Oberbürgermeister will Karstadt retten „Dieses Warenhaus gehört in unsere City – definitiv“

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Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal will sich für den Erhalt der Karstadt-Filiale in Dortmund einsetzen.
Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal will sich für den Erhalt der Karstadt-Filiale in Dortmund einsetzen. © Stadt Dortmund/Schaper (Montage)
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Dass sich Galeria Karstadt Kaufhof in einer schweren Krise befindet, wäre ein Understatement. Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren hat der Warenhauskonzern Ende Oktober ein Schutzschirmverfahren beantragt. Darüber hinaus wurde bekannt, dass die Kette plant, 40 der 131 Filialen von Galeria Karstadt Kauf zu schließen.

Eine Entscheidung darüber, welche Filialen von den Schließungen betroffen sein werden, soll im Januar 2023 getroffen werden. Bis dahin steht also auch die Zukunft von Karstadt auf dem Dortmunder Westenhellweg auf dem Spiel.

Runder Tisch wird eingerichtet

Deshalb schaltet sich nun auch die Stadt Dortmund ein: Am Dienstag (15.11.) fand ein erstes Austauschgespräch mit Oberbürgermeister Thomas Westphal statt. An diesem runden Tisch saßen außerdem Vertreterinnen und Vertreter der Betriebsräte von Galeria Karstadt Kaufhof, der IHK, Verdi, der Wirtschaftsförderung Dortmund sowie die Dortmunder Bundestagsabgeordneten Sabine Poschmann und Jens Peick (beide SPD) und Teile des Dortmunder Verwaltungsvorstandes.

Nach dem Treffen habe sich eine klare Kernbotschaft ergeben. Gemeinsam wollen alle Beteiligten für den Verbleib von Karstadt in Dortmund kämpfen. „Dieses Warenhaus gehört in unsere City – definitiv“, wie Oberbürgermeister Westphal in einer Pressemitteilung zitiert wird.

In Dortmund hat sich ein runder Tisch gebildet, für den Erhalt von Karstadt in Dortmund kämpfen will. Mit dabei sind unter anderem Oberbürgermeister Thomas Westphal (Mitte) und die SPD-Bundestagsabgeordneten Jens Peick und Sabine Poschmann (neben Westphal).
In Dortmund hat sich ein runder Tisch gebildet, für den Erhalt von Karstadt in Dortmund kämpfen will. Mit dabei sind unter anderem Oberbürgermeister Thomas Westphal (Mitte) und die SPD-Bundestagsabgeordneten Jens Peick und Sabine Poschmann (neben Westphal). © Stadt Dortmund

Briefe, Gespräche und mehr Mitstreiter

Karstadt in Dortmund sei ein „zentraler, umsatzstarker und attraktiver Einkaufsort“ für die Menschen aus Dortmund und die, die die Stadt besuchen, so der Bürgermeister. „Wir alle setzen uns, wie vor zwei Jahren bereits auch schon mit Erfolg, für den Erhalt des Hauses und der Arbeitsplätze ein. Dortmund steht zu diesem Standort.“

Konkret sollen nun von den Unterstützerinnen und Unterstützern unterzeichnete Briefe mit dieser Botschaft an die Insolvenzverwaltungen und die Vorstände von Galeria Karstadt Kaufhof geschickt werden, wie die Stadtverwaltung in der Pressemitteilung schreibt.

Die Arbeit des runden Tisches solle damit jedoch nicht aufhören: Die Akteure wollen zukünftig „auf unterschiedlichen Wegen und in ihren Sparten aktiv sein“. Man möchte „viele Gespräche führen“ und weitere Mitstreitende finden, um den Erhalt von Karstadt in Dortmund durchzusetzen.

Zum Thema

Wem gehört eigentlich das Karstadt-Gebäude?

Laut Grundbuch der Stadt Dortmund ist eine Firma mit Sitz in Luxemburg Eigentümer der Immobilie am Westenhellweg 30-36. Diese Firma ist wiederum Teil der Unternehmensgruppe des US-amerikanischen Immobilienkonzerns RFR. Nach eigenen Angaben betreut diese weltweit ein Immobilienvermögen von 13 Milliarden US-Dollar.

Das Dortmunder Karstadt-Gebäude war 2017 Teil eines großen Deals: Der damalige israelische Miteigentümer des Karstadt-Miteigentümers Signa, Beny Steinmetz, verkaufte 13 Karstadt-Häuser für 640 Millionen Euro an RFR.