Nationalmannschaft

Der Knie-Fall Mats Hummels: Löw gibt Entwarnung beim BVB-Star

BVB-Abwehrchef Mats Hummels plagen weiterhin Schmerzen im Knie. Bundestrainer Joachim Löw gibt jedoch Entwarnung. Emre Can hat bei der EM hingegen ein anderes Problem.
BVB-Profi Mats Hummels überzeugt bislang bei der EM. © imago / ActionPictures

Mit einem Eisbeutel kühlte Mats Hummels das schmerzhafte linke Knie. Nach einer Stunde, beim Stand von 4:1 der DFB-Elf gegen Portugal, signalisierte der Dortmunder dem Bundestrainer: Bitte auswechseln! Auf der Bank machte er sich dann an die Erstversorgung der Blessur.

BVB-Profi Hummels plagen seit Monaten Probleme mit der Patellasehne

Wie zuvor im Testspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Dänemark (1:1) plagte den Abwehrchef die Patellasehne. Eine Problemstelle, die Hummels seit Monaten Sorgen bereitet. Auch beim BVB musste er phasenweise kürzertreten, wenn die Probleme akut wurden. Gegen die Dänen vor zwei Wochen biss sich der Weltmeister von 2014 durch. Gegen die Portugiesen ließ er Vorsicht walten. „Er hat die Patellasehne wieder gespürt“, erklärte Löw die Auswechslung. Für Hummels rückte zunächst der eingewechselte BVB- und DFB-Teamkollege Emre Can auf die mittlere Position in der deutschen Dreierkette, später Bayerns Niklas Süle.

Die Idealbesetzung für diese zentrale Rolle bleibt Hummels, der die Belastungen dosieren und in seinen Körper hineinhorchen muss. Als gewissenhafter Profi nimmt sich der 32-Jährige viel Zeit für die Pflege sowie die Vor- und Nachbereitung bei Training und Spielen. Bislang kommt er damit durch. Für die Organisation und die Stabilität im deutschen Deckungsverband ist er als Führungskraft maßgeblich.

Hummels überzeugt bisher bei der EM im DFB-Team

Nach der Partie hoffte Löw, auch im nächsten EM-Spiel wieder auf Hummels setzen zu können. „Ich glaube nicht, dass es dramatisch ist. Das sollten wir hinbekommen bis nächste Woche.“ Am Mittwoch (21 Uhr) trifft die DFB-Auswahl auf Ungarn und kämpft um die Qualifikation für das Achtelfinale.

Rückkehrer Hummels überzeugte bisher in beiden EM-Partien. Wäre da nicht das unglückliche Eigentor gegen Frankreich gewesen, das zum 0:1 und zur Niederlage führte. An diesem Missgeschick war ihm allerdings nur so begrenzt eine Schuld zuzuweisen wie seinem Dortmunder Mitspieler Raphael Guerreiro. Der Linksverteidiger traf am Samstag zum zwischenzeitlichen 2:1 ins eigene Tor. Eine ärgerliche Szene, ähnlich wie bei Hummels‘ Eigentor wollte Guerreiro in höchster Not vor dem einschussbereiten Gegenspieler klären und lenkte die Hereingabe, in diesem Fall von Joshua Kimmich, über die Linie.

BVB-Profi Can muss unter Löw um Einsatzzeiten kämpfen

Überhaupt erwischte Guerreiro einen schweren Stand und konnte die permanent in Überzahl und mit Tempo angreifenden Deutschen nur selten stoppen. Beim ersten Auftritt des amtierenden Europameisters hatte „Rapha“ sein Land beim 3:0 gegen die Ungarn in Führung gebracht. Zwei Eigentore – in dieser kuriosen Statistik führt nach den ersten Vorrundenspielen der Europameisterschaft Borussia Dortmund.

Während Hummels und Guerreiro in ihren Teams in der Startelf gesetzt sind, muss Emre Can um Einsatzzeit kämpfen. In den 30 Minuten gegen Portugal gelang ihm nur begrenzt Eigenwerbung. Mal sprang er unter einer Flanke her, dann verlor er mehrfach den Ballbesitz im Mittelfeld, weil er unpräzise passte oder unnötige Zweikämpfe suchte. Beim Pfostenschuss von Renato Sanches rückte er nach der kurz ausgeführten Ecke der Portugiesen etwas zu spät heraus. Löw würde sicherlich gerne weiter auf Hummels als Abwehrchef setzen.

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