Ist die Direktbank die Zukunft und wird die Filialbank aussterben?

Marl Immer mehr Verbraucher rechnen mit dem spitzen Bleistift, wenn es um die Wahl des richtigen Finanzinstitutes geht. Schließlich kostet es meist erhebliche Gebühren, wenn man bei der Bankfiliale sein Girokonto unterhält.

Daneben gibt es kaum noch Zinsen, wenn Sie als Anleger Ersparnisse zur Bank bringen. Manche Direktbanken hingegen bezahlen auf Festgelder oder Tagesgelder ein paar Euro an Zinsen, was in der heutigen Zeit der Niedrigzinspolitik schon eine kleine Rarität darstellt. So stellt sich hier, berechtigterweise, die Frage, ob die Filialbank auf Dauer noch Bestand hat oder ob sie gar aussterben wird? Schließlich ist es nicht absehbar, dass die Zinsen irgendwann in naher Zukunft wieder ansteigen werden. Genau deshalb erklären wir Ihnen, was Sie bei der Auswahl des für Sie richtigen Bankinstitutes beachten sollten. 
 
 
Warum sind die Gebühren bei vielen Filialbanken so angestiegen?
 
Natürlich war noch vor 10 Jahren oder einen noch länger zurückliegenden Zeitraum die Situation bei Banken deutlich anders. Hierzu sollten Sie als Verbraucher wissen, dass Finanzinstitute meist daran verdienen, wenn Sie hohe Kreditzinsen einnehmen und im Gegenzug den Kunden für ihre Einlagen eine Verzinsung anbieten. Dieser Unterschied wird in der sogenannten Zinsspanne dargestellt. Die Zinsspanne ist durch die auf Dauer anhaltende Niedrigzinspolitik erheblich geschrumpft – und das schon seit einigen Jahren. Sie sehen also, dass die Erträge von Banken zwangsläufig kleiner geworden sind – umso wichtiger ist es, dass die Banken an anderen Stellen Geld einnehmen. Genau zu diesem Zwecke werden Gebühren und Provisionen vor allem aus dem Verbundgeschäft immer wichtiger für jedes Finanzinstitut. Was heißt das genau? Gerade aus dem Wertpapier- und Fondsgeschäft nimmt die Bank erhebliche Gebühren ein. Außerdem sind Leasing-, Versicherungs- und Bausparpartner für die Erträge der Bank in Form von Provisionen mit verantwortlich. Sie möchten rund um die Vermögensanlage mehr erfahren? Unter https://www.nextmarkets.com/de/handel/krypto/bitcoin/shorten gibt es sehr wichtige Infos.
 
Wie können Kosten in Filialbanken eingespart werden?
 
 
Eigene Gebühren gewinnen an Bedeutung – daneben muss auch an der Kostenschraube einer Bank gedreht werden. Keine Überraschung also, dass Banken Mitarbeiter entlassen und viele Filialen schließen. Gebäudekosten und Aufwendungen für teures Personal, das auch gut geschult agieren muss, stellen einen hohen Kostenfaktor für die Geldinstitute dar. Genau hier wird die Schraube der Kosten nach unten gedreht. Außerdem kostet es nun Gebühren, ein Girokonto zu unterhalten, neue Karten zu bestellen oder besondere Verträge (zum Beispiel Vertrag zu Gunsten Dritter) abzuschließen. Viele Dienstleistungen, die vor Jahren noch umsonst oder preiswert zu haben waren, kosten jetzt Geld. Begründet wird dies natürlich durch die niedrigen Zinsspanne. Alle Banken, die Filialen unterhalten, müssen schließlich überleben, oder?
 
 
Ist die Internetbank die bessere Alternative zur Filialbank?
 
Genau aus dem Grunde, dass viele Filialen der Banken schließen und dadurch auch Kunden verärgern, gewinnen Direktbanken immer mehr an Bedeutung. Viele Bankgeschäfte werden in der heutigen Zeit im Internet ohnehin online über die App auf dem Smartphone oder am PC abgewickelt. Warum sollte man sich nicht gleich eine Bank suchen, die geringe Gebäude- und Personalkosten hat und bessere Konditionen für die Kunden anbietet? Viele Direktbanken sehen genau dadurch ihre große Chance – Anbieter im Netz wachsen somit wie Pilze aus dem Boden.
 
Bei einer Internetbank gibt es ein kostenloses Girokonto, viele Dienstleistungen wie das Depot, die deutlich günstiger zu haben sind als bei jeder Bankfiliale und sogar Zinsen auf ein Geldmarktkonto. Auf Tagesgeldkonten, auf dem Sie täglich verfügbares Geld anlegen können, werden geringe Zinsen bezahlt – viele Filialbanken bieten diese Erträge für die Kunden schon seit langem nicht mehr an.
 
 
Ist also deshalb die Direktbank die Zukunft für alle Kunden?
 
Natürlich ist die Internetbank nicht für alle Kunden geeignet. Viele Menschen lieben schließlich den Plausch bei einer Tasse Kaffee bei der Anlageberatung mit Frau Meier, der netten Angestellten der Sparkasse um die Ecke. Man kennt sich schon viele Jahre und vertraut dem Angestellten der Volksbank oder dem Mitarbeiter von einem anderen Geldinstitut. Somit steht völlig unumstritten fest: Nicht für Jedermann ist die Anonymität im Netz der richtige Weg, um vertraulich seine Geldangelegenheiten abzuwickeln. Viele Dirketbanken kennt man nicht mal mehr vom Namen – sie haben ihren Hauptsitz im Ausland, um Steuern zu sparen. Das schürt Misstrauen, völlig zurecht, oder?
 
Natürlich findet man auch Tochterunternehmen von guten, deutschen und sehr soliden Banken. Die Gelder unterliegen der Einlagensicherung, man kann täglich auf sein Konto blicken und gerade in Sachen Girokonto ein umfassendes Geldautomaten-Netz gratis nutzen. Es ist, wie immer im Leben: Für jeden Kunden gibt es in der Bankfiliale und auch bei der Direktbank das genau richtige Angebot.
 
Information ist das halbe Leben
 
Eines steht fest: Wer sich nicht umfassend informiert, wird früher oder später vielleicht die falsche Entscheidung treffen, das richtige Finanzinstitut auszuwählen. Deshalb sollte man sich immer gut informieren, bevor man Verträge wie Depots, Versicherungen und Kredite abschließt. Viele Dirketbanken werben mit gratis Angeboten, die den Kunden locken sollen. Allerdings gibt es auch viele Banker, die dem Kunden in der Bankfiliale Produkte aufdrängen möchten, die er nicht braucht. Wie heißt es so schön? Banker müssen vor allem eines: verkaufen, verkaufen, verkaufen! Genau hierin besteht ein großer Vorteil der Internetbank, der in meinen Augen keinesfalls zu verachten ist: Hier können Sie als Kunde das nutzen, was Sie brauchen. Keine Person muss Ihnen einen Vertrag verkaufen und Sie müssen Personalkosten für Banker bezahlen, die Sie ohnehin nicht gut beraten.
 
 
Umso wichtiger ist es, dass Sie sich bei einer Internetbank sehr gut selbst informieren. Wenn Sie Depots, Girokonto, Kreditkarte und vieles mehr online abschließen, sollten Sie absolut wissen, was Sie unterschreiben. Bitte lesen Sie deshalb jeden Vertrag genau durch, bevor Sie diesen unterschreiben und eingescannt zurückschicken. Alle wichtigen Infos rund um das Thema Finanzen sollten auch Sie sich näher betrachten.
 
 
Was ist, wenn Sie einmal Fragen haben bei einem Vertrag, den Sie bei der Dirketbank abgeschlossen haben?
 
Natürlich kann man als „Otto-Normal-Verbraucher“ nicht alles rund um das so komplexe Thema Finanzen gut verstehen. Zwangsläufig taucht zum einen oder anderen Thema durchaus eine Frage auf, die auch durch das Lesen von den FAQ´s nicht zu beantworten ist. Genau aus diesem Grunde bieten viele Internetbanken einen durchaus fundierten Telefonservice an. Hier können Sie als Kunde anrufen und erhalten eine qualifizierte Antwort, wenn es optimal läuft.
 
Auch der Online-Chat oder der Service über Email funktioniert bei vielen Direktbanken recht gut. Wenn Sie keine Person der Internetbank persönlich erreichen, funktioniert der Rückruf-Service meist recht ordentlich. Natürlich gibt es überall schwarze Schafe – egal, wo und in welcher Bank genau Sie Ihr Konto unterhalten.
 
 
Gerade bei kostenintensiven Produkten wie das Wertpapier-Depot, bei dem jede Transaktion (Kauf und Verkauf von Wertpapieren) Geld kostet, sollte man unbedingt vergleichen. Es gibt auch bei den jährlichen Depotkosten große Unterschiede, gerade für Trader, die oft und viel über die Börse handeln, lohnt es sich allemal, hier das gesamte Gebührennetz des Depots genau zu durchleuchten. Je preiswerter das Depot bei den Transaktionskosten, desto besser für den Trader, der viel am Markt agiert.
 
Auch in Sachen Kreditkarten muss in der heutigen Zeit nicht unbedingt eine Kartengebühr bezahlt werden. Viele Kreditkarten werden, völlig zurecht, gratis angeboten. Hier gilt es, auf die Akzeptanzstellen zu achten. Gerade wenn Sie oft auf Reisen unterwegs sind und Hotels und Co durch die Kreditkarte bezahlen möchten, sollten Sie darauf achten, dass die Karte möglichst häufig angenommen wird. Bitte informieren Sie sich genau, gerade wenn Sie im Internet ohne persönliche Beratung, Ihre Bankgeschäfte abwickeln.
 
 
Was wird die nächste Generation verändern?

 
 
In meinen Augen wird die Filialbank früher oder später einmal ersetzt durch viele Direktbanken, die online agieren. Warum? Vor allem die ältere Generation liebt es, in die Bankfiliale zu gehen und dort einmal im Monat das Geld abzuheben. Hier kennt man die Bankberater noch persönlich. Bei der Sparkasse kann man das Sparbuch nachtragen lassen und die Girokonto-Auszüge am Drucker erstellen lassen. Genau hier fühlt sich der Kunde 50 + tendenziell recht wohl. Die jüngeren Kunden jedoch schätzen kein persönliches Gespräch mehr. Sie möchten am Wochenende online ihre Bankgeschäfte tätigen und wickeln ohnehin alles über den Automaten und die App auf dem Smartphone ab. Hier wird schnell Geld überwiesen oder in der Nacht um drei am Automaten noch Bargeld besorgt.
 
Die Generation um die 20 braucht keine Menschen mehr, die mit ihnen kommunizieren – sie gilt oft als sehr verliebt in jede Form von Technik. Was jetzt überspitzt und vielleicht ein wenig übertrieben klingt, lässt sicher eines klarwerden: Die Filialbank ist eine Bank, die immer weniger an Stellenwert einnimmt. Natürlich wird sie niemals ganz aussterben – vieles muss man persönlich besprechen und kann nicht über die Direktbank abgeschlossen werden. Dennoch wird sich die Tendenz für alle Geldangelegenheiten in meinen Augen verschieben: Die Internetbank wird mehr an Stellenwert gewinnen, die Bedeutung der Filialbank wird abnehmen. Natürlich hat jede Art der Bank ihren Charme – gerade wenn man einen guten Bankberater an seiner Seite weiß, ist dieser durchaus sein Geld wert!
 
 
Fazit

 
Entscheiden Sie selbst, welche Art der Bank zu Ihnen und zu Ihren Bedürfnissen passt. Was spricht dagegen, verschiedene Banken zu testen und sich dabei selbst mit einem guten Erfahrungsschatz zu bereichern?


ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    8. Januar 2019, 16:48 Uhr
    Aktualisiert:
    8. Januar 2019, 16:54 Uhr