Prozess am Landgericht Essen: Schulhof-Bluttat: Opfer war völlig ahnungslos

Essen/Dorsten Der beinahe tödliche Messerangriff auf dem Schulhof der Dorstener Pestalozzi-Schule muss für das 17-jährige Opfer völlig überraschend gekommen sein. Sie hat den Täter offenbar geliebt. Das berichtete eine ihrer besten Freundinnen am Montag vor dem Essener Landgericht.

"Sie war hin und weg", sagte die Zeugin den Richtern. "Ich glaube, sie war richtig verliebt." Es hatte auch schon einen Kuss gegeben. Und Liebesbeteuerungen übers Handy. Deshalb habe sie auch nie gedacht, dass ihr bei dem Treffen am Abend des 4. September 2017 etwas passieren könnte. "Sie hatte keine Angst vor ihm", sagte die Zeugin den Richtern. "Sie hat mir gesagt, dass er ihr nie etwas antun würde."

Vorbestrafter Angeklagter

Dabei sei die Verabredung zu dem späten Treffen auf dem Schulhof schon ein bisschen fordernd gewesen. Außerdem sei ja bekannt gewesen, dass der Angeklagte wegen Raubtaten schon im Gefängnis gesessen habe. "Ich habe deshalb angeboten, mit zu dem Treffen zu kommen", sagte die Freundin des späteren Opfers. "Aber sie hat das nicht gewollt." Daraufhin habe sie sich dann auch keine Gedanken mehr gemacht. "Sie war ja immer glücklich und fröhlich, wenn sie über ihn geredet hat."

Angriff überlebt

Heute kann die 17-jährige Dorstenerin froh sein, dass sie das Schulhof-Treffen und den Messerangriff überlebt hat. Ihr Leben konnte nur durch Not-Operationen gerettet werden. Die Narben in ihrem Gesicht sind immer noch zu erkennen.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten einen gemeinschaftlichen Mordversuch vor. Die 27-jährige Frau soll die Tat geplant, ihr mitangeklagter 20-jähriger Freund soll sie ausgeführt haben. Der Prozess wird fortgesetzt.