Kinderbetreuung

Start des Schuljahres: Warteliste auf OGS-Platz ist lang

Das neue Schuljahr beginnt. Doch längst nicht an allen Grundschulen in Dortmund kann der Wunsch nach Ganztagsbetreuung erfüllt werden. Es gibt aber immerhin Fortschritte.
Schon 2017 demonstrierten in Dortmund Eltern und Erzieherinnen und Erzieher für eine bessere OGS-Ausstattung. © Stephan Schütze (A)

Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit: Spätestens ab 2019 gibt es für Grundschulkinder einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Doch das Platzangebot in der Offenen Ganztagsschule (OGS) hinkt dem Bedarf schon jetzt weit hinterher.

In Dortmund gibt es gerade einmal für knapp 62 Prozent der Grundschüler einen OGS-Platz. Rund 21.100 Schülerinnen und Schülern im entsprechenden Alter standen – Stand Juni – 13.128 OGS-Plätze gegenüber.

158 Dortmunder Kinder stehen nach Auskunft der Stadt aktuell auf der Warteliste auf einen OGS-Platz, zu Jahresbeginn waren es 268. Wobei die Lage in den einzelnen Stadtbezirken sehr unterschiedlich ist. Besonders ausgeprägt ist der Engpass in der Innenstadt-Nord und in Eving.

Ausbauprogramm läuft seit 2019

Dabei hat die Stadt Dortmund schon 2019 ein Ausbauprogramm mit eigenen Finanzmitteln gestartet. Bis 2023 sollten pro Jahr weitere 900 Plätze dazukommen. Erreicht hab man in den vergangenen Jahren aber nur jeweils gut die Hälfte. Immerhin: Zuletzt habe es einen Zuwachs von rund 800 Plätzen gegenüber dem Vorjahr gegeben, berichtet Stadtsprecherin Katrin Pinetzki.

Die Hauptprobleme: Es gibt in den Schulgebäuden zu wenig Platz für den Ausbau des OGS-Angebots insbesondere für die Mittagsversorgung. Dazu kommen die Engpässe in der Baubranche und der Fachkräftemangel im Betreuungsbereich.

Rechtsanspruch muss erfüllt werden

Um den Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz zu erfüllen, der ab 2026 für alle neu eingeschulten Kinder gilt und damit bis 2029 erreicht sein muss, rechnet man bei der Stadt damit, dass man eine Bedarfsdeckung von 80 Prozent erreichen muss. Denn nicht alle Eltern haben Bedarf für eine Ganztagsbetreuung. Bei etwa 20.000 Schülerinnen und Schüler im entsprechenden Alter wären das für Dortmund also 16.000 OGS-Plätze. Knapp 4000 Plätze fehlen also noch.

Keine großen Veränderungen hat indes die Neuausschreibung des OGS-Betriebs zum neuen Schuljahr ergeben. „Insgesamt hat es an drei Schulen einen Trägerwechsel gegeben, mit bereits in Dortmund etablierten Trägern“, berichtet Katrin Pinetzki. Auch wenn die Vergabe erst kurz vor dem Schuljahres-Ende 2021/22 erfolgte, seien der Stadt als Schulträger keine Probleme zum Start des neuen Schuljahres bekannt.

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