Nach Schüssen: Plüsch-Panther-Radler schweigt weiter

MARL Der skurrile Polizeieinsatz an der A 52, bei dem am Mittwoch ein flüchtiger Radfahrer mit einem großen Plüschtier auf dem Rücken von einem Polizisten angeschossen wurde, sorgt bundesweit für Schlagzeilen.

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  • Polizeieinsatz A52

    Dieses Stofftier hatte der Essener bei sich. Foto Amerongen Foto: Werner Amerongen

  • Foto vom Tatort nach dem SEK-Einsatz. Foto: Werner Amerongen

  • Polizeieinsatz A52

    Am Mittwochabend wurde ein flüchtiger Mann an der Altendorfer Straße in Marl von der Polizei angeschossen. Foto Amerongen Foto: Werner Amerongen

Großeinsatz in Marl-Frentrop from cityInfo.TV on Vimeo.

AKTUALISIERT, 17. März  14:35 Uhr

In der Pressestelle des Polizeipräsidiums Bochum, das die Ermittlungen übernommen hat, steht das Telefon nicht still. „Ich muss noch 27 Medienanfragen aus ganz Deutschland abarbeiten. Dieser Fall beschäftigt uns den gesamten Tag“, sagt Polizeisprecher Volker Schütte am Freitagmittag im Gespräch mit unserer Redaktion.
Gerätselt wird nach wie vor darüber, warum der Mann auf der Autobahn radelte und einen ein Meter großen schwarzen Plüsch-Panther dabei hatte. Und warum trugen sowohl der Radler als auch sein Stofftier eine Maske? Polizeisprecher Volker Schütte weiß darauf noch keine Antwort: „Der Mann hat mit uns noch kein einziges Wort gesprochen. Der Panther aber war ihm wohl sehr wertvoll.“

Erfahrener Beamter

Bei dem Beamten, der den Schuss abfeuerte, handelt es sich nach Angaben des Sprechers um einen über 50 Jahre alten, erfahrenen Kollegen, der entgegen anderslautender Meldungen nicht suspendiert sei.

Nach Erkenntnissen der Polizei hatte der Mann auch ein etwa ein Meter großes Stofftier auf dem Rücken, das zudem eine Kindermaske trug.

„Wir hatten mehrere Hinweise von Pkw- und Lkw-Fahrern auf den Mann, der auf der Autobahn nicht zu übersehen war“, sagt Volker Schütte, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Bochum.

Flucht in Richtung Altendorfer Straße

Als eine Streifenwagenbesatzung der Autobahnpolizei den Flüchtigen kontrollieren wollte, sprang der Mann über die Leitplanke und flüchtete zu Fuß über ein Feld in Richtung Altendorfer Straße. In dieser Situation soll der Flüchtige dann augenscheinlich mit einer Waffe auf seinen Verfolger gezielt haben, worauf der Polizeibeamte dem Mann ins Bein schoss.

Weil sich der Mann nicht ergeben habe und auch nicht zu erkennen gewesen sei, was er unter seinem Körper trug, sei ein Sondereinsatzkommando (SEK) alarmiert worden, das dann die gesicherte Festnahme des Mannes vornahm, so der Polizeisprecher im Gespräch mit unserer Redaktion. Was der Flüchtige tatsächlich in der Hand hielt, dazu wollte der Sprecher am Donnerstag keine Angaben machen.

Die Ermittlungen dauern an.
 

Die Lage am Abend und  in der Nacht

Unterstützt wurden die Beamten vor Ort von einem Spezialeinsatzkommando (SEK). Die Polizei hatte die Autobahn 52 während des Einsatzes im Bereich Frentrop an der Stadtgrenze Marl/Dorsten gesperrt. Nach ersten Hinweisen wurde gegen 17.30 Uhr eine Person auf der Autobahn A52 gesehen, die mit dem Fahrrad in Richtung Haltern am See unterwegs war.

Als die ersten Polizeibeamten eintrafen, um den Radler zu stellen, floh die Person über die Leitplanke auf ein Feld in Richtung Altendorfer Straße. Im Rahmen der Fahndung wurde der Flüchtige von einem Schuss getroffen und verletzt. Der Verletzte soll ansprechbar gewesen sein. Er wurde vor Ort medizinisch versorgt und anschließend in ein Krankenhaus gebracht.

Am Tatort waren am späten Abend noch die Spuren des Einsatzes zu sehen: Schuhe der angeschossenen Person lagen auf dem Boden, ebenso eine weiße Maske sowie ein schwarzes Stofftier.

Die Polizei hat zur Aufklärung des Sachverhaltes eine Ermittlungskommission gebildet. Auch die Staatsanwaltschaft Essen wurde eingeschaltet. Die Ermittlungen dauern an. Heute soll es eine Stellungnahme geben.
22 KOMMENTARE
18.03.17 14:52

@Gugel

War schon klar. Aber warum wird dann nicht mal gesagt, ob was gefunden wurde oder eben nicht. Wenn der Mann nicht durchgedreht war (wegen der Netiquette drücke ich mich mal vorsichtig aus ), muss dieses Ding doch irgendeine Bewandniss haben.

18.03.17 14:03

Mein Gott...

was für unqualifizierte Kommentare!
Wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind, werden wir schon erfahren, was da wirklich los war.
Bei völliger Unwissenheit die Polizei und andere Behörden so negativ und voreingenommen zu beurteilen ist echt unmöglich!
Sollten die Behörden falsch oder übertrieben gehandelt haben, wird das mit Sicherheit angemessene Konsequenzen haben.
Sollte sich aber herausstellen, dass es gute Gründe gab so zu handeln, müssten sich hier einige Kommentatoren entschuldigen.
Warum fährt jemand mit dem Rad auf der Autobahn und flüchtet dann vor der Polizei? Bestimmt nicht, weil er nur Gutes im Schilde führt. Und wenn ein Flüchtiger in seine Tasche greift, um möglicherweise eine Waffe zu ziehen, sollte jeder Polizist höchst aufmerksam sein. Der Selbstschutz steht hier an erster Stelle! Das sollte jedem Flüchtigen klar sein!

In diesem Sinne: erst informieren und dann mit Argumenten kommentieren.

18.03.17 08:30

Nie sind die Menschen zufrieden!

Ich habe das Gefühl, die Polizei kann machen was sie will, es gibt ständig Nörgeler. Finden alles Schreiber, die meckern, das normal, wie dieser Mensch mit einem Fahrrad mit maskiertem Panther über die Autobahn gefahren ist? Ich finde das sehr betremdlich.

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