Schlimmer BVB-Rückfall gegen Salzburg: Nach 1:2 nur noch minimale Chancen aufs Viertelfinale

DORTMUND Borussia Dortmund leistet sich nach dem Lichtblick in Leipzig beim 1:2 (0:0) gegen den FC Salzburg einen schlimmen Rückfall. Nun droht schon im Achtelfinale der Europa League das unerwartete Aus.

Er musste schwer schlucken, als er da vor der Südtribüne stand. Und als er gemeinsam mit Stadionsprecher Norbert Dickel abwechselnd die Mannschaftsaufstellung verlas, da wollten Marc Bartra die Vornamen seiner ehemaligen Mitspieler nur stockend über die Lippen kommen. Das Europa-League-Achtelfinalhinspiel gegen den FC Salzburg nutzte Borussia Dortmund, um seinen im Winter nach Spanien zurückgekehrten Innenverteidiger offiziell zu verabschieden - es waren schöne Minuten im Signal Iduna Park, in denen der 27-Jährige noch einmal verdient in den Mittelpunkt rückte.

Kaum schnelles Umschalten

Weniger schön sollte sich dann das darstellen, was der BVB den eigenen Fans und seinem Trainer anbot. Auch wenn die Salzburger wie erwartet sehr früh pressten und ein enormes Laufpensum an den Tag legten, um die Anspielstationen im Dortmunder Aufbau immer wieder zuzustellen oder früh unter Druck zu setzen, so war doch auffällig, wie wenig die Gastgeber dem an Lösungen entgegenzusetzen hatten. Schnelles Umschalten des BVB gab es so gut wie gar nicht.

Salzburg kombinierte gefällig nach vorne, durfte dies allerdings auch weitgehend ungestört tun. So entwickelte sich ein chancenarmes Spiel, in dem zwei Fernschüsse von Andre Schürrle (6.) und Salzburgs Amadou Haidara (10.) für lange Zeit die einzigen Höhepunkte waren. Aufs gegnerische Tor schoss der BVB durch Mahmoud Dahoud erst in der 36. Minute.

Deutlich vernehmbare Pfiffe

Die größte Chance der ersten Hälfte aber hatten die Gäste. Xaver Schwager hatte mit einem gefühlvollen Ball in den Strafraum die BVB-Innenverteidigung ausgehebelt, Roman Bürki machte sich gegen den Lupfer-Versuch von Hee-Chan Hwang ganz breit. Den zurückprallenden Ball setzte Muna Dabbur per Kopf über Bürki aufs leere Tor - Kapitän Marcel Schmelzer rettete noch vor der Linie (41.). Als dann auch noch ein Schuss von Hwang an den Pfosten klatschte (45.), gab es auf dem Weg in die Kabine deutlich vernehmbare Pfiffe.

Im Vergleich zum Auftritt in Leipzig war das wieder einmal ein klarer Rückschritt - und die Quittung für seine schwache Leistung bekam der BVB direkt nach der Pause. Begünstigt allerdings durch ein dummes Halten von Ömer Toprak, der Hwang so lange am Arm hing, bis der im Strafraum zu Boden ging. Valon Berisha verwandelte den Strafstoß sicher (48.).

Wütende Proteste helfen nicht

Während diese Entscheidung vertretbar war, hätte der Unparteiische Slavo Vincic den zweiten Salzburger Treffer nicht geben dürfen. Stefan Lainers Foul an Marcel Schmelzer ließ der Slowene weiterlaufen, die Überzahl nutzte Berisha, der den Rückpass von Lainer unbedrängt in die Maschen drosch (56.). Wütende Proteste des BVB halfen nicht.

Trainer Peter Stöger reagierte mit einem Doppelwechsel, er brachte Philipp und Pulisic. Und das zeigte Wirkung. Pulisics Flanke beförderte Schürrle mit dem Körper und aller Entschlossenheit ins Netz - das 1:2 war noch immer eine schlechte Ausgangsposition, aber immerhin ein Lebenszeichen (62.). Als einziger Offensivspieler mit Sturm und Drang hatte Schürrle nicht zufällig den nächsten Abschluss - der Schuss ging neben das Tor (75.). Die zündende Idee wollte der nun auch deutlich verunsicherten Borussia nicht mehr kommen. Salzburg vergab durch Gulbrandsen sogar noch die Chance auf das 1:3 (75.).

Verdienter Sieg der Gäste

Es war am Ende ein verdienter Sieg der Gäste, die die deutlich bessere Spielanlage hatten und viel zielstrebiger kombinierten. Am kommenden Donnerstag in Salzburg braucht der BVB ein kleines Fußball-Wunder.