Zeitspiel

1. August 1956: BVB-Premiere gegen Spora Luxemburg unter skurrilen Umständen

Borussia Dortmund bestreitet am 1. August 1956 das erste Europapokal-Spiel der Vereinsgeschichte. Es ist ein historischer BVB-Moment - mit einem skurrilen Nachtrag. Unser Zeitspiel.
Treffsicher gegen Spora Luxemburg: Adi Preißler. © imago / Horstmüller

Der 1. August 1956 war für Borussia Dortmund von besonderer Bedeutung. Vor 20.000 Besuchern im Stadion Rote Erde begann die Europapokal-Geschichte des BVB, die bis heute als Höhepunkte zwei Europacup-Siege (1966, 1997) aufweist.

Die BVB-Fans im Stadion Rote Erde sind von den Socken

Der Gegner an diesem Mittwochabend hörte auf einen wenig klangvollen Namen. Aber: „Dieses Vorspiel um die Qualifikation zum Europapokal am ersten Tag der neuen Spielzeit bereicherte unsere Kenntnis von einer – im Verborgenen blühenden – erstklassigen Mannschaft. Spora aus der Hauptstadt des 300.000 Bewohner zählenden Großherzogtums Luxemburg überraschte uns durch ein brillantes Spiel“. So hieß es in der BVB-Vereinszeitschrift.

In der Tat waren alle Fans im Stadion von den sprichwörtlichen Socken, dass der krasse Außenseiter zur Pause mit 2:1 führte. Und das, obwohl die Schwarzgelben in exakt der Aufstellung antraten, die kurz zuvor Deutscher Meister geworden war. Immerhin drehte Dortmund die Partie im zweiten Durchgang – nach 90 Minuten stand es nach Toren von Bracht, Niepieklo und Preißler (2) 4:3 für den BVB. Helmut „Jockel“ Bracht hatte das erste Tor in einem Europapokalwettbewerb für den BVB erzielt.

BVB erlebt in Luxemburg eine unliebsame Überraschung

Beim Rückspiel in Luxemburg erlebte der BVB eine unliebsame Überraschung: Ersatzgeschwächt unterlag er mit 1:2. Skurril: Noch am Tage zuvor hatten die Borussen in Köln zu spielen. Dieses Meisterschaftsspiel der Oberliga West gewannen sie nach rasantem Verlauf mit 4:3. Nur 24 Stunden später mussten sie erneut auflaufen. Borussia spielte technisch besser, Spora hielt mit unbändiger Kampfkraft dagegen. Das Endergebnis – den BVB-Treffer erzielte Adi Preißler – stand schon zur Halbzeit fest. Also musste zehn Tage später ein drittes und damit entscheidendes Match her. Jetzt zeigte der Deutsche Meister seine wahre Klasse und entzauberte den Fußballzwerg mit 7:0.

Die Auslosung der UEFA bescherte dem BVB anschließend ein Kontrastprogramm. Manchester United hieß der nächste Gegner, die legendäre Mannschaft von Trainer Matt Busby. Neben Real Madrid die beste Mannschaft Europas. Das brachte großen Fußball nach Dortmund.

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