Tipps für den Kleiderkreisel: Gebe dir meine Hotpants für deinen Pullover

Gerade zu Beginn des Jahres könnten wir doch alle einmal eine kleine Aufräum-Aktion gebrauchen, oder? Insbesondere unsere Kleiderschränke quillen häufig über. Dabei tragen wir das meiste davon kaum. Wenn man den Schritt wagt und sich den eigenen Kleiderschrank genauer ansieht, findet man alte Oberteile, an die man sich nicht einmal mehr erinnern kann oder ehemalige Missgeschicke des Geschmacks. Wir alle haben die eine oder andere Kleiderleiche in unseren Schränken. Aber wenn man dann alles aussortiert, wohin dann mit all den Sachen?

  • Vintage-Kleidung zu Kilopreisen

    „Steht mir das? Kann ich das gebrauchen?“ Beim Kleiderkreisel sollte jedes Teil kritisch begutachtet werden. Foto: Andreas Arnold (dpa)

Eine super Lösung ist ein Kleiderkreisel. Man trifft sich mit Freunden, Bekannten oder Familie und tauscht, was das Zeug hält. Das Konzept ist ideal, man wird los, was man nicht mehr braucht und bekommt dafür im Idealfall neue Sachen, die einem gut gefallen. So zumindest die Theorie. In der Praxis gibt es jedoch die eine oder andere Tücke, die man kennen sollte, bevor man in den bunten Kleiderwirbel taucht. Hier kommen deshalb ein paar Regeln, die ich für mich aufgestellt habe. Ich hoffe, dass sie Euch auch ein wenig helfen können.

Oberste Regel: Verfallt nicht in den Kleiderrausch! Das passiert nämlich unweigerlich. Das Gehirn spielt einfach verrückt, wenn es gesagt bekommt, man könne alles mitnehmen, was man wolle – vollkommen kostenlos.
Mal ganz davon abgesehen, dass die eigenen Freunde doch oft Meister darin sind, ihre eigenen Sachen loszuwerden. „Das steht dir ja super“ oder „Das sieht fantastisch an dir aus“, rufen sie scheinbar begeistert aus. Klar, sie meinen es nur gut – aber vergesst nicht – sie wollen auch ihre Sachen loswerden. Fragt Euch von daher unbedingt bei jedem Teil, dass Ihr einsteckt, ob es Euch wirklich gefällt, ob es Euer Stil ist, ob es Euch passt. Hinterfragt einfach alles zweimal bei einem Kleiderkreisel!

Ich selbst bin schon häufig mit mehr Sachen im Gepäck zurückgekommen, als ich beim Verlassen meiner Wohnung dabeihatte. Das wäre ja an sich kein Problem, doch noch dazu habe ich auch kaum etwas von den „neuen“ Klamotten getragen.

Gleiche Größe, aber anderer Geschmack?

Zweite Regel: Am besten ist es, wenn Ihr und Eure Kleiderkreisel-Teilnehmer in etwa den gleichen Geschmack und eventuell auch eine ähnliche Körpergröße habt. Versteht mich nicht falsch, ich bin ein großer Fan von zu großen Kleidungsstücken, aber wenn alle Teilnehmer in ganz unterschiedliche Richtungen gehen, wird es tendenziell eher schwierig werden. Insbesondere der gleiche Geschmack ist wichtig. Es kann aber auch vorkommen, dass Ihr ein neues ausgefallenes Lieblingsteil findet, von dem Ihr nie gedacht hättet, dass es Euch gefallen würde. Oder aber Euch gefällt nichts, weil es nicht zu Euch passt.

Ich würde vorschlagen, einfach viele Leute bei einem Kreisel zu haben. Dann ist wahrscheinlich für jeden was dabei. Aber: Übernehmt Euch nicht! Kleiderkreisel sind auch anstrengend, besonders dann, wenn immer mehr Leute dazu kommen.

Dritte Regel: Lasst Euch nicht entmutigen, wenn niemandem Eure Sachen gefallen! Das ist keine Beleidigung gegen Euch und ebenso wenig sollte es irgendjemand anderen stören, wenn Euch selbst etwas nicht gefällt. Es geht schließlich darum, spielerisch mit Kleidung – und Nachhaltigkeit – umzugehen und einfach mal Neues auszuprobieren. Da sollte sich niemand schlecht fühlen.

Vierte Regel: Es lohnt sich, am Ende all die Sachen, die Ihr nicht losgeworden seid, gesammelt in einen Altkleidercontainer einer karitativen Einrichtung zu werfen. So muss niemand Eures Kreises einzeln losziehen.
Jetzt die letzte Regel, die vor allen Dingen an mich gerichtet ist: Niemand will deinen alten Pullover, den du in der achten Klasse anhattest, Marleen! Ich versuche es jedes Mal wieder, denn wer weiß, vielleicht findet sich irgendwann jemand, dem er gefällt? Aber mittlerweile sehe ich ein, dass mein Pulli mit dem riesigen Smiley drauf dem Untergang geweiht ist.

Und das waren alle Tipps, die ich für Euch habe. Tauscht fleißig und entwickelt noch einmal einen ganz anderen Blick auf Eure Kleidung und die Eurer Freunde!


AUTOR
Marleen Wiegmann
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    14. Januar 2019, 10:43 Uhr
    Aktualisiert:
    14. Januar 2019, 10:47 Uhr
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