Polizeipräsident Hubert Wimber fordert erneut einen deutlich liberalisierten Umgang mit Drogen.
Waschbüsch (A)Das Innenministerium wollte die Forderungen nicht kommentieren. Die Pressestelle des Polizeipräsidiums unterstrich, Wimber orientiere sich in seinem polizeilichen Handeln an der Rechtslage, habe aber in der Fachdiskussion persönlich eine andere Meinung als einige seiner Kollegen.
Gewinnspanne von 80 bis 90 Prozent
Wimber hält sowohl die Straffreiheit für den Konsum weicher Drogen, als auch die staatlich kontrollierte Abgabe für einen Ausweg aus der Drogenkriminalität mit ihren Begleiterscheinungen, beispielsweise der Beschaffungskriminalität. Erhöhte Repression bewirke höhere Preise, "doch beim Drogenhandel gibt es eine Gewinnspanne von 80 bis 90 Prozent".
Diese Preise bei gleichzeitig schlechter Qualität der Drogen treibe Konsumenten in die Kriminalität. Ein staatlich kontrollierter Handel mit Drogen lasse dagegen die Qualität steigen, den Preis sinken und damit Menschen nicht in die Verelendung absinken. Vorbild könnte der staatlich kontrollierte Handel mit Alkohol in skandinavischen Ländern. Die Unterscheidung zwischen legalen und illegalen Drogen nennt Wimber "willkürlich". Das Oktoberfest sei mithin aufgrund seines Alkohol- und Nikotinkonsums die "größte offene Drogenszene der Welt".


