Prämien der Hersteller: Wieviel ist bei der Diesel-Rabattschlacht drin?

Region Wer bietet mehr? Angesichts der anhaltenden Diskussion um zu hohe Abgaswerte beim Diesel überbieten sich die Pkw-Hersteller plötzlich mit Rabattaktionen für Gebrauchtwagen. Aber wieviel Prämie können Autofahrer konkret für ihr altes Fahrzeug erwarten, wenn sie sich ein neues Auto anschaffen möchten? Wir haben die aktuellen Angebote einmal genauer unter die Lupe genommen.

  • Im Autohaus

    Bevor sich Diesel-Fahrer ein neues Auto kaufen, sollten sie unbedingt die Preise und die angekündigten Prämien der Hersteller vergleichen. Foto: Uwe Anspach/dpa

Die größten Versprechungen macht derzeit der VW-Konzern. Er übertrifft seine Konkurrenten mit der Ankündigung, Besitzern alter Dieselautos Preisnachlässe von bis zu 10.000 Euro gewähren. Das Angebot richtet sich an alle Fahrer eines beliebigen Diesel-Fahrzeugs der Abgasnormen Euro 1 bis Euro 4, die einen Euro 6-Neuwagen von VW oder der Ingolstädter Tochter Audi kaufen.
  • Den Maximalbetrag von 10.000 Euro bekommt man, wenn man das Volkswagen-Premiummodell Touareg V10 TDI mit Euro-4-Norm (313 PS) aus dem Baujahr 2007 gegen ein nagelneuen Toureg-Diesel mit 204 PS und Euro 6 auswechselt.
  • Für einen VW Golf IV mit Euro-3-Norm (110 PS) aus dem Baujahr 2005 erhält man dagegen 5000 Euro, falls dafür ein Golf VII 1.4 TGI (Erdgas) angeschafft wird.
  • Die Volkswagen-Konzerntochter Audi zahlt für einen Audi A4 1.9 TDI mit Euro-4-Norm (116 PS, BJ 2004) immerhin 8500 Euro - bei Kauf eines A4 1.4 TFSI (Benziner, 150 PS).
  • Mit Skoda und Seat bietet zudem weitere VW-Tochterfirmen Rabatte für alte Diesel an. Für einen Skoda Octavia Combi 1.9 TDI mit Euro-4-Norm (105 PS, BJ 2009) gibt es bis zu 5000 Euro zurück, ein Seat Ibiza 1.4 TDI mit Euro-3-Norm (75 PS, BJ 2005) bringt maximal 3000 Euro.
Andere deutsche Hersteller sind bisher verhaltener mit Diesel-Prämien.
  • Bei Ford gibt es immerhin noch 6500 Euro für einen Galaxy TDI mit Euro-3-Norm (116 PS, BJ 2005), wenn dafür ein aktueller Diesel in Form eines Kuga 2.0 TDCi (150 PS) angeschafft wird.
  • Renault verspricht 2500 Euro für den Tausch eines alten Clio 1.5 dCi mit Euro-3-Norm (68 PS, BJ 2004) gegen einen Benziner Clio 1.0 mit 75 PS.
  • Dagegen sind bei einem BMW 118d DPF mit Euro-4-Norm (122 PS, BJ 2005) nur 2000 Euro drin - bei Kauf eines neuen BMW 118d-Diesel (150 PS).
  • 2000 Euro zahlt auch Toyota für ein - allerdings deutlich aktuelleres Modell -, nämlich einen Yaris 1.4D-4D Life mit Euro-5-Norm (90 PS, BJ 2013), der dann in einen Toyota Yaris mit Hybrid-Antrieb (100 PS) eingetauscht werden muss.
  • Wird ein Mercedes C180-Benziner mit 156 PS gekauft, im Wechsel für einen alten Mercedes C270 T DCI mit Euro-3-Norm (170 PS, BJ 2003), legt dagegen Mercedes auf diese 2000 Euro noch einen Wertausgleich in Höhe von 1400 Euro drauf.

Fachleute gehen davon aus, dass die Rabattaktionen neben der Säuberung der Luft auch einem anderen Hauptzweck dienen: In den vergangenen Monaten sind die Zulassungszahlen neuer Diesel zurückgegangen, während Benziner, Hybride und Elektroautos zugelegt haben. So ging allein in Bayern die Zahl neu angemeldeter Diesel im ersten Halbjahr um über sechs Prozent zurück, obwohl die Autoverkäufe insgesamt zulegten.

Beim Dieselgipfel in Berlin hatten Volkswagen, Daimler, BMW und Opel außerdem "umfassende und zügige" Updates an der Steuersoftware von etwa 5,3 Millionen Pkw der Schadstoffnormen Euro 5 und 6 zugesagt. Dabei sind rund 2,5 Millionen Autos eingerechnet, die VW ohnehin zurückrufen muss.

Mit dpa-Material

1 KOMMENTAR
10.08.17 08:02

Jahreswagen

Die Bedeutung dieses Wortes im eigentlichen Sinne rückt immer näher. Wir nähern uns im Automobil Sektor den Handy-Tarifen, alle zwei Jahre ein neues Gerät (Auto).
Aus einem Riesenskandal wird ein Riesen Geschäft gemacht.
Das uns die Luft zum atmen dabei ausgeht, interessiert diese Herrschaften nicht, ebenso wenig die Politik. Augen zu und durch.

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ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    9. August 2017, 14:31 Uhr
    Aktualisiert:
    16. August 2017, 03:34 Uhr