Plan: Lippeauen: Tourismus, ganz sanft

von Markus Geling am 04. Februar 2012 10:11

LIPPE. „Wir möchten die wunderschöne Lippeaue erlebbarer machen. Die Menschen sollen diese Landschaft lieben“, sagt Olfens Bürgermeister Josef Himmelmann. Gleichzeitig gehe es darum, dass sich die Natur zwischen Lippe und Stever weiter ungestört entwickele. „Deshalb können wir hier keinen Massentourismus gebrauchen, wir wünschen uns eine ruhige, sanfte Nutzung.“

links
1/1
rechts

Die Lippeaue soll für die Menschen erlebbarer gemacht werden. Dafür gibt es von der Bezirksregierung Münster 1,3 Millionen Euro Fördergelder. Foto: Andreas Kalthoff

Diese beiden Ziele – Tourismus und Naturschutz – sind in ein Konzept eingeflossen, das die Städte Olfen, Haltern am See und Datteln sowie die Haus Vogelsang GmbH für ein 3 624 Hektar großes, gemeinsames Projektgebiet entwickelt haben. Mit dem waren sie beim Wettbewerb „Erlebnis.NRW“ erfolgreich – und das bringt ihnen nun 1,3 Millionen Euro aus der „Ziel2“-Förderung ein.
 
Der Druck der Erholung suchenden Revierbürger auf „Natura2000“-Gebiete wie die Lippeaue sei groß, sagt Norbert Blumenroth, der jetzt den Bewilligungsbescheid für die Bezirksregierung Münster übergeben hat. Die Kunst bestehe daher darin, derartige „FFH“-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat) den Bürgern schonend zur Verfügung zu stellen. „So dass nichts kaputt geht.“ Und er glaube, „dass den Antragstellern das hier sehr gut gelingt“.
 
Die Maßnahmen, die die drei Kommunen jetzt mit dem Partner aus der Wirtschaft in Angriff nehmen können, sind Bestandteil eines noch größeren, übergeordneten Projekts: Das heißt „2Stromland“ und erstreckt sich über eine Fläche von 8.500 Hektar zwischen Stever und Lippe.
 
Idee des nun bewilligten Teilprojekts ist es, „die Menschen ans Wasser zu lassen“, so Himmelmann. Aber nicht überall, sondern nur an wenigen Stichstellen, wie Olfens Bürgermeister betont. Dass die Natur in den meisten Bereichen dagegen in Ruhe gelassen wird – dafür sollen auch Respekt einflößende Heckrinder sorgen.
 
Weiterhin können die Menschen über Aussichtspunkte einen neuen Blick auf und in die Lippeaue bekommen. Beispielsweise mit Hilfe eines baubotanischen Stegs. „Dabei bringt man Bäume und Metall miteinander in Verbindung und wartet ab“, erläutert Himmelmann. Am Ende sollte eine von außen kaum zu erkennende, naturverträgliche Beobachtungsstation entstehen, die 500 Kilogramm Gewicht pro Quadratmeter tragen kann.
 
Weiterhin ist an folgende Maßnahmen gedacht: eine Hängebrücke oder auch kleine Fähre über die Lippe, neue Einstiegsstellen für Kanufahrer sowie Wanderwege.
 
Viel Zeit bleibt dafür allerdings nicht. Bis Ende 2014 sollte das Geld verbaut sein. 50 Prozent der Mittel kommen dabei von der Europäischen Union, 30 Prozent vom Land Nordrhein-Westfalen – und 20 Prozent der Gesamtkosten von 1,6 Millionen Euro müssen die Kommunen selbst tragen.
 
Doch das ist nicht so einfach. „Den Eigenanteil, mit dem wir uns beteiligen wollten, dürfen wir nicht ausgeben, weil wir Nothaushaltsgemeinde sind“, sagt Dattelns erste Beigeordnete Petra Weiß. Folglich könne sich die Kanalstadt nur noch mit Ideen und ihrem Know-how einbringen – nicht mit Geld.
 
„Zwischen uns ist alles geregelt“, betont Himmelmann, dessen Stadt Hauptprojektträger ist. Weiß denkt trotzdem, dass Datteln von der Wirkung der bevorstehenden Maßnahmen profitiert. Allerdings könnte es natürlich sein, dass sich auf dem Gebiet der Kanalstadt jetzt weniger tut als ursprünglich einmal angedacht. „Das wird wohl so sein“, sagt Petra Weiß. Sie hoffe aber, „dass der Grundgedanke der Kooperation zwischen unseren drei Städten darunter nicht leidet“.

Bildergalerien aus der Region

Schalke gegen Haltern

Die Schalker feierten mit einem 4:2 im Freundschaftsspiel gegen TuS Haltern den Abschied von Raúl.

Oberliga-Aufstieg Spvgg. Erkenschwick

Erkenschwick siegt 6:2 in Wickede und feiert den Oberliga-Aufstieg.

Premiere der Ruhrfestspiele 2012

Die Ruhrfestspiele starteten in diesem Jahr mit einer Inszenierung von Festivalchef Frank Hoffmann.

Mayday 2012

Mayday 2012

Unter dem Motto "Made In Germany" tanzten bei der Mayday in Dortmund rund 25.000 Besucher in den Mai.

Grüner Hügel

Auftakt der 66. Ruhrfestspiele

Prächtiges Wetter und zufriedene Besucher: Der Auftakt zu den 66. Ruhrfestspielen in Recklinghausen war ein voller Erfolg.

Ihre Zeitung bei Facebook

Unsere Serien im Überblick

Sie haben den Teil einer Serie aus unserer Zeitung verpasst? Kein Problem! In unserem Online-Archiv finden Sie alle aktuellen und bisherigen Artikel aus unseren Themen-Serien.

Flohmärkte

Flohmarkt

Wir zeigen Schnäppchenjägern und Sammlern den richtigen Weg. Hier finden Sie einen Überblick zu den Floh- und Trödelmärkten in der Region

Karriere

Logo Lehrstellenaktion

Aktion Lehrstelle

Ein gemeinsames Projekt des Medienhauses Bauer und der Arbeitsagentur RE