Messe in Köln: Ein Besuch auf der FIBO: Schaulaufen der Schönheitsideale

KÖLN Leuchtreklamen, dröhnende Bässe, Waschbrettbäuche noch und nöcher: Wer in den kommenden Tagen über die Fitness- und Bodybuildingmesse „FIBO“ in Köln schlendert, sollte sich auf eine gnadenlose Reizüberflutung einstellen.

  • FIBO

    Jens "The Beast" - einer von vielen prominenten Gästen der FIBO. Foto: Stephan Rathgeber

Der Wahnsinn hat einen Namen: bang! Der Energydrink für Sportler – natürlich mit ordentlich Koffein, BCAAs, L-Arginin und B-Vitaminen – muss beworben werden. Dafür hat der Hersteller gleich vier (!) Bühnen aufgebaut. Tänzerinnen bewegen sich rhythmisch zu Sounds eines Live-DJs. Promotoren verteilen Gratis-Proben. Alles ist bunt, laut, schrill. Und das funktioniert erstaunlich gut.

Wer auf der FIBO, der weltweit größten Messe für Fitness, Wellness und Gesundheit, auffallen möchte, der muss sich zeigen. Koste es, was es wolle. Der Lohn: Auf dem gesamten Messegelände laufen durchtrainierte, junge Menschen mit bang-Dosen durch die Gegend. Die Zielgruppe wird zum eigenen Multiplikator. Genial.

Mehr als 1.100 Aussteller bewerben noch bis Sonntag (7.4.) auf der FIBO in Köln ihre Nahrungsergänzungsmittel, Sportklamotten, Fitnessgeräte oder Wellnessprodukte. In zehn Ausstellungshallen werden die Trends der Szene präsentiert. Und diese Szene bedient längst keinen Nischen-Markt mehr: Erstmals waren 2017 mehr als 10 Millionen Deutsche in Fitnessstudios angemeldet. Der Branchenumsatz stieg von 2012 bis 2017 um 24 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro.


 

Breite Arme, lange Beine, Waschbrettbäuche

Fitness, Gesundheit und Sport sind im Trend. Das sieht man auch, wenn man sich die FIBO-Besucher anschaut. Breite Arme, lange Beine, Waschbrettbäuche wohin das Auge reicht: Personifizierte Schönheitsideale sind längst nicht mehr nur als Hostessen an den Ständen engagiert, sondern gehören fest zum Publikum.

Wenn man sie fragt, was sie auf der FIBO wollen, ist die Antwort fast immer gleich: Influencer XY tritt am Stand YZ auf. Es ist die Jagd nach den Vorbildern, die sich in den vergangenen Jahren stark vermehrt haben. Die alten Stars der Bodybuilding-Szene wie Ralf Moeller, Dennis Wolf oder Markus Rühl sind natürlich auch vor Ort. Doch die jungen, durchtrainierten Social-Media-Helden stehen längst auf einer Stufe mit ihnen.

Plötzlich gibt es viel Gekreische, als ein junger Mann durch die Gänge läuft, der wohl mehr als einhunderttausend Fans auf Instagram verzeichnen kann. Eine Menschentraube bildet sich, es wird um Fotos gebeten – doch zunächst will der Herr zu seinen Werbepartnern. Selfies ohne Banner im Hintergrund wären nicht zielführend. Dieses Szeanrio soll sich an diesem Tag öfter wiederholen.

Mehr als 143.000 Besucher in 2018

Doch natürlich geht es nicht überall so wild zu. Gerade in den Hallen, die eher am Endverbraucher vorbeigehen und den Fachbesuchern wie Fitnessstudio-Betreibern gelten, gibt es viel zu entdecken. Neue Fitnessgeräte können direkt vor Ort getestet werden, wer mag, kann sich im Wellnessbereich mit neuen Technologien die Zähne bleachen lassen. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, an Gruppen-Workouts teilzunehmen, um neue Fitnesstrends direkt am eigenen Körper zu testen.

Wer einen neugierigen Blick in die große, schöne Fitnesswelt wagen möchte, ist auf der FIBO also bestens aufgehoben. Im vergangenen Jahr waren mehr als 143.000 Besucher aus aller Welt vor Ort.

Infos und Tickets: www.fibo.de
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ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    5. April 2019, 11:35 Uhr
    Aktualisiert:
    10. April 2019, 03:33 Uhr