Tipps, um grüner zu leben: Einkaufen mit gutem Gewissen

Weihnachten ist vorbei – und damit nicht nur das Fest der Liebe, sondern auch der Höhepunkt des alljährlichen Konsums. Die Massen an Geschenken zeichnen ein deutliches Bild von unserem Staat mit einer reichen und egozentrischen Gesellschaft. Natürlich ist das nur eine Perspektive und das Umweltbewusstsein, gerade meiner Generation, wächst rasant. Als Vorsatz für das neue Jahr eignet sich demnach bestens der Versuch, mehr für die Umwelt im alltäglichen Leben zu tun.

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    Voller Einkaufswagen - aber sind die Produkte auch "grün", "bio" oder "nachhaltig"? Wer bewusster konsumieren möchte, muss nur ein paar Grundregeln beachten. Foto: Frank Rumpenhorst (dpa)

Früher wurden Menschen, die im Einklang mit der Natur lebten, naserümpfend als weltfremde Ökotanten bezeichnet. Inzwischen ist ein umweltbewusster Lifestyle aber durchaus modern geworden. Dabei haben sich auch die Art des Auslebens und – damit einhergehend – die Möglichkeiten verändert. So ist es heute nicht mehr äußerlich sichtbar, ob jemand seine Kleidung in einem ökologischen Shop oder bei einem herkömmlichen gekauft hat. Es gibt eine Vielzahl an kleinen Unternehmen, die sich in den vergangenen Jahren gebildet haben und nachhaltige Produkte verkaufen, Ob online oder in Filialen in größeren Städten – auch viele große Konzerne haben längst ein eigenes Angebot, bestehend aus fairen Artikeln, auf den Markt gebracht.

Wer also dieses Jahr umweltfreundlicher einkaufen möchte, hat eine Vielzahl an Möglichkeiten. Umweltfreundlich steht dabei für Produkte, die aus biologischen oder recycelbaren Materialien gezeugt, möglichst fair und lokal produziert wurden und mit so wenig Verpackung wie möglich auskommen. Natürlich treffen selten alle Kriterien zu, aber sie bieten eine gute Orientierung.

Die alten Gewohnheiten hinter sich lassen

Wer nachhaltige Produkte kauft, muss sich vielleicht manchmal von seinen alten Gewohnheiten entfernen, die jedoch nicht so gravierend sind, wie man anfangs vielleicht denkt. Auch preislich sind die Produkte nicht unbedingt immer teurer, und wenn man sie mit Marken vergleicht, häufig sogar günstiger. Manche kostspieligeren Sachen sind dafür aber häufig langlebiger. Man muss sich auch immer bewusst machen, dass es sich häufig um kleinere Unternehmen handelt, von denen sie produziert wurden und dass eine umweltfreundliche und faire Herstellung natürlich teurer ist als Discounter-Ware.

Jeder muss letztendlich natürlich für sich entscheiden, wie viel Geld er bereit ist, auszugeben und dafür mit gutem Gewissen einzukaufen. Auch das Ausmaß ist natürlich jedem selbst überlassen. So kann man sich allein auf den Bereich Kleidung fokussieren oder auf Kosmetik und Pflegeprodukte, Ernährung oder Möbel und Deko. Selbst wenn es nur der Strauß Fair-Trade-Rosen ist oder die Bio-Milch im Supermarkt: Jeder kleine Beitrag ist von Relevanz und Bestandteil einer Bewegung, die in vielen Industrieländern immer mehr Zuspruch erhält, womit sie zum Umdenken der Gesellschaft führt. Für eine Zukunft, die wir nicht zerstören, sondern erhalten und verbessern.

Ihr wollt grüner leben? Im Folgenden trage ich Tipps für einen nachhaltigen Einkauf zusammen:

Kosmetik und Pflegeprodukte:
Im Bad befinden sich häufig Produkte für den alltäglichen Bedarf, die Ressourcen verschwenden oder Müll verursachen. Seife und Shampoo können hier jedoch leicht gegen solche von fester Konsistenz eingetauscht werden, die meist ohne Plastikverpackung auskommen und genauso effizient sind. Produkte wie Wattestäbchen können gegen plastikfreie aus Biobaumwolle getauscht werden, Wattepads beispielsweise gegen waschbare. Auch die Zahnbürste gibt es mit Bambusgriff und die Zahnpasta am Stiel.
Alle Varianten sind natürlich in Bio-Version zu bekommen und inzwischen größtenteils in herkömmlichen Drogerien zu erhalten.

Nahrungsmittel:
In jedem Supermarkt gibt es inzwischen Bio-Varianten, die man anstelle der herkömmlichen Ware erhalten kann. Die Verpackung hingegen lässt sich dort nicht vermeiden. Leider gibt es Unverpackt-Shops bei den wenigsten von uns in unmittelbarer Nähe (aber zum Beispiel in Essen und Münster). Alternativ könnt Ihr auch auf lokale Märkte gehen oder zu Hofläden, die dann auch das direkt vor Ort Produzierte anbieten. Auch im Supermarkt gibt es häufig Produkte, die aus der Region kommen, allerdings sollte man hier genau darauf achten, wie dehnbar der Begriff verwendet wird. Bei Getränken könnt Ihr statt Plastik- auf Glasflaschen umsteigen.

Kleidung:
Wer keine Kleidung im Second-Hand-Shop kaufen möchte oder sie sich zufällig selbst näht, muss für ein größeres Angebot in den Onlineshop umsteigen. Aber auch viele große Ketten haben meist eine eigene Kollektion aus Biobaumwolle im Angebot oder verkaufen ein paar fair produzierte Modelle. Nachhaltige Produkte aus anderen Bereichen gibt es zumeist nur in geringer Auswahl in größeren Bio-Shops und ansonsten nur im Internet. Hier ist die Auswahl jedoch entsprechend groß, wichtig ist nur, sich vorher genau damit zu beschäftigen, inwieweit das Unternehmen tatsächlich nachhaltig arbeitet, da solche Begriffe natürlich nicht geschützt sind und dementsprechend häufig für Marketingzwecke missbraucht werden.

 


AUTOR
Charlotte Uphues
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    14. Januar 2019, 10:21 Uhr
    Aktualisiert:
    14. Januar 2019, 10:25 Uhr
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