Die Macht der Farben

Farben wirken. Wir sprechen von kalten Farben, wenn wir Blautöne meinen und assoziieren mit Rot, Orange oder Gelb Wärme. In psychiatrischen Institutionen herrschen Grüntöne vor, weil sie beruhigend wirken.

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Johann Wolfgang von Goethe betrieb umfangreiche Studien zur Farbenlehre, die er in seinem Werk „Zur Farbenlehre" zusammenfasste. Angeblich soll der Dichterfürst diese Niederschrift für wertvoller erachtet haben, als seine literarischen Werke. Allerdings sollen ihm bei seiner Farbenlehre einige Fehler unterlaufen sein.

Unstrittig ist die Wirkung, die Farben auf das persönliche Empfinden haben. Es gibt Kombinationen, bei denen einem warm ums Herz wird, während andere Mischungen Unwohlsein hervorrufen. Manche Speisen, obwohl genießbar, würden viele Menschen allein deswegen verschmähen, weil sie farblich abstoßend wirken.

Dass Farben sehr viel mit der individuellen Persönlichkeit und unserem Erscheinungsbild zu tun haben, sehen wir daran, dass uns bestimmte Töne gut stehen und zu uns passen, andere wiederum nicht. Für manch modebewussten Menschen ist es eine mittlere bis größere Katastrophe, wenn die angesagte Farbe der Saison ihn unvorteilhaft aussehen lässt.

Bei dem allgemein anerkannten Einfluss, den Farben ausüben, erscheint es als ein logischer Schritt, diesen Effekt für Manipulationen unterschiedlicher Art zu nutzen.
Persönlichkeitscoaches machen sich die Wirkung der Farben auf die Psyche zunutze, um ihren Klienten ins bestmögliche Licht zu rücken.

Das Spiel mit Farben hat im Verlauf der Menschheitsgeschichte vielfältige Formen angenommen. Kriegsbemalung zur Abschreckung von Feinden gehört ebenso dazu wie bunter Schmuck zu Festen und Feierlichkeiten. Streng genommen gelten Weiß und Schwarz nicht als Farben im eigentlichen Sinn. Sie sind die Extreme an den Enden des Farbspektrums und zeichnen sich dadurch aus, dass sie sämtliche Farben enthalten oder ihrer komplett mangeln. Doch wie Echtfarben finden auch Schwarz und Weiß zu bestimmten Anlässen Verwendung.

In nahezu jedem Bereich des gesellschaftlichen Lebens spielen Farben und auch Weiß und Schwarz eine bedeutende Rolle. Weiß ist bei Hochzeitsfeierlichkeiten der Braut vorbehalten, während bei Beerdigungen in unseren Breiten dunkle Farben vorherrschen oder komplett schwarze Kleidung getragen wird.

Nicht zu vergessen die farbliche Zuordnung der politischen Parteien und die Tatsache, dass Vereine sich ebenfalls über ihre Farben definieren. Nicht von ungefähr ist in diesem Zusammenhang von Vereinsfarben die Rede.

Wie viel es im Bereich der Farben noch zu erforschen gibt, zeigt uns die Synästhesie. Hierbei handelt es sich um ein Phänomen, bei dem sich zwei auf den ersten Blick unvereinbare Sinneseindrücke vermischen. Dabei kommen häufig Farben ins Spiel. Die Aussage, etwas schmecke orange, ist ein Beispiel dafür.
 


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  • Erstellt:
    5. Dezember 2018, 14:34 Uhr
    Aktualisiert:
    5. Dezember 2018, 14:35 Uhr