Borussia Dortmund

Nach BVB-Debakel: Die größten Dortmunder Pokal-Blamagen der letzten 25 Jahre

Das peinliche Aus gegen St. Pauli war nicht die erste Bruchlandung des BVB gegen einen klassentieferen Gegner. Das waren die größten Dortmunder Pokal-Blamagen der letzten 25 Jahre.
Gregor Kobels banger Blick spricht Bände: Der BVB-Torhüter wird von Mitspieler Axel Witsel bezwungen, Dortmund scheidet im Pokal gegen St. Pauli aus. © picture alliance/dpa

Borussia Dortmunds frühzeitiges Aus im DFB-Pokal reißt alle Beteiligten – Spieler, Verantwortliche und Fans – aus dem Traum der Titelverteidigung in diesem Wettbewerb. Bei der 1:2-Niederlage bei Zweitligist FC St. Pauli enttäuscht der BVB nicht nur fußballerisch, sondern lässt einmal mehr auch kämpferische Tugenden vermissen.

Dabei schien der Pokal im vergangenen Jahrzehnt der Wettbewerb schlechthin für Dortmund zu sein: Fünf Mal stand die Borussia im Finale in Berlin auf dem Platz, sicherte sich drei Mal den Pott. Ein peinliches Ausscheiden gegen einen klassentieferen Gegner gab es in dieser Zeit überhaupt nicht. In den Jahren davor allerdings bekleckerte sich der BVB selten mit Ruhm im DFB-Pokal – das sind die fünf größten Blamagen der vergangenen 25 Jahre.

Saison 2010/11, Aus in der 2. Runde gegen Kickers Offenbach: Die letzte echte Bruchlandung des BVB im Pokal. Gegen den Drittligisten Kickers Offenbach ist bereits in der 2. Runde Feierabend, weil Dortmund in 120 Minuten kein Tor schießt. Im Elfmeterschießen dann scheint der BVB die Oberhand zu behalten – Roman Weidenfeller pariert den ersten Kickers-Versuch, danach verwandelt Nuri Sahin für Schwarzgelb. Weil anschließend Lucas Barrios und Robert Lewandowski verschießen und alle Offenbacher die Nerven behalten, wendet sich das Blatt: 25.000 Zuschauern am Bieberer Berg feiern ihre Kickers und der BVB ist ausgeschieden.

Bruchlandung für Roman Weidenfeller und den BVB, die 2010 in der zweiten Runde an den Kickers Offenbach scheiterten. © picture alliance / dpa

Saison 2009/10, Aus im Achtelfinale gegen VfL Osnabrück: Ein Jahr zuvor drang Dortmund zwar bis in die Runde der letzten 16 vor, scheiterte dort allerdings als klarer Favorit. Beim Drittligisten VfL Osnabrück verlor die Elf vom damaligen Trainer Jürgen Klopp mit 2:3. Zur Pause führte der Gastgeber bereits, musste nach dem Seitenwechsel aber den Anschlusstreffer durch Nuri Sahin hinnehmen. Wer nun an die große Wende glaubte, wurde enttäuscht: Benjamin Siegert erhöhte auf 3:1 und die Bremer Brücke stand Kopf. Erst in der Nachspielzeit erzielte Lucas Barrios den Endstand.

Saison 2005/06, Aus in der 1. Runde gegen Eintracht Braunschweig: „Das ist eine Katastrophe“, stellte BVB-Trainer Bert van Marwijk am 22. August 2005 fest. Seine Mannschaft war gerade in der ersten Pokalrunde ausgeschieden, in Braunschweig verlor Dortmund mit 1:2. Dabei lief zunächst alles wie geplant: Jan Koller brachte die Schwarzgelben nach 28 Minuten in Führung. Fußball wurde anschließend vorerst nicht gespielt: Das Flutlicht im Eintracht-Stadion versagte. Die Gastgeber nutzten diese 13-minütige Pause offensichtlich, um sich zu sammeln: Noch vor dem Seitenwechsel fiel der Ausgleich, ehe Braunschweig kurz vor dem Ende das Siegtor erzielte.

BVB scheidet im DFB-Pokal gegen Wolfsburgs Amateure aus

Saison 2001/02, Aus in der 1. Runde gegen VfL Wolfsburg II: Nach 70 Minuten machte Dortmund-Trainer Matthias Sammer ernst. Die Wolfsburger Amateure hatten soeben das Führungstor erzielt, das Erstrunden-Aus stand bevor. Um die Blamage gegen den Oberligisten abzuwenden, brachte Sammer Tomas Rosicky, Jan Koller und Marcio Amoroso. Aber auch das Offensiv-Trio wusste die Schmach nicht zu verhindern – es blieb beim 1:0 für die Reserve-Wölfe. Am Ende der Saison juckte das niemanden mehr: Der BVB wurde deutscher Meister.

Saison 1999/2000, Aus in der 3. Runde gegen die Stuttgarter Kickers: An diesem Abend lief wenig bis gar nichts zusammen für Schwarzgelb. Gegen den Zweitligisten Stuttgarter Kickers traf Christian Wörns zum zwischenzeitlichen 1:2 ins eigene Tor, kurz darauf setzten die Schwaben noch einen drauf. Statt des großen Aufbäumens dezimierte sich der BVB dann auch noch selbst, als Stürmer Victor Ikpeba die Ampelkarte sah (55. Minute) – Borussia Dortmund musste in der 3. Runde die Segel streichen.

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