Indoor Trail: Im Dreck rennt es sich ungeniert

Von Jürgen Koers am 03. Februar 2012 16:18

DORTMUND. Zurück zu den Wurzeln: Der Laufsport schreit nach neuen Herausforderungen und er findet sie dort, wo alles begann – bei den Menschen, die durch die Landschaft rennen. Eine Kostprobe gibt es am Wochenende in den Westfalenhallen.

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Es wird schmutzig in der Westfalenhalle beim 1. Ecco Indoor Trail.

Weil „Landschaftslauf“ wenig modern klingt, heißt das neue Phänomen „Trail Run“. Und weil geschätzte 17,5 Millionen Deutsche – jeder Vierte über 14 Jahre – regelmäßig in ihre flotten Joggingschlappen schlüpfen, braucht es immer neue Trends. Damit sind wir beim Ecco Indoor Trail, einer Weltpremiere, die am Wochenende in den Wesfalenhallen 1 und 2 über die Laufbahn geht.

Die Idee: Um möglichst viele Menschen für Trail Running zu begeistern, gibt es unterm Dach der Westfalenhalle quasi einen gesicherten Schnupperkurs. Mit garantiert hohem Spaßfaktor. Ist der Dreck erst akzeptiert, dann rennt es sich recht ungeniert.

"Faszination des Laufens abseits von befestigten Wegen"

„Wir müssen nur einen Bruchteil der Millionen von Marathonläufern von der Schönheit und der Faszination des Laufes abseits von befestigten Wegen überzeugen“, sagt Heinrich Albrecht, der mit seiner Agentur Plan B diverse Wettkämpfe im Bereich Mountainbike und Trail Running aus der Taufe gehoben hat.

Audio: Indoor Trail O-Ton Hofmann

Die Fachpresse kann ihre Begeisterung kaum zurückhalten. „Nach Trimm-Dich und Marathon kommt mit Trail die große neue Welle auf uns zu“, sagt zum Beispiel Runners-World-Chefredakteur Dr. Frank Hofmann.

60 Sattelschlepper bringen Erde, Kies und Sand

Den 1,2 Kilometer langen Laufsteg in den Westfalenhallen haben Trailrunner Stephan Repke und Parcoursbauer Joscha Forstreuter ausgeheckt. Forstreuter, selber Mountainbike-Profi, hat die denkmalgeschützte Halle 1 in Dortmund vor einem Jahr zum ersten Mal von innen gesehen. Es folgten Zeichnungen und Pläne, seit Anfang der Woche haben 60 Sattelschlepper Erde, Sand und Kies angeliefert.

Bis Donnerstagabend saß Forstreuter auf seinem Bagger und hat die Strecke und die Elemente, die den besonderen Reiz ausmachen sollen, verbaut. Dazu gehören Felsblöcke, Baumstämme sowie Schnee- und Matschpassagen. Ein Abenteuerspielplatz, denn durch den künstlichen Trail gebe es „Idealbedingungen“, schwärmt Repke.

Wer sich mit Laufsport beschäftigt, hat die Vorzüge des Geländelaufens schnell parat: Durch die unterschiedlichen Untergründe verteilt sich die Belastung für Füße und das Fußgelenk. Durch die verschiedenen Hindernisse werden Konzentration und Koordination extra geschult. Und das Spielen mit dem Tempo in langsameren Bergauf-Passagen und flotten Abstiegen fördert die allgemeinen Laufqualitäten – und macht schneller!
  Wem das noch nicht reicht, dessen Entdecker-Geist sei mit einem Zitat von Robert Frost in die Laufschuhe geholfen: „Im Wald boten sich mir zwei Wege dar, und ich nahm den, der weniger betreten war.“ 


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