Biathlon-Sieger Neuner und Peiffer bei König Harald

04. Februar 2012 17:23

Oslo (dpa). Magdalena Neuner und Arnd Peiffer haben es mit ihren überlegenen Biathlon-Siegen in Oslo in die Loge von König Harald V. von Norwegen geschafft.

«Ich wusste gar nicht, was ich sagen sollte. Ich habe mich ja auch noch nie damit beschäftigt, was ich sagen würde, wenn ich zum König komme. Wir haben uns ein bisschen über das Rennen unterhalten. Es war ganz nett», sagte Peiffer nach seinem sechsten Weltcup-Sieg, dem ersten im Verfolgungswettkampf und dem zweiten in diesem Winter.

Genau wie Peiffer gewann auch Magdalena Neuner mit haushohem Vorsprung. Zwei Tage nach ihrem Jubiläums-Erfolg in Oslo war die Rekordweltmeisterin am Samstag auch im Verfolgungsrennen nicht zu schlagen und holte sich ihren 31. Weltcup-Sieg. «Man weiß ja gar nicht so richtig, wie man mit dem König umgeht», beschrieb die Bayerin nach ihrem siebten Saisonerfolg im 16. Rennen die traditionelle Sieger-Stippvisite in der Loge. Sie zeigte, wie sie sich höflich vor dem Herrscher verbeugt hatte.

Ganz entspannt war die 24-Jährige zuvor trotz zweier Strafrunden ins Ziel gelaufen. Bei eisiger Kälte war sie 36,5 Sekunden schneller unterwegs als die Russin Olga Saizewa, die am Schießstand fehlerfrei geblieben war. Auf den Plätzen zehn, elf und zwölf komplettierten Tina Bachmann (2:06,4 Minuten zurück/3 Strafrunden) Andrea Henkel (2:07,7 zurück/1) und Franziska Hildebrand (2:26,7/0) das gute deutsche Abschneiden.

Florian Graf (1:30,7/1) als Achter und Andreas Birnbacher (1:46,6/2) als Elfter waren die besten deutschen Skijäger hinter Peiffer. Birnbacher, mit drei Saisonsiegen bislang stärkster DSV-Biathlet, wird auf den nächsten Weltcup in Kontiolathi/Finnland verzichten und eine Regenerationsphase für die WM einlegen.

«Ich bin sehr stolz, dass es mit viermal Null in der Verfolgung geklappt hat. Und es ist ja auch der erste Sieg, der nicht im Sprint ist. Jetzt habe ich bewiesen, dass ich auch in der Verfolgung ganz oben stehen kann. Das war ein toller Tag für mich», sagte Peiffer. Der Sprint-Weltmeister gewann mit 31,2 Sekunden Vorsprung vor dem Norweger Emil Hegle Svendsen und dem Russen Jewgeni Garanitschew, der den Sprint-Wettkampf gewonnen hatte.

Magdalena Neuner wurde wie schon bei ihrem Sprint-Sieg am Donnerstag bei ihrem letzten Gastspiel in Oslo von ihrer Familie angefeuert. Und dank ihrer Überlegenheit konnte sich die Doppel-Olympiasiegerin sogar einen ganz besonderen Luxus gönnen. «In der letzten Runde war es schon schön, einfach mal rüberzulächeln. Es ist für uns alle ein ganz besonderes Erlebnis hier oben am Holmenkollen», sagte sie.

«Es war einfacher, als ich vermutet habe, am Anfang», meinte sie. Neuner spielte nicht auf ihren verschenkten Sieg durch das Cross-Fire beim letzten Verfolgungswettkampf in Nove Mesto an, sondern auf ihre Erkältung. «Man hört es ja noch an der Stimme. Ich bin schon noch etwas angeschlagen.» Auch wenn die 24-Jährige zu Wochenbeginn beinahe nach Hause geflogen wäre - Neuner ist wenige Wochen vor der Heim-WM in Ruhpolding in überragender Verfassung. «Es hat überall funktioniert. Auf der Strecke und am Schießstand.»

Deshalb hat die Ausnahmebiathletin, die in der Weltcup-Siegerliste Uschi Disl überholt hat und alleinige Zweite ist, allerbeste Chancen, einen Dreifachsieg in Oslo zu holen. «Ich würde ihn schon nehmen. Massenstart ist schon so ein Rennen, das ich mag. In der Form, in der ich im Moment bin, ist das drin», sagte Neuner.

Sollte sie am Sonntag (13.15 Uhr/ZDF und Eurosport) erneut siegen, dürfte sie wieder zum König, der die Gewinner am Holmenkollen empfängt. «Er hat gesagt, dass er traurig ist, dass ich aufhöre. Das fand ich echt nett», erzählte Neuner, die ihren Abschied zum Saisonende im Dezember angekündigt hat. «Für mich geht jetzt halt ein neues Leben los», habe sie erwidert. «Und dann habe ich gemeint, dass ich auch wieder nach Oslo kommen kann, als Zuschauerin und als Fan. Und er hat gesagt, ich bin immer willkommen in Oslo.»

Sport-Blog von Olaf Krimpmann

Olaf Krimpmann

Ballaballa? Muss man nicht sein, um über Sport zu philosophieren. Manchmal hilft’s allerdings schon. Sportredakteur Olaf Krimpmann (41) jedenfalls liebt den Sport. So sehr, dass er sich sogar freiwillig in die Hallen und auf die Plätze bewegt. Dass dort nicht nur der Ball rund ist, sei schon jetzt verraten. Mehr zum Thema Bälle – große wie kleine – und Sport in all seiner Pracht gibt’s jedenfalls hier.

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