Verletzung an der Wade: Harit beweist sein Kämpferherz

Gelsenkirchen Als Amine Harit im Revierderby, von zwei Betreuern gestützt, humpelnd das Spielfeld verließ, schien klar: Schalke muss das Revierderby mit zehn Spielern beenden, weil Trainer Domenico Tedesco schon dreimal ausgewechselt hatte. Doch der marokkanische Nationalspieler bewies beim denkwürdigen 4:4 sein großes Kämpferherz und kehrte nach längerer Behandlung ins Spiel zurück.

  • FC Schalke 04

    Schalkes marokkanischer Angreifer Amine Harit (Mitte). Foto: Ina Fassbender (dpa)

Auch dieser Einsatz war ein Indiz dafür, wie groß die Schalker Motivation war, ein verloren geglaubtes Spiel noch zu drehen. „Ich konnte nicht mehr viel laufen, aber ich wollte der Mannschaft unbedingt helfen und weiter auf dem Platz stehen“, sagte der 20-Jährige und konnte schon wieder lächeln.

Harit musste einiges einstecken. Pierre-Emerick Aubameyang sah nach Foul am flinken Schalker Angreifer die Gelb-Rot-Karte und auch die Attacke von Gonzalo Castro hätte unangenehme Folgen für den Dortmunder Mittelfeldspieler haben können. „Da kann man nicht Rot zeigen, da muss man Rot zeigen“, sagte Schalke-Manager Christian Heidel und stand mit dieser Meinung nicht allein.

Für den tapferen Harit gab es ein Sonderlob von Tedesco: „Kompliment an Amine. Er hat uns enorm weitergeholfen.“ Harit gelang zum Beispiel der enorm wichtige Anschlusstreffer zum 2:4, der die Königsblauen beflügelte und ein wesentlicher Faktor für die erfolgreiche Aufholjagd und die weiteren Treffer von Caligiuri und Naldo war.

Harit geht davon aus, dass er im nächsten Bundesligaspiel gegen den 1. FC Köln wieder zur Verfügung steht. Dann soll die starke Wadenprellung auskuriert sein.

Christian Heidel schwärmte von der Einstellung der Mannschaft: „Die Jungs sind Mentalitätsmonster. Das ist ein verschworener Haufen. Wenn wir mal mit 0:2 in Rückstand geraten, wird niemand in der Mannschaft das Gefühl haben, wir können das Spiel nicht mehr drehen“, so der Schalker Manager, der den Ausgleich von Naldo in der Nachspielzeit vorausgesagt hatte.

Mindestens genau so groß war die Begeisterung von Clemens Tönnies. Der Schalke-Boss hatte das Derby wie immer im S04-Fanblock verfolgt. Nach dem Schlusspfiff schwebte der 61-Jährige sozusagen durch die Katakomben des Signal Iduna Parks. „Das war mein 50. Derby. Und das war nun wirklich das verrückteste!“, jubelte Tönnies.
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

?

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar.)
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschließen.
Um sich registrieren zu können, müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort und Ihre E-Mail-Adresse mitteilen.



ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    27. November 2017, 09:10 Uhr
    Aktualisiert:
    1. Januar 2018, 03:33 Uhr