Kanal-Erneuerung: "Knöchel" wird heute bis Juni voll gesperrt

HERTEN Die Kanalisation in der Straße „Über den Knöchel“ ist 98 Jahre alt und ziemlich marode. Die Erneuerung war eigentlich für das Jahr 2019 geplant. „Doch es ist Gefahr in Verzug“, betont Stadtbaurat Christoph Heidenreich. In der Fahrbahndecke, die der Kreis Recklinghausen 2011 erneuert hatte, haben sich Risse und Mulden gebildet.

  • Kanal-Erneuerung Über den Knöchel

Heidenreich erklärt, dass bereits unterirdische Hohlräume entstanden sind, die im schlimmsten Fall zum Einbrechen der Straße führen können. Am heutigen Dienstag beginnt daher die Erneuerung des Kanals.
Es ist auch deshalb Eile geboten, weil die Emschergenossenschaft ab 30. Oktober Großbaustellen in der Kaiserstraße plant (die Hertener Allgemeine berichtete). „Knöchel und Kaiserstraße zeitgleich sperren – das geht nicht“, so Heidenreich.

Im Folgenden werden wichtige Fragen zu der neuen Baustelle beantwortet:

Was genau wird gemacht?
Der „Knöchel“ wird auf 240 Meter Länge zwischen Eschenweg und Uferstraße aufgegraben. Die maroden Betonrohre werden durch Kunststoffrohre mit etwa 30 bis 40 Zentimetern Durchmesser ersetzt.

Wie gestaltet sich der Ablauf?
Die Vollsperrung erfolgt heute, 6. Februar, um ca. 11 Uhr. Der morgendliche Berufsverkehr kommt also noch einmal durch. Die eigentliche Baustelle, die immer einen Bereich von etwa 40 Metern umfassen wird, beginnt an der Uferstraße und wandert in Richtung Eschenweg. Zum Abschluss wird der gesamte Bereich „in einem Rutsch“ asphaltiert. Im Juni soll alles fertig sein.

Was bedeutet das für den Verkehr?
Das Kanalrohr liegt mitten in der Straße. Es ist daher nicht möglich, den Verkehr einspurig am Rand vorbeizuführen. Somit muss der gesamte Durchgangsverkehr umgeleitet werden. Die offizielle Umleitung führt über die Feldstraße bis zur Westerholter Straße und dann über den Zubringer L 511. Damit die Kreuzung an der früheren Lutherkirche („Blechecke“) den zusätzlichen Verkehr einigermaßen verkraften kann, wird die Ampelanlage dort umprogrammiert.

Das Copa Ca Backum wird nur noch aus Richtung Disteln/Scherlebeck zu erreichen sein.

Die Seniorenwohnanlage „Carpe Diem“ bleibt von der Feldstraße aus erreichbar. Aber direkt hinter der Zufahrt wird der Eschenweg gesperrt (siehe Grafik).

Die Einmündung Uferstraße / Über den Knöchel bleibt ausschließlich für Linienbusse und Rettungsfahrzeuge geöffnet (siehe Grafik).

Was passiert mit den Bussen der Vestischen?
Die Busse der Linien 214, 224 und NE9 werden über Uferstraße und Kaiserstraße umgeleitet. Die Haltestelle „Uferstraße“ wird aufgehoben. Stattdessen können Fahrgäste die Haltestelle „Copa Ca Backum“ nutzen.

Was bedeutet die Baustelle für die Anwohner?
Anwohner können bis zur Baugrube in den Baustellenbereich hineinfahren und ihre Grundstücke erreichen. Allerdings: In den 40 Meter langen Abschnitten, in denen sich die Grube befindet, sind auch die Grundstücke jeweils etwa 14 Tage lang nicht mit Autos erreichbar.

Was ist mit Fußgängern und Radfahrern?
Die Fuß- und Radwege bleiben vom Grundsatz her bestehen – auf einer Straßenseite aber deutlich verengt, da eine Notfall-Gasse eingerichtet wird.

Was hat es mit dieser Notfall-Gasse auf sich?
Der „Knöchel“ ist für Feuerwehr und Rettungsdienst eine sehr wichtige Straße, um innerhalb der gesetzlichen Fristen die nördlichen Hertener Stadtteile zu erreichen. Neben der Baustelle wird daher zu jederzeit eine schmale Gasse für Einsatzfahrzeuge freigehalten.

Wurden Alternativen zur  Vollsperrung geprüft?
!a – aber alle verworfen. Eine einzelne Fahrspur neben der Baugrube aufrecht zu erhalten, hätte wegen des geringen Platzangebotes die Arbeiten deutlich erschwert und das Unfallrisiko für Arbeiter und Autofahrer erhöht. Geprüft wurde auch, die Arbeiten nachts zu erledigen. Das hätte aber zu einer erheblichen Lärmbelästigung in der Nacht sowie zu einer deutlich längeren Bauzeit und höheren Kosten geführt.
 
5 KOMMENTARE
16.04.18 16:57

Top Unternehmen

von Shadow.ger

Mit der Durchführung dieser Baumaßnahme scheint die Stadt einen Glücksgriff getan zu haben, die Firma arbeitet mehr als zügig und deren Mitarbeiter vor Ort sind sehr hilfsbereit gegenüber den Anwohnern, wenns so weitergeht wird die Baumaßnahme Knöchel im Gegensatz zu manch anderer in Herten wohl mehr als pünktlch bendet sein.

06.02.18 09:50

Was muss das muss... Aber mit Verstand

von storm-nrw

Ich kann durchaus verstehen, dass die Leitung saniert werden muss. Was ich nicht verstehe, dass dies mit einer Vollsperrung über Wochen und Monate hinweg passieren muss.

Von Grundstücksgrenze zu Grundstücksgrenze sind es in dem Bereich etwa 20m. Da einen Fahrstreifen (evtl. unter Einbeziehung der Fahrradwege) wäre -wenn man es wünscht- sicher möglich gewesen. Aber vielleicht nicht die "billigste" Lösung. Die einfache und billigere Lösung ist tausende Menschen ins Chaos zu stürzen.

Und die beste Idee ist dann direkt noch eine zweite Wahnsinns-Baustelle in Herten-Süd anzufangen (Gelenkirchener-/Ewaldstraße), damit die Pendler auch noch ein bisschen mehr Spaß an der Sache haben.

Bitte liebe Stadtverwaltung richtet doch noch zeitgleich je eine Baustelle auf Feld- und Kaiserstraße ein... Da geht noch was... Zumal das Ausweichen auf die A43 im Moment auch eine gute Idee ist.

04.02.18 08:24

Verwaltung nicht lernfähig

von Shadow.ger

Das übliche also, man fängt mitten im Winter solch eine Baustelle an, träumt dann von Fertigstellung Juni und glaubt allen Ernstes das der Winter und die damit einhergehenden Behinderungen keinerlei Auswirkungen auf die Dauer haben.
Die Arschkarte haben dann natürlich wieder die Anreiner, aber das scheint diese Schreitischtäter in der Verwaltung Null zu berühren

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