nur Busen-Blitzer können einen Rechtsverstoß darstellen. Auch das Tragen von Nazi-Emblemen auf Uniformen oder ähnlichem ist zu Karneval strafbar. Die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ist ein Verstoß gegen § 86a StGB und kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe bestraft werden.
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