Pokale, Pokale: Rainer Heitkamp ist mit "Ninas Pokalexpress" auf der Erfolgsspur. Foto: Jürgen Wolter
Vor gut elf Jahren sah seine Situation dagegen alles andere als rosig aus. Heitkamp hatte lange bei der Firma Babcock im Rohrleitungsbau gearbeitet, war Bauleiter auf großen Kraftwerksbaustellen, bis er seinen Job verlor.
Durch sein Hobby, den Hundesport, kam er letztlich auf die zündende Idee für sein eigenes Unternehmen. „Im Jahr 2000 fuhren wir vom Schäferhundeverein Dorsten nach Gronau, um dort Pokale zu kaufen. Unterwegs dachte ich mir: Warum müssen wir deshalb so weit fahren, kann man nicht auch als Händler zu den Vereinen gehen?“ erinnert er sich.
Gesagt, getan: Rainer Heitkamp begann Vereine anzusprechen und ihnen Pokale anzubieten. Im Hundebedarfsgeschäft seiner Frau Christine richtete er eine kleine Ecke mit Pokalen ein.
„Zunächst lief alles schleppend an“, erinnert Rainer Heitkamp, „mehr als 20 oder 30 Pokale pro Monat verkaufte ich nicht.“ Er besuchte Messen, informierte sich über neue Modelle und knüpfte geschäftliche Kontakte zu Lieferanten.
Heute verkauft Rainer Heitkamp rund 1 000 Pokale im Monat, und die Entwicklung geht weiter nach oben. „Der Durchbruch kam mit dem Aufbau unseres Online-Shops, den mein Schwiegersohn Sven Becker installierte“. Becker hat sich inzwischen selbst mit einem Zweig des Unternehmens selbständig gemacht: Er verkauft Medaillen, die ebenfalls auf Sportveranstaltungen ausgeben werden.
„Wenn man bedenkt, dass allein in Deutschland jährlich rund 15 Millionen solcher Ehrenpreise vergeben werden, dann wird klar, dass das ein Riesenmarkt ist“, sagt Rainer Heitkamp.
Vereine ordern für Turniere dann oft hunderte Pokale oder Figuren auf einmal. Die meisten werden von Rainer Heitkamp in seiner Werkstatt in Sickingmühle zusammenbaut, aus Fertigelementen, die er von verschiedenen Lieferanten bezieht. Von rund drei Euro bis 1000 Euro reicht dabei die Preisspanne. Pokale gibt es in den unterschiedlichsten Formen und Motiven. Beschriftungen graviert Rainer Holtkamp selbst, inzwischen mit Lasertechnik.
In Sickingmühle hat er im Juli 2010 das Gebäude des ehemaligen Baumarktes Jelich bezogen. Nach Werkstatt und Lager ist nun auch das Ladenlokal im Aufbau, das im Sommer dieses Jahres noch offiziell eröffnet werden soll. Vorher waren Werkstatt und Lager im Gartenhaus in Marl-Hamm untergebracht. „Da haben wir zum Schluss mehr gesucht, als gebaut, es wurde viel zu eng“, sagt der Firmengründer.
Ninas Pokalexpress: Der Name leitet sich ab vom Vornamen seiner Ehefrau Christine. „Ohne die Unterstützung der Familie hätte ich das alles nicht geschafft“, sagt Rainer Heitkamp heute. Und er ist sich sicher, dass sein Betrieb weitere Expansionschancen hat.


