Punktgewinn für Bundesliga-Schlusslicht: Nur 2:2: Schalke kann Heimfluch gegen Köln nicht besiegen

Gelsenkirchen Schalke 04 und der Heimfluch gegen den 1. FC Köln: Den rheinischen Rivalen können die Königsblauen zuhause einfach nicht besiegen. Ausgerechnet in der Veltins Arena holte der abgeschlagene Tabellenletzte im Samstagabend-Spiel durch ein glückliches 2:2 seinen erst dritten Punkt in dieser Saison und tankte damit neues Selbstvertrauen im Kampf gegen den drohenden Abstieg.

  • FC Schalke 04 - 1. FC Köln

    Schalkes Amine Harit (r.) und Kölns Torwart Timo Horn kämpfen um den Ball. Foto: Ina Fassbender (dpa)

Einziger Trost für S04: In den letzten drei Jahren hatte es jeweils sogar bittere Heimpleiten gegen die Geißböcke gegeben - wenigstens dieses Schicksal blieb der Truppe von Domenico Tedesco diesmal erspart. Dennoch ärgerte sich der Trainer nach der Partie zurecht über zwei unnötig verlorene Zähler, die Schalke zum einzigen ernsthaften Verfolger der erneut schier übermächtigen Bayern hätten werden lassen.

Aber alles Wenn und Aber nützte nichts: Gerade die zweite Halbzeit offenbarte doch recht gnadenlos die Schwächen der in dieser Saison bisher so konstant auftretenden Schalker - in der Hintermannschaft leistete man sich so manchen Tiefschlaf-Moment, was Köln zumindest zweimal eiskalt ausnutzen konnte.

Ob die Kölner Treffer durch Sehrou Guirassy in der 50. und in der 77. Minute per Handelfmeter die Diskussionen um eine mögliche Beurlaubung ihres in die Kritik geratenen Trainers Peter Stöger vorerst verstummen lassen, ist dennoch völlig offen. Für Schalke trafen Guido Burgstaller (36.) und Amine Harit (72.). In der Nachspielzeit sah Kölns Yuya Osako die Gelb-Rote Karte.

Um Stöger und einen neuen Manager in der Nachfolge von Jörg Schmadtke hatte es schon vor dem Anpfiff Spekulationen gegeben. Kölner Medien berichteten am Samstag von FC-Kontakten mit dem gebürtigen Kölner Markus Anfang, Coach von Zweitliga-Tabellenführer Holstein Kiel. Der wich im TV-Sender Sky allen Fragen aus. In Sachen Geschäftsführer Sport soll der ehemalige HSV-Vorstandschef und frühere FC-Profi Dietmar Beiersdorfer einer der Kandidaten sein, nachdem die Unterredungen mit Hannovers Horst Heldt abgebrochen wurden.

Stögers Anspannung war groß, auch wegen der enormen Personalnot: Zehn Spieler standen ihm vor 61.761 Zuschauern in der ausverkauften Arena nicht zur Verfügung. Die Königsblauen agierten eine Woche nach dem gefühlten Sieg beim 4:4 nach 0:4-Rückstand in Dortmund fast nur nach vorn. Burgstallers Lupfer über Timo Horn hinweg landete an der Querlatte (7.).

Etwas Außergewöhnliches müsse her, hatte Stöger im Vorfeld des Spiels geäußert. Yuya Osako deutete bei einem guten Angriff an, dass die kämpferischen Rheinländer nichts preisgeben wollten. Doch der Japaner wurde in aussichtsreicher Position von Schalke-Schlussmann Ralf Fährmann gestoppt (11.). Bis zu Burgstallers 1:0 nach Vorarbeit von Daniel Caligiuri konnte Köln die Begegnung ausgeglichen gestalten. Doch nach der Führung hatten Bastian Oczipka, Naldo und Jewgeni Konopljanka binnen Minuten drei weitere Top-Möglichkeiten für S04.

Zu Beginn der zweiten 45 Minuten musste Stöger wechseln. Für den angeschlagenen Defensivmann Jorge Meré kam Yann Aurel Bisseck drei Tage nach seinem 17. Geburtstag zum zweiten Erstligaeinsatz. Fünf Minuten später fiel durch den Franzosen Guirassy das überraschende 1:1 - der FC schöpfte gegen nicht mehr so druckvolle Schalker Mut. In der turbulenten Schlussphase erzielte Harit das 2:1, ehe Guirassy nach Videobeweis einen Handelfmeter zum 2:2 verwandelte.
1 KOMMENTAR
03.12.17 09:58

Handelfmeter

von Berufskritiker

Den Handelfmeterkann man als Wiedergutmachung der Video Assistenten für vorausgegangene Entscheidungen gegen den 1.FC Köln sehen.

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AUTOR
Oliver Prause und dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    2. Dezember 2017, 11:26 Uhr
    Aktualisiert:
    9. Januar 2018, 03:33 Uhr