Meinung

Kodi-Werbung: Stadt muss Standort und Nachbarn unbedingt schützen

Keine Frage: Werbung muss auffallen, um Aufmerksamkeit zu erregen. Doch im Fall des neuen Kodi-Standorts am Kärntner Platz muss die Stadt nun ihre Ansprüche durchsetzen, meint unser Autor.
Kodi eröffnet Mitte August am Kärntner Platz. © Schrief

„Ach, du lieber Gott“, das war mein erster Gedanke, als ich vor wenigen Tagen bei einem Rundgang durch unsere Innenstadt auf die Außenfassade der ehemaligen Volksbank am Kärntner Platz blickte. Die bunten Folien in den Fenstern des neuen Kodi-Standorts wirken schrill und aufdringlich. Das macht Sinn, wenn man Werbung für eine bevorstehende Neueröffnung machen möchte. Doch passt es optisch ins Gesamtbild? Nein! Überhaupt nicht!

Offenbar sehen das viele Halterner genauso. Auch die Stadtverwaltung habe Kritik vernommen, ist aus dem Rathaus zu hören. Das verwundert mich keineswegs. Aber Kodi, so heißt es weiter, dürfe mit Erteilung der Baugenehmigung gleichzeitig Baustellenwerbung betreiben. Hätte man das nicht auch anders regeln können? Und warum toleriert der Vermieter sowas? Ich bin irritiert.

Kein Dauerzustand

Zum Glück muss die künftige Form der Werbung gesondert bei der Stadt beantragt werden. Der Rat hatte vor einigen Jahren eine Gestaltungssatzung verabschiedet, um den Charakter des historischen Stadtbildes zu schützen. Das beruhigt mich. Die jetzige Situation wird also kein Dauerzustand sein.

Auf Kompromisse, sofern sie überhaupt möglich sind, sollten sich die Entscheider daher auf keinen Fall einlassen. Mein dringender Appell: Schützt das Erscheinungsbild des Standorts und damit auch die Händler in der Nachbarschaft. Stadtmarketing sollte immer im Vordergrund stehen.

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