Borussia Dortmund

BVB-Torhüter Kobel will „am besten einen Titel“ – und von den Frauen lernen

Torhüter Gregor Kobel hat mit Borussia Dortmund Großes vor. Er lobt die fußballbegeisterte Atmosphäre in der Stadt – und will von den BVB-Frauenfußballerinnen lernen.
BVB-Torhüter Gregor Kobel auf dem Weg zum Training.
Will mit dem BVB Titel gewinnen: Torhüter Gregor Kobel. © Groeger

Diese Statistik konnte auch der sonst so reflexstarke Gregor Kobel nicht parieren. Bei 111:2 Toren steht das Torverhältnis von Borussia Dortmunds Frauenfußballerinnen. „Da“, sagt der Schlussmann der Profis, „können wir uns eine Scheibe abschneiden.“

BVB-Torhüter Gregor Kobel sieht positive Entwicklung

Kobel habe 40 Tore mehr eingeschenkt bekommen, servierte Moderator Nobby Dickel dem Schweizer Schlussmann bei „Brinkhoff’s Ballgeflüster“ reinen Wein ein. Die ausbaufähige Dichtigkeit der Dortmunder Defensive war aber nur ein Thema des kurzweiligen Talks. Und selbst da sieht Kobel Besserung in Sicht. „42 Gegentore sind natürlich zu viel, ich möchte so wenig zulassen wie möglich“, sagt der 24-Jährige. „Wir haben uns in der Rückrunde gesteigert, häufiger zu Null gespielt. Das entwickelt sich positiv.“

Sofort Führungsspieler beim BVB: Gregor Kobel. © dpa

Wie schnell Kobel als neue Nummer eins bei den BVB-Fans Vertrauen und Zuneigung bekommen habe, hob Dickel hervor. Als Keeper sei der Neuzugang seit dem Sommer sofort „zu einer Säule“ der Mannschaft geworden – da musste auch der 1,94 Meter große Torhüter grinsen. Die fußballbegeisterte Atmosphäre in Dortmund habe ihn direkt gepackt, sagte er vor rund 250 Gästen im Brauturm des U. „Es macht was mit dir, wenn du nach Dortmund kommst. Du merkst sofort, für was und für wen du hier spielst.“ Jeder im Kader wolle seinen Beitrag leisten und einen Teil der Geschichte des BVB mitschreiben, „am besten mit einem Titel. Das ist das große Ziel, dafür stehen wir jeden Tag auf und gehen raus auf den Platz an die Arbeit.“

BVB-Torhüter Kobel: „Dann gibt mir das nochmal einen extra Push“

Mit der Rückkehr der Fans hat Kobel einen der privilegiertesten Arbeitsplätze in Fußball-Deutschland. Trotz des schlechten Spiels gegen RB Leipzig (1:4) fand Kobel die Stimmung „Hammer“. Er habe dieses Brodeln und Vibrieren tief in sich aufgesaugt, er möge den Austausch mit den Fans. „Und wenn das Geschrei von allen Seiten kommt, dann gibt mir das nochmal einen extra Push.“

Auch Schauspieler und BVB-Edelfan Joachim Król würdigte die Südtribüne als „Herz und Leber“ der Borussia. Im neu eröffneten Borusseum hat der 64-Jährige eine ganze Reihe historischer Videos mit seinen Reportagen unterlegt und in seine markante Stimme „nicht zu wenig Pathos“ hineingelegt. Wie viele schwarzgelbe Fans lechzte er nach zwei Jahren Unterbrechung danach, endlich wieder in einen ausverkauften Signal Iduna Park zu gehen. Zwischenzeitlich habe er zuhause auf der Terrasse in Köln die Nachbarschaft lautstark „informiert“, wie es um seinen Herzensverein bestellt sei. Der Versuch, einen Fahnenmast mit BVB-Flagge aufzustellen, scheiterte hingegen am Einspruch seiner Frau.

Weitere BVB-Frauenteams könnten bald folgen

Überaus erfolgreicher läuft das Projekt Frauenfußball. Abteilungsleiterin Svenja Schlenker freute sich über den sportlich gelungenen Start und den Zuspruch, den die Mannschaft bekäme. Sie verwies auf den dritthöchsten Zuschauerschnitt im deutschen Frauenfußball, „und das in der Kreisliga“. Weitere Teams könnten bald folgen, „da sieht es gut aus“, verriet sie. Und wo stehen die Frauenfußballerinnen in zehn Jahren? „Ganz oben!“, hofft Schlenker, „wir kommen aus einer Arbeiterregion, wir krempeln die Ärmel hoch und kämpfen uns bis nach ganz oben.“

Dann lässt sich das Torverhältnis mit den Profis vielleicht auch ernsthafter vergleichen.

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