Albtraumtat nach Disko-Abend Angeklagter will Urteil nicht akzeptieren

Gerichtsreporter
Der Angeklagte zwischen seinem Verteidiger Victor Berger und einer Dolmetscherin im Essener Landgericht
Der Angeklagte zwischen seinem Verteidiger Victor Berger und einer Dolmetscherin im Essener Landgericht © Jörn Hartwich
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Das Urteil war eigentlich keine Überraschung. Nach der Albptraum-Tat auf dem Fürst-Leopold-Gelände in Dorsten-Hervest ist ein Lkw-Fahrer aus Polen in der vergangenen Woche zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Doch das letzte Wort ist damit offenbar noch nicht gesprochen. Am Donnerstag ist bekannt geworden, dass der Angeklagte das Urteil nicht akzeptieren will.

Verteidiger Victor Berger hat im Namen des 37-Jährigen Revision eingelegt. Damit muss das Urteil nun auch vom Bundesgerichtshof in Karlsruhe auf Rechtsfehler überprüft werden. Doch das wird dauern.

„Wie im Traum“

Der Angeklagte hatte in der Nacht auf den 5. Juni des vergangenen Jahres eine junge Frau überfallen und teilweise entkleidet, um sie zu vergewaltigen. Der Freund des Opfers war jedoch gerade noch rechtzeitig aufgetaucht. Im Prozess am Essener Landgericht hatte der Lkw-Fahrer ein weitreichendes Geständnis abgelegt. Dabei hatte er unter anderem gesagt: „Ich sehe wie im Traum, wie ich dieses Mädchen auf den Hinterkopf schlage und ihr den Mund zuhalte.“ Eine Erklärung für seine Tat hatte er nicht.

Dass er verurteilt werden wird, stand damit jedoch fest. Umstritten war allerdings die Höhe. Die Verteidigung hatte nicht mehr als vier Jahre Haft gefordert. Für die Staatsanwaltschaft sollten es dagegen sogar sechseinhalb Jahre Haft werden.