Deutschlands günstigstes Elektroauto e.Go Life kommt aus Aachen

Aachen Anfang Mai sollen die ersten Stadtflitzer des Herstellers e.Go an die Kunden ausgeliefert werden. Bereits letztes Jahr konnte der „e.Go Life“ in einem ersten Testbericht des ADACs überzeugen und wurde nun auf dem Genfer Automobil-Salon in der Serienversion vorgestellt. Mit einem Einstiegspreis von 15.900 Euro ist das Elektroauto aus Aachen bezahlbar und könnte in den Städten den Umstieg von Verbrennungsmotoren antreiben.

  • In Aachen wurde der e.Go Life entwickelt und wird in der Industrie 4.0 Fabrik in Aachen Rothe Erde produziert. Foto: iMaxN / Pixabay

Hürden für Fahrer von Elektroautos

Einige Probleme bestehen noch bei Elektroautos, die eine große Massenadaption bislang verhindern. Zum einen sind Ladestationen im Land weiterhin unterrepräsentiert. In Deutschland gab es im Januar laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) 16.100 Ladepunkte. In NRW sind davon knapp 5.600 aufgestellt. Die Anzahl der Elektro-Tankstellen liegt noch deutlich darunter, da eine Tankstelle in der Regel mehrere Ladepunkte besitzt. Die Ladeinfrastruktur wächst allerdings relativ schnell. Seit Ende Juli ist die Anzahl der Ladepunkte um rund 20 Prozent gestiegen. Bis hier eine flächendeckende Versorgung gewährleistet ist, wird jedoch noch etwas Zeit verstreichen.

Zeit benötigen indes auch die Hersteller der Reifen. Denn neben der Ladeinfrastruktur sind zum anderen auch die Reifen ein Problemfaktor. Laut Reifenhersteller Michelin halten handelsübliche Reifen auf einem Elektroauto nur halb so lang wie auf einem Benziner. Obwohl es beispielsweise in Online-Shops günstige Sommerreifen für jedes Auto gibt, sind die Kosten für Fahrer von Elektroautos damit eindeutig höher.
Grund dafür ist die Bauweise und die Physik. Die schwere Batterie in einem Elektrofahrzeug sorgt für ein hohes Gewicht, weshalb die Querbeschleunigung zu einem hohen Abrieb führt. Weiterhin sorgt das hohe Drehmoment von E-Autos beim Anfahren für weiteren Verschleiß. Die Reifenhersteller forschen daher akribisch an neuen Reifen und nutzen dafür auch neue Materialien wie Aramid oder Kevlar. Allerdings wird erst zu Beginn des neuen Jahrzehnts von Experten mit speziell für Elektroautos entwickelten Pneus gerechnet, weil sich dann erst das Angebot einer großen Palette für die Reifenhersteller lohnt. Von den Reifen abgesehen sind die Elektroautos jedoch günstiger in der Instandhaltung:
  • Wartungsfreie Batterien
  • Nur 10 Prozent der Bauteile im Elektromotor im Vergleich zu Verbrennungsmotoren
  • Kein Getriebe
Die Varianten des e.Go Life

Auch der vergleichsweise hohe Anschaffungspreis von E-Autos war bislang ein Faktor für die Verbraucher. Einen günstigeren Einstieg in die Elektromobilität sorgt nun der e.Go Life. Das Auto, das aus einem Start-up der Uni Aachen hervorgegangen ist, ist in drei verschiedenen Varianten erhältlich: e.Go Life 20, e.Go Life 40 und e.Go Life 60. Alle drei Versionen sind Viersitzer mit 3,35 Meter Länge und sind ideal für den Stadtverkehr geeignet. Die Einsteigerversion kostet 15.900 Euro, kommt auf eine Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h und schafft mit einer Batterieladung 100 km.

Der e.Go Life 40 kommt 13 km weiter und schafft in der Spitze 120 km/h, kostet dafür allerdings auch 1.500 Euro mehr. Wer es gerne etwas schneller mag und 130 km/h Höchstgeschwindigkeit bevorzugt, muss 19.900 Euro zahlen – was allerdings immer noch günstig für ein Elektroauto ist. Die Reichweite liegt dank der größeren Batteriekapazität dann auch bei 145 km. Weiterhin bietet der e.Go Life 60 eine ordentliche Beschleunigung. In 3,4 Sekunden hat man die 50 km/h erreicht. Die Einsteigerversion benötigt dafür mehr als doppelt so lange: 7,7 Sekunden.

Um weiter in der Entwicklung voranzukommen, hat sich e.Go zudem starke Partner gesichert. Bereits seit 2016 arbeitet das Aachener Unternehmen mit Bosch zusammen und nun kommt mit der Kooperation mit VW das Schwergewicht der deutschen Automobilindustrie hinzu – VW setzt ohnehin auf den Erfolg von E-Autos. Es war daher mit Sicherheit nicht das letzte Mal, dass wir von e.Go gehört haben. Die Konkurrenz schläft allerdings nicht. Wir können mit einigen neuen Elektroautos in 2019 rechnen.


ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    25. März 2019, 13:06 Uhr
    Aktualisiert:
    25. März 2019, 13:33 Uhr