Vor 10 Jahren: unerwarteter Geldsegen aus Düsseldorf Trotzdem müssen die Dattelner sparen

Leiter Content-Team Do-West/Castrop-Rauxel
dpa
Viele Geldscheine mehr wanderten aus Düsseldorf nach Datteln. © dpa
Lesezeit

Die NRW-Landesregierung hatte vor, bis einschließlich 2016 jedes Jahr 1,92 Millionen Euro nach Datteln zu überweisen. So sollte der klammen Kommune im Stärkungspakt unter die Arme gegriffen werden. Doch wie viele andere NRW-Städte auch, hatte Datteln dagegen protestiert. Dieser Betrag reiche schlichtweg nicht aus, um die verschuldete Kommune zu sanieren.

Und der Protest hat sich gelohnt. Das NRW-Innenministerium berechnete die Zuweisungen neu. Und statt 1,92 Millionen Euro gab es plötzlich 4,34 Millionen Euro pro Jahr. Ein unerwarteter Geldsegen, der sogar den damaligen Bürgermeister Wolfgang Werner kalt erwischt hatte. Denn vor dem Anruf der Dattelner Morgenpost hatte er von seinem „Finanzminister“ Dieter Kobe noch überhaupt nichts von seinem Glück erfahren.

Sorgenvolle Blicke auf 2021

Umso größer war natürlich die Freude. Aber statt vielversprechenden Ankündigungen, wofür das Geld gebraucht werden könnte, übten sich Kobe und Werner in Zurückhaltung. „Wir versuchen, dass auch beim Bürger was ankommt“, sagte Dieter Kobe, warnte aber gleichzeitig von übertriebenen Erwartungen.

Jeder Bürger müsse weiter seinen Spar-Beitrag leisten. Denn damals blickte man schon auf das Jahr 2021, wenn Datteln keinen Sanierungszuschuss mehr aus Düsseldorf bekommen würde. Tatsächlich ist das heute, vor dem Hintergrund der Corona-Krise und des Ukraine-Kriegs, sogar noch das geringere Übel…