Hausbau gut und günstig. Mit diesen Tipps funktioniert’s

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Ein durchschnittliches Einfamilienhaus wird heute für 300.000 bis 350.000 Euro gebaut. Das ergab diese Bauherren-Umfrage. Natürlich variieren die Kosten je nach Region sowie Bauart und Größe des Hauses. Der eingangs erwähnte Durchschnittswert gilt für eine Wohnfläche von etwa 150 Quadratmetern und 714 Quadratmetern Grund. Auf dem Weg zum Traumhaus nun an der Quadratmeterzahl zu sparen, ist natürlich kein praktikabler Tipp, denn das minimiert letztlich auch den Wohnraum. Allerdings gibt es durchaus andere Optionen, die den Bau des Eigenheims günstiger machen können.
 
  1. Der Bau eines Fertighauses ermöglicht eine größtmögliche Kostentransparenz
Der Weg zum Eigenheim führt über ein wahres Minenfeld an Kostenfallen. Häufig wird die Eigenleistung überschätzt, die Häuslebauer vergessen etwaige Nebenkosten zu kalkulieren, die Baunebenkosten fallen aus dem Rahmen oder das Budget wurde zu klein angesetzt. 97 Prozent der Bauherren verschätzen sich. 14 Prozent müssen sogar Nachfinanzierung in Anspruch nehmen. Wer diese Hürden umschiffen will, sollte sich mit der Option Fertighaus auseinandersetzen. Denn dabei wird ein All-inclusive-Paket geschnürt, der Bau geht vergleichsweise schnell voran und die Kosten bleiben überschaubar. Nachdem das Fertighaus häufig mit einer gehörigen Portion an Skepsis betrachtet wird, seien hier einmal die wichtigsten Vorteile näher beleuchtet:
Der größte Vorteil eines Fertighauses ist nicht nur die Planbarkeit der Kosten, sondern auch die Planbarkeit des Baus. Vier bis sechs Monate müssen in aller Regel einkalkuliert werden. Gerade die Aufbauphase, bei der der zeitlich weitaus längere Massivhaus-Aufbau auf gutes Wetter angewiesen ist, ist binnen weniger Tage erledigt. Sorgen um die Stabilität muss sich beim Fertighaus keiner machen. Das Holz eines Fertighauses kann nach einer Überschwemmung ebenso wieder austrocknen wie das Mauerwerk eines Massivhauses. Und auch sonst wird beiden Häusertypen eine lange Lebensdauer diagnostiziert. Mit Blick auf die Energieeffizienz punktet der Werkstoff Holz bei einem Fertighaus in jedem Fall. Auch die Wandstärke darf innerhalb der gesetzlichen Vorgaben variieren.

In punkto Design sind Fertighäuser alles andere als langweilig, denn die Gestaltungsvarianten sind groß. Um einen Eindruck zu bekommen, empfiehlt sich ein Blick in einen Online-Modellkatalog. Egal, ob Häuser für schmale Grundstücke, mit ausgefallenen Erkern oder besonders günstige Modelle: Es ist für jeden Geschmack und jeden Bedarf etwas dabei.
 
  1. Der Standort entscheidet über den Baupreis
Wie bereits eingangs erwähnt, beeinflusst der Ort, an dem sich die Hausbesitzer niederlassen möchten, maßgeblich den Preis des Eigenheims. Das Statistische Bundesamt zeigt einen Überblick über den jeweiligen Durchschnitts-Kaufwert pro Quadratmeter nach Bundesländern. So kostete Wohngebiet auf baureifem Land in Baden-Württemberg im ersten Quartal dieses Jahres beispielsweise durchschnittlich 196,24 €. Teurer ist Bauen in Bayern: Dort lag der Kaufwert bei 234,66 €. Berlin lag sogar bei über 400 €.

Fazit: Wer über die Region, in der das Haus entstehen soll, komplett unabhängig entscheiden kann, der weiß nun, wo es die günstigsten Bauplätze gibt. Wer indes beruflich oder familiär verwurzelt ist und sich bei der Suche eines Bauplatzes in einem bestimmten regionalen Radius befindet, der sollte gezielt nach Baulücken suchen. Kommunen sind in der Regel sehr erpicht darauf, dass diese geschlossen werden. Auch in ländlichen Gegenden, in denen die Verkehrsanbindung nicht durch einen eigenen Bahnhof oder den direkten Zugang zur Bundesstraße gewährleistet ist, sind die Grundstückspreise tendenziell niedriger.
 
  1. Stellschrauben, um beim Bau Kosten zu sparen
Der Klassiker, um das Budget zu schonen, ist sicherlich das Kapitel Eigenleistung. Natürlich gilt diese Faustregel: Je mehr an Eigenleistung erbracht werden kann, desto günstiger kann die Hausbau-Idee letztlich werden. Aber Achtung: Es gibt einen großen Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Nur weil der Bauherr rein theoretisch über handwerkliches Geschick verfügt, hat er noch lange nicht die Profession oder aber auch die Zeit, um wochen- und monatelang am Haus zu werkeln. Wer also den Eigenleistungs-Joker ziehen möchte, der muss absolut ehrlich zu sich selbst sein und sollte sowohl die eigenen Kenntnisse als auch das Zeitfenster niederschreiben. Erst dann dürfen die entsprechenden Kostenpunkte im Finanzplan gestrichen werden, die für Handwerker angefallen wären.

Nicht weniger selten kommt das Thema Keller auf den Tisch, wenn es darum geht, Kosten zu sparen. Grundsätzlich gilt hier: Ja, der Keller ist eine teure Angelegenheit, aber er bietet auch eine Vielzahl an Vorteilen. Nicht selten findet dort die Heizung Platz. Auch die Waschküche mit Waschmaschine und Trockner befindet sich in aller Regel im Kellergeschoss. Zudem ist der Stauraum nicht zu verachten, den ein Keller bietet. Wer hier mit dem Dachboden als Alternative argumentiert, sollte sich ehrlicherweise überlegen, wie es ist, die Getränkekisten bis ins Dach zu schleppen und sich dabei fragen, ob dies wirklich ein praktikabler Weg ist.

Eine dritte, vergleichsweise simpel zu drehende Stellschraube ist der Punkt Neuanschaffungen. Natürlich ist es verlockend, das brandneue Haus auch entsprechend neu einzurichten. Allerdings kann genau das massiv ins Geld gehen. Wer hier zunächst einmal die Möbel aus der Mietwohnung ins neue Eigenheim stellt, kann einiges an Geld sparen und hebt sich zudem die eine oder andere Shoppingfreude für die Zeit im Haus auf.
 



ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    15. September 2016, 08:55 Uhr
    Aktualisiert:
    15. September 2016, 08:57 Uhr