Schäferin: Das war ein Hund: Mehrere Tiere tot nach Attacke auf Schafherde

Lünen Normalerweise ist es nur eine Routinekontrolle, wenn Mitarbeiter der Schäferei Hibbeln nach ihren Tieren sehen. Anders am Sonntagnachmittag: Auf der Weide in Lünen-Gahmen bot sich ein grausiges Bild.

  • Eines der verletzten Schafe in der Herde der Schäferei Hibbeln. Die Tiere weiden in Gahmen, nahe der Stadtgrenze zu Dortmund. Foto: Berchem

Von den circa 400 Schafen waren zwei tot und zwei so schwer verletzt, dass die herbeigerufene Tierärztin nichts mehr für sie tun konnte.

„Sie mussten bei uns auf dem Hof notgeschlachtet werden“, berichtete Seniorchefin Gisela Hibbeln am Montag. Sie hat keine Zweifel, was sich abgespielt hat: „Das muss ein Hund gewesen, und zwar ein großer.“ Nur ein großer Hund habe den Zaun überspringen können. „Es war ein ganz neuer Zaun und da war auch noch Strom drauf“, so Gisela Hibbeln.

Am Montag setzte sich das Tierleid fort. „Wir haben noch ein Schaf tot gefunden. Es hatte keine äußerlichen Verletzungen, daher vermute ich, dass es von den andere Schafen, die in Panik geraten sind, niedergetrampelt wurde“, erklärt die Seniorchefin. Ein weiteres Tier sei in kritischem Zustand und müsse vielleicht auch noch notgeschlachtet werden. Einige andere Tiere hätten Bissverletzungen davongetragen, könnten sich davon aber voraussichtlich erholen

Drei Herden mit 1000 Tieren

Drei Herden mit insgesamt rund 1000 Tieren hat die Schäferei Hibbeln aus Dortmund-Grevel momentan. Sie stehen in Dortmund, in Bergkamen-Oberaden und in Lünen, auf einer Fläche südlich der Bergstraße, im Gebiet zwischen Gahmen und Dortmund-Brechten. „Für etwa 14 Tage haben wir da noch Futter“, erzählt Gisela Hibbeln. Jeden Tag werde der Zaun etwas versetzt. Am Sonntag habe er sich nah am Waldrand befunden.

Gisela Hibbeln ärgert sich „über die Gedankenlosigkeit der Hundehalter“ und darüber, dass in dem Bereich offenbar keine Anleinpflicht bestehe.

Laut Stadt Lünen müssen sogenannte „gefährliche Hunde“ bestimmter Rassen laut Landeshundegesetz NRW zwar ständig angeleint werden. Für alle anderen Hunde gilt die Anleinpflicht nicht überall, zum Beispiel nicht „außerhalb im Zusammenhang bebauter Ortsteile“. Das Hundegesetz sagt aber auch: „Hunde sind so zu führen und zu beaufsichtigen, dass von ihnen keine Gefahr für Leben oder Gesundheit von Menschen und Tieren ausgeht.“

Appell an Hundebesitzer

„Wenn der betroffene Hundebesitzer versichert ist, dann zahlt die Versicherung. Es wäre schön, wenn sich der Besitzer bei uns meldet“, sagt Gisela Hibbeln. Der Betrieb ist unter Tel (0231) 232328 erreichbar. Den Schaden beziffert sie auf etwa 1000 Euro. Zum Glück seien keine trächtigen Muttertiere in der Herde gewesen. Bei der Polizei habe man Anzeige erstattet.

Im sozialen Netzwerk Facebook gibt es aktuell Hinweise in Lüner Facebook-Gruppen auf zwei entlaufene Hunde. Auch Gisela Hibbeln hat davon gehört. Ob einer dieser Hunde ihre Schafe gerissen haben könnte, weiß sie nicht.

Der Betrieb züchtet Schafe in der sechsten Generation. Dass Hunde in einer Schafherde wüten, kommt laut Seniorchefin „immer mal wieder vor, in letzter Zeit aber vermehrt.“
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AUTOR
Peter Fiedler
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    5. Dezember 2017, 16:42 Uhr
    Aktualisiert:
    10. Dezember 2017, 03:33 Uhr