Borussia Dortmund

Erster Pokalsieg muss weiter warten: BVB-U19 wacht gegen Stuttgart zu spät auf

Die BVB-U19 erlebt in Potsdam einen bitteren Pokalabend. Beim 1:3 im Finale gegen den VfB Stuttgart wachen die Dortmunder zu spät auf. Trainer Mike Tullberg legt den Finger in die Wunde.
Enttäuschte BVB-Spieler nach dem 1:3 gegen den VfB Stuttgart.
Enttäuschte BVB-Spieler nach dem 1:3 gegen den VfB Stuttgart. © Neundorf / Kirchner-Media

Als der Abpfiff ertönte und der Traum vom ersten großen Titel der Saison jäh geplatzt war, sank Julian Rijkhoff auf den Rasen. Ermüdet und enttäuscht. Mit 1:3 hatte Borussia Dortmunds U19 soeben das DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart verloren. Es war nicht das erste Mal an diesem Abend, dass einer der Protagonisten im Karl-Liebknecht-Stadion auf dem Boden landete, was durchaus Einfluss auf den Ausgang des Geschehens hatte.

Der BVB hat sich die Niederlage gegen Stuttgart selbst zuzuschreiben

Denn zum einen verwehrte Schiedsrichter Jarno Wienefeld den Dortmundern einen möglichen Strafstoß nach einem Foul von Marvin Schuster an Rijkhoff (40.) und zum anderen zeigte er nach einem Zupfer von Nnamdi Collins an Alexis Tibidi auf eben jenen Punkt – was zum 3:1 und damit zur endgültigen Entscheidung führte. Sowohl Rijkhoff als auch Tibidi waren auf dem Boden gelandet, nur die Beurteilung der Situation fiel anders aus.

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U19-Pokalfinale: VfB Stuttgart – BVB 3:1 (2:1)

Letztlich hatte sich der BVB die Niederlage gegen die Schwaben aber selbst zuzuschreiben. Weil die meisten Borussen nicht annähernd Normalform erreichten, weil die Mannschaft nicht als Einheit auftrat, weil sie defensive Anfälligkeiten offenbarte und offensiv zu wenig Ertrag zustande brachte.

Stuttgart stellt den BVB mit Umschaltsituationen vor Probleme

Beim BVB deuteten die zwei hochstehenden Außenverteidiger Tom Rothe und Lion Semic zwar auf eine offensive Ausrichtung hin. Die aber konnten die Schwarzgelben zunächst nicht mit Leben füllen. Bis auf einen Rijkhoff -Kopfball (12.) und einen direkt aufs Tor gezogenen Eckball von Jamie Bynoe-Gittens (22.) brachten sie nicht viel zustande. Der tiefstehende VfB machte es deutlich besser und stellte die Dortmunder mit schnellen Umschaltsituationen vor Probleme.

Zudem leistete der BVB auch wertvolle Schützenhilfe. Beim 1:0 für den VfB (24.) passte die Zuordnung nach einem Eckball überhaupt nicht, so dass Leon Reichardt unbedrängt zur Führung einköpfen konnte. „Den Eckball hätten wir schon galliger verteidigen können. Nach dem 0:1 haben wir den Faden verloren“, bemängelte NLZ-Direktor Lars Ricken. Auch vier Minuten später war der BVB von der Rolle. Der VfB stieß über die rechte Seite der Dortmunder vor, den ersten Versuch von Davino Knappe konnte Dortmunds Schlussmann Silas Ostrzinski noch vereiteln. Doch beim Schlenzer zum 2:0 (28.) von Nathan Winkler war er machtlos. Zwei Wirkungstreffer. BVB-Trainer Mike Tullberg, dessen Stimmbänder schon jetzt Schwerstarbeit verrichten mussten, schickte die gesamte Ersatzbank zum Aufwärmen.

Neue BVB-Hoffnung durch Rijkhoff kurz vor der Pause

Allmählich kamen die Borussen besser ins Spiel. Ein möglicher Elfmeterpfiff nach Foul an Rijkhoff blieb aus. Dennoch gelang dem Niederländer kurz darauf der wichtige Anschlusstreffer. Dennis Lütke-Frie spielte einen perfekten Pass in den Lauf Rijkhoffs, der umkurvte VfB-Keeper Werdich und markierte das 1:2 (43.). Das machte Hoffnung für den zweiten Durchgang.

Tullberg stellte nun auf eine Dreierkette um. Auch die Einwechslung des schnellen Samuel Bamba für Lion Semic gab dem BVB Auftrieb. Nun war ihm auch endlich anzumerken, dass er dieses Endspiel zu seinen Gunsten entscheiden wollte. Die Borussen erhöhten nun merklich den Druck, die Stuttgarter zogen sich noch tiefer zurück und beschränkten sich auf gelegentliche Ausflüge in die gegnerische Hälfte.

Der BVB-U19 fehlt gegen Stuttgart die Leichtigkeit

Trotzdem ging den Schwarzgelben die gewohnte Leichtigkeit ab. Tom Rothe (59.) scheiterte aus kurzer Distanz und nach einem Freistoß von Göktan Gürpüz per Kopfball an der Latte (75.). Wenig später stand Bynoe-Gittens auch noch der Pfosten im Weg. Die Zeit verstrich. Mit dem strittigen Elfmeter kurz vor Schluss von Thomas Kastanaras zum 3:1 (86.) war die Begegnung entschieden.

„Nach den ersten 20 Minuten musste ich den Jungs von außen sagen: Ihr müsst mal wach werden. Stuttgart hat nur auf Konter gespielt. In der Halbzeit habe ich gesagt, wir müssen unser wahres Gesicht zeigen. Die 30 Minuten nach der Halbzeit haben wir hervorragend gespielt. Aber unterm Strich haben wir den Gegner leider 40 Minuten eingeladen, das Spiel zu gewinnen“, so Tullberg.

BVB-U19: Ostrzinski – Semic (46. Bamba), Collins, Kleine-Bekel, Rothe – Lütke-Frie (72. Walz), Cisse (84. Mengot) – Bynoe-Gittens, Gürpüz – Fink, Rijkhoff

Tore: 0:1 Reichardt (24.), 0:2 Winkler (28.), 1:2 Rijkhoff (43.), 1:3 Kastanaras (86., Foulelfmeter)

VfB Stuttgart gegen BVB: Unser Live-Ticker zum Nachlesen

18.59 Uhr: Abpfiff in Potsdam. Die U19 von Borussia Dortmund muss weiter auf den ersten Pokalsieg der Vereinsgeschichte warten. Beim 1:3 gegen den VfB Stuttgart verschläft der BVB die ersten 35 Minuten und kassiert zwei Gegentreffer binnen vier Minuten. Nach dem Anschlusstreffer von Julian Rijkhoff keimt neue Hoffnung auf. Im zweiten Durchgang bleiben gute Chancen ungenutzt, ein strittiger Elfmeter sorgt für die 86. Minute für die Entscheidung. Wir beenden unseren Live-Ticker an dieser Stelle. Bis zum nächsten Mal!

90. Minute: Die letzten Minuten laufen. Es gibt vier Minuten Nachspielzeit.

86. Minute: Elfmeter für den VfB Stuttgart! Eine strittige Entscheidung! Nnamdi Collins verfolgt den Richtung BVB-Tor laufenden Alexis Tibidi – und trifft den eingewechselten Stürmer leicht am Fuß. Dieser fällt und der Schiedsrichter zeigt auf den Punkt. Thomas Kastanaras verwandelt zum 3:1 für die Schwaben.

84. Minute: Der BVB muss jetzt ins Riskio gehen. Ayukayoh Mengot ersetzt Farou Cisse. Ein Offensiv- für einen Defensivspieler.

82. Minute: Die Uhr tickt gegen den BVB. Noch sind rund zehn Minuten zu spielen.

Prominenter Besuch beim U19-Pokalfinale: BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. © Neundorf / Kirchner-Media

78. Minute: Dortmund drückt auf den Ausgleich. Bynoe-Gittens schießt am linken Pfosten vorbei.

74. Minute: Der BVB hat binnen weniger Augenblicke zweimal den Ausgleich auf dem Fuß. Erst vergibt Bradley Fink per Kopf, dann schießt Nnamdi Collins drüber.

72. Minute: Trinkpause in Stuttgart. Das nutzt der BVB zu einem weiteren Wechsel. Vasco Walz ersetzt Dennis Lütke-Frie.

69. Minute: Eine weitere Ecke des BVB versandet. Die Dortmunder Standardsituationen sind bislang komplett harmlos.

65. Minute: Das Spiel wird ruppiger. Zwei Stuttgarter holen sich innerhalb einer Minute die Gelbe Karte ab.

63. Minute: Der BVB nimmt jetzt langsam wieder Fahrt auf. Wird auch Zeit.

59. Minute: Und plötzlich hat Tom Rothe nach Vorlage von Bynoe-Gittens den Ausgleich für den BVB auf dem Schlappen. Mit seinem schwächeren rechten Fuß schießt der 17-Jährige aus wenigen Metern deutlich übers Stuttgarter Tor.

52. Minute: Die Schwaben wirken auch zu Beginn des zweiten Durchgangs griffiger. Es mangelt weiterhin an Präzision im BVB-Offensivbereich.

48. Minute: Die nächste Chance für den VfB Stuttgart. Davino Knappe probiert es aus der Drehung. Knapp am langen Pfosten vorbei.

18.09 Uhr: Der zweite Durchgang läuft seit wenigen Sekunden. Der BVB hat einmal gewechselt: Für den enttäuschenden Semic ist nun Samuel Bamba dabei. Das führt zu einer taktischen Umstellung auf Dreier- bzw. Fünferkette.

45. Minute: Halbzeit in Berlin! Nach 45 Minuten führt der VfB Stuttgart verdient mit 2:1. Kurz vor der Halbzeit hatte Mattis Hoppe das 3:1 für die Schwaben auf den Fuß, schoss aber knapp daneben. Vom BVB muss im zweiten Durchgang in allen Bereichen mehr kommen. Hans-Joachim Watzke sprach im Halbzeit-Interview bei ProSieben von einer der schwächsten Leistungen dieser Saison. „Ich hoffe, dass wir das Ding noch drehen können. Wir müssen zulegen.“

Julian Rijkhoff (r.) bejubelt seinen BVB-Treffer gegen Stuttgart. © Neundorf / Kirchner-Media

43. Minute: TOOOOOOOOOOOOOOOOR für den BVB! Dortmund ist zurück im Spiel. Erst hat Stuttgart die Chance aufs 3:0, dann kontert die Borussia über Lütke-Frie, der Julian Rijkhoff in Szene setzt – der Niederländer schiebt zum Anschlusstreffer ein.

37. Minute: Mini-Chance für den BVB. Jamie Bynoe-Gittens zieht eine Ecke direkt aufs Stuttgarter Tor. Der Ball landet auf dem Netz.

32. Minute: Der BVB ist sichtlich geschockt vom Stuttgarter Doppelpack. Im Offensivspiel läuft seit dem ersten Gegentor kaum noch etwas zusammen.

28. Minute: TOOOOOOOOOOR für Stuttgart! Der BVB ist komplett von der Rolle. Auf der rechten Seite lassen sich Semic und Co. mit einem simplen Trick ausspielen, Torhüter Silas Ostrzinski kann zunächst klären – doch Nathan Winkler schlenzt das Leder aus gut 15 Metern zum 2:0 ins lange Eck.

Der VfB Stuttgart führt nach einem Doppelschlag mit 2:0 gegen den BVB. © Neundorf / Kirchner-Media

24. Minute: TOOOOOOOOOR für Stuttgart! Nach einer Ecke von der linken Seiten passt die Zuordnung in der BVB-Defensive so gar nicht. Leon Reichardt steht völlig frei und köpft zur VfB-Führung ein.

22. Minute: Die nächste Ecke für den BVB! Bynoe-Gittens bringt den Ball zentral vors Tor, doich VfB-Torhüter Tobias Werdich ist auf dem Posten.

20. Minute: Der BVB weiterhin mit mehr Ballbesitz. Die Ideen in der Offensive fehlen aber noch.

16. Minute: Erste Ecke für den BVB! Gürpüz bringt den Ball in die Mitte – aber die Stuttgarter sind auf dem Posten.

9. Minute: Der BVB hat in den ersten Minuten etwas mehr Ballbesitz. Auf die erste Chance müssen wir aber noch warten.

7. Minute: Langer Ball auf Göktan Gürpüz – doch der Mittelfeldspieler steht knapp im Abseits.

4. Minute: Nervöser Beginn beider Teams mit vielen Ballverlusten im Mittelfeld.

17.06 Uhr: In Berlin rollt der Ball.

Das Objekt der Begierde: der DFB-Pokal. © Neundorf / Kirchner-Media

17.01 Uhr: Mit leichter Verspätung betreten die beiden Mannschaften den Platz. Es läuft die deutsche Nationalhymne. Anschließend schwört BVB-Kapitän Dennis Lütke-Frie seine Mannschaft im Kreis auf das Finale ein.


16.51 Uhr:
BVB-Trainer Mike Tullberg sagt bei Sky: „Wir nehmen die Favoritenrolle an, aber ich sehe uns nicht als Favoriten. Es wird ein Spiel auf Augenhöhe.“


16.40 Uhr:
Der BVB startet mit der zu erwartenden Aufstellung ins Finale. Kleine Überraschung: Farouk Cisse erhält den Vorzug gegenüber Vasco Walz.


16.38 Uhr:
Das Finale wurde von 18 auf 17 Uhr vorverlegt, um den angesagten Unwetter aus dem Weg zu gehen. Hoffentlich klappt das.


16.30 Uhr:
Herzlich willkommen in unserem Live-Ticker zum U19-Pokalfinale zwischen dem VfB Stuttgart und Borussia Dortmund.

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