Damit die „Räder nicht eckig werden“: Bewegungsfahrten gehören auf den Prüfstand

Manchmal sind Fahrzeuge von Hilfs- und Rettungsdiensten ohne Ziel unterwegs, einfach, weil es Vorschrift ist. Eine Überprüfung der Regeln könnte nicht schaden.
Auch die Malteser in Haltern müssen ab und zu ziellos ihre Fahrzeuge bewegen.
Auch die Malteser in Haltern müssen ab und zu ziellos ihre Fahrzeuge bewegen. © Jürgen Wolter (Archiv)

Im ersten Moment klingt das reichlich absurd: Hilfsdienste wie die Malteser oder das DRK fahren mit ihren Einsatzfahrzeugen durch die Gegend, verbrauchen Sprit, stoßen Abgase aus und opfern Zeit. Nicht für einen Einsatz, sondern nur, um die Fahrzeuge zu bewegen. „Geht’s noch?“, ist man versucht zu fragen. Passt das in die Zeit von Energiekrise, Klimawandel, steigenden Benzinpreisen? Nein, natürlich nicht.

Aber man sollte schon zwei Mal hinschauen: Es leuchtet ein, dass die technische Einsatzfähigkeit der Fahrzeuge gewährleistet sein muss. Wenn sie lange nicht bewegt werden, wächst die Gefahr sogenannter „Standschäden“. Flapsig formuliert: „Die Räder werden eckig“.

Warum gibt es zwei Vorgaben?

Und um diese Schäden zu vermeiden, schreiben Bund und Land vor, wie viele Kilometer diese Fahrzeuge pro Monat zurücklegen müssen. Geschieht das auf Einsätzen ist das Thema erledigt, reichen diese Fahrkilometer nicht, dann muss sich jemand zusätzlich hinters Steuer setzen und eben einfach mal rumfahren.

So weit, so gut. Warum aber der Bund für seine Fahrzeuge 50 Kilometer vorschreibt, das Land NRW aber 150 Kilometer pro Monat, das lässt sich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Sie die Bundesautos so viel robuster? Wohl kaum. Wir alle sind zurzeit aufgefordert, Energie zu sparen. Da muss auch das Land NRW eine solche Regelung auf den Prüfstand stellen.

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