Vor 65 Jahren: Warum der BVB das „Camp Nou“ des FC Barcelona mit einweihte

Das menschenleere Camp Nou des FC Barcelona.
Vor 65 Jahren wurde das Camp Nou eingeweiht, unter anderem von Borussia Dortmund. © imago images/Kirchner-Media
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Die Stimmung war festlich, fast weihevoll. Das gewaltige „Hallelujah“ von Georg-Friedrich Händel erscholl, anschließend wurde eine eigens komponierte Hymne intoniert, 10.000 Tauben stiegen in die Luft, ein Segen im Namen der Heiligen Maria von Montserrat gab himmlisches Flair und 1800 Menschen zelebrierten den katalonischen Nationaltanz „Sardana!“

Nicht Real Madrid: BVB spielt zur Eröffnung gegen den FC Barcelona

Bereits während der Bauzeit von 1954 bis 1957 drangen endlose Lobeshymnen aus Barcelona in die Fußballwelt. Ein Monumentalbau würde dort entstehen, in dem gut 100.000 Menschen Platz fänden. Die enormen Baukosten für das „ Camp Nou“ – das neue Spielfeld – in Höhe von 288 Millionen Peseten – 24 Millionen DM – würden weitgehend von Barca-Fans aufgebracht.

Doch: Wer würde die große Ehre haben, diese Sportarena als Gegner des FC Barcelona eröffnen zu dürfen? Nicht etwa das verhasste Real Madrid. Stattdessen wurden für die ersten beiden Spiele am 24. und 26. September 1957 die europäischen Spitzenclubs Legia Warschau und Borussia Dortmund ausgewählt.

BVB verliert im Camp Nou mit 1:4 gegen den FC Barcelona

Der BVB hatte durch die beiden Deutschen Meisterschaften 1956 und 1957 international aufhorchen lassen und sich einen erstklassigen Namen erarbeitet.

Den Auftakt machten die Polen, der BVB durfte am 26. September erstmals den Rasen in Barcelona betreten. Adi Preißler tauschte mit Barcelonas Kapitän Segarra die Wimpel. Am Ende zogen die Borussen den Kürzeren, verloren mit 1:4.

Der „Kicker“ schrieb dennoch: „Das Wagnis, sich zwischen zwei Punktspielen im fernen Ausland erster europäischer Klasse zu stellen, ist eines Deutschen Meisters würdig! Schließlich kann sich unser Meister nicht der Aufgabe verschließen, unseren Fußball international zu repräsentieren.“