„Zum Schleusenpark“

Radfahren in Datteln: „Wie im Urlaub“ – eine Kreuzung macht Probleme

2800 Kilometer ist Hellmut Kainka im Jahr 2020 mit seinem Rad durch Deutschland gefahren. Er schätzt die so oft kritisierten Wege in Datteln sehr. Nur über eine Kreuzung ärgert er sich.
Die Ampelanlage am Gewerbegebiet "Zum Schleusenpark" bereitet Radfahrern Probleme. Aber ansonsten ist Radfahren in der Kanalstadt "wie im Urlaub", sagt Hellmut Kainka. © Hollenhorst

Im Fokus der Radfahrer-Kritik in Datteln steht oftmals die Castroper Straße (B235) mit ihren schmalen Radwegen und direkt angrenzenden Parkstreifen. Auch im Innenstadtgebiet werde es zum Beispiel im Bereich Pahlenort/Türkenort eng für Radfahrer. Hellmut Kainka kennt diese Ecken. „Aber das sind die Gegebenheiten, damit müssen wir klarkommen“, sagt der Dattelner – er sei schlimmeres gewöhnt.

Datteln habe „wunderschöne Strecken“, wie zum Beispiel entlang der Kanäle, an der Alten Fahrt oder über die Lippebrücken. Gebürtig kommt der 65-Jährige aus Essen. Hier sei es Radfahrern oftmals nicht so einfach gemacht worden. „Gerade die Stadtteile sind sehr unfreundlich für Radfahrer gebaut worden“, erklärt er. Und wenn Freunde aus der alten Heimat zu Besuch kommen, würden sie oft zurückmelden: „Das ist ja hier wie im Urlaub.“ Dabei sind sie nur an den nördlichen Rand des Ruhrgebietes gereist.

Besuch aus Essen ist begeistert von der Kanalstadt

Natürlich zeigt Kainka seinem Besuch aus Essen dann gerne die schönen Stellen und Seiten der Stadt. „Ich komme aber auch aus einer anderen Zeit. Damals sind wir mit den Rädern über die Bundesstraßen gefahren“, sagt er. Heutzutage sei der Verkehr aber deutlich dichter geworden. Da genügt ein Blick auf die B 235. Und hier ist auch eine Stelle, die den Dattelner ausnahmsweise auf seinen Wegen durch die Kanalstadt erheblich stört: die Kreuzung am neuen Gewerbegebiet „Zum Schleusenpark“ am südlichen Ende der Stadt.

An der extra für das Projekt umgestalteten Kreuzung – die neuen Ampelanlagen wurden für den Schleusenpark an der B235 installiert – ist der Radweg auf dem Bürgersteig eingezeichnet. Doch während die Autofahrer aus Richtung Castrop-Rauxel kommend grün haben, bleibt die Rad- und Fußgängerampel rot. Sie muss händisch betätigt werden und springt dann auch erst bei der darauffolgenden Grünphase der Autofahrer um. „Das muss eine Fehlschaltung sein“, meint Kainka. Er sieht keinen Grund dafür, die Ampeln nicht parallel zu schalten. Denn Abbieger in den Schleusenpark müssten sowieso die Vorfahrt achten.

Radfahrer weichen der roten Ampel am Schleusenpark aus

Nur wenige Radfahrer würden an der langen Rotphase anhalten. Sie weichen entweder auf die Straße aus und nehmen die grüne Ampel der Autofahrer mit oder machen einen Schlenker in Richtung Gewerbepark, um dann etwas Abseits der Kreuzung die Straße zu überqueren. „Hier muss sich etwas tun“, ist sich Kainka sicher. 2800 Kilometer ist der Dattelner 2020 durch ganz Deutschland gefahren. Inspiriert wurde er dabei von seinem Vater, der 1938 eine Radtour von Schlesien nach München und zum Bodensee gemacht hat. Sohn Hellmut folgte 82 Jahre später seinen Spuren.

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