Die Lippeaue soll für die Menschen erlebbarer gemacht werden. Dafür gibt es von der Bezirksregierung Münster 1,3 Millionen Euro Fördergelder. Foto: Andreas Kalthoff
Der Druck der Erholung suchenden Revierbürger auf „Natura2000“-Gebiete wie die Lippeaue sei groß, sagt Norbert Blumenroth, der jetzt den Bewilligungsbescheid für die Bezirksregierung Münster übergeben hat. Die Kunst bestehe daher darin, derartige „FFH“-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat) den Bürgern schonend zur Verfügung zu stellen. „So dass nichts kaputt geht.“ Und er glaube, „dass den Antragstellern das hier sehr gut gelingt“.
Die Maßnahmen, die die drei Kommunen jetzt mit dem Partner aus der Wirtschaft in Angriff nehmen können, sind Bestandteil eines noch größeren, übergeordneten Projekts: Das heißt „2Stromland“ und erstreckt sich über eine Fläche von 8.500 Hektar zwischen Stever und Lippe.
Idee des nun bewilligten Teilprojekts ist es, „die Menschen ans Wasser zu lassen“, so Himmelmann. Aber nicht überall, sondern nur an wenigen Stichstellen, wie Olfens Bürgermeister betont. Dass die Natur in den meisten Bereichen dagegen in Ruhe gelassen wird – dafür sollen auch Respekt einflößende Heckrinder sorgen.
Weiterhin können die Menschen über Aussichtspunkte einen neuen Blick auf und in die Lippeaue bekommen. Beispielsweise mit Hilfe eines baubotanischen Stegs. „Dabei bringt man Bäume und Metall miteinander in Verbindung und wartet ab“, erläutert Himmelmann. Am Ende sollte eine von außen kaum zu erkennende, naturverträgliche Beobachtungsstation entstehen, die 500 Kilogramm Gewicht pro Quadratmeter tragen kann.
Weiterhin ist an folgende Maßnahmen gedacht: eine Hängebrücke oder auch kleine Fähre über die Lippe, neue Einstiegsstellen für Kanufahrer sowie Wanderwege.
Viel Zeit bleibt dafür allerdings nicht. Bis Ende 2014 sollte das Geld verbaut sein. 50 Prozent der Mittel kommen dabei von der Europäischen Union, 30 Prozent vom Land Nordrhein-Westfalen – und 20 Prozent der Gesamtkosten von 1,6 Millionen Euro müssen die Kommunen selbst tragen.
Doch das ist nicht so einfach. „Den Eigenanteil, mit dem wir uns beteiligen wollten, dürfen wir nicht ausgeben, weil wir Nothaushaltsgemeinde sind“, sagt Dattelns erste Beigeordnete Petra Weiß. Folglich könne sich die Kanalstadt nur noch mit Ideen und ihrem Know-how einbringen – nicht mit Geld.
„Zwischen uns ist alles geregelt“, betont Himmelmann, dessen Stadt Hauptprojektträger ist. Weiß denkt trotzdem, dass Datteln von der Wirkung der bevorstehenden Maßnahmen profitiert. Allerdings könnte es natürlich sein, dass sich auf dem Gebiet der Kanalstadt jetzt weniger tut als ursprünglich einmal angedacht. „Das wird wohl so sein“, sagt Petra Weiß. Sie hoffe aber, „dass der Grundgedanke der Kooperation zwischen unseren drei Städten darunter nicht leidet“.


