Viele Enttäuschungen: Bentaleb nutzt seine Chance nicht

GELSENKIRCHEN. Endlich durfte er spielen – und enttäuschte auf der ganzen Linie. Nabil Bentaleb durfte im Jahr 2018 nach seiner Schambeinentzündung noch keine Minute auf dem Platz mitwirken. Gegen Bremen erhielt er seine Chance, aber er nutzte sie nicht.

  • Schalkes Bentaleb und Bremens Gondorf

    Schalkes Nabil Bentaleb und Bremens Jérome Gondorf (r) im Zweikampf. Foto: Ina Fassbender

Um es vorsichtig zu formulieren: Der Algerier spielte sehr, sehr unauffällig. Kreative Momente, die den Mittelfeldspieler auszeichnen, blieb der 23-Jährige ebenso schuldig wie eine geordnete Spieleröffnung. In dieser Verfassung ist Bentaleb für Schalke keine Verstärkung, obwohl er sich schon im Wintertrainingslager in Spanien bei „200 Prozent“ wähnte.

Trainer Domenico Tedesco nahm den Mittelfeldakteur in Schutz. „Wir machen ihm keinen Druck. Er ist ein sehr junger Spieler, der lange verletzt war. Nabil hat im Training Ausrufezeichen gesetzt. Deshalb hatte er sich einen Einsatz verdient.“

Nach 45 Minuten ist Schluss

Doch bereits nach 45 Minuten musste Bentaleb seinem Mittelfeldkollegen Leon Goretzka Platz machen. Dass der Nationalspieler erst nach dem Seitenwechsel ran durfte, begründete der Schalker Trainer plausibel: „Leon konnte zuletzt nur wenig trainieren. Sein Einsatz in der Startelf wäre gegenüber den anderen Spielern kein gutes Zeichen gewesen.“

Aber war es von Tedesco ein Erfolg versprechendes Zeichen, wieder auf Franco Di Santo im Angriff zu setzen? So diszipliniert und läuferisch engagiert der Argentinier auch gegen Bremen spielte, er strahlt einfach keine Torgefahr aus. Wie sein Schussversuch in der zweiten Halbzeit fast an der Eckfahne landete, das löste bei vielen Zuschauern mitleidige Blicke aus.

Schwarzer Tag

Negativ überrascht waren die Schalker Anhänger hingegen von der schwachen Leistung des bisher sehr zuverlässigen Matija Nastasic. Der Serbe leistete sich viele größere und kleinere Fouls, bis ihn Schiedsrichter Guido Winkmann nach einer Attacke an Ishak Belfodil in der 78. Minute vom Platz stellte. Zuvor hatte Nastasic in der ersten Halbzeit nach Foul an Max Kruse bereits Gelb gesehen. Trainer Tedesco sah jedoch keine Veranlassung, den Abwehrspieler vorzeitig auszutauschen.
Abwehrchef Naldo, der erneut eine starke Leistung zeigte, machte aus seiner Enttäuschung über den Spielverlauf keinen Hehl, stellte aber auch fest: „In der zweiten Halbzeit hatten wir alles im Griff, aber wir müssen die Konter eiskalter ausspielen und kompakt bleiben, auch in Unterzahl.“
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AUTOR
Norbert Neubaum und Frank Leszinski
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    5. Februar 2018, 05:21 Uhr
    Aktualisiert:
    5. Februar 2018, 12:10 Uhr