Falsche Telekom-Mitarbeiter unterwegs? Das rät das Unternehmen Hertener Bürgern

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Baubegleiter der Telekom überprüft die Fortschritte an Glasfaser-Baustelle
Viele wünschen sich ein schnelles Internet. Daher wird das Glasfasernetz ausgebaut. Dass Telekom-Mitarbeiter darüber ihre Kunden informieren wollen, machen sich auch Betrüger zunutze. © Wolfram Scheible/Telekom
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Die Masche ist nicht neu. Unbekannte geben sich als Mitarbeiter einer Firma aus und versuchen, sich Zutritt ins Haus oder zur Wohnung zu verschaffen. Im Hertener Stadtgebiet haben zuletzt vermehrt Männer und Frauen an Türen geklingelt, die erklärten, sie seien Mitarbeiter der Telekom.

Besorgte Hertenerinnen und Hertener berichten, dass die Unbekannten für einen Anschluss ans Glasfasernetz geworben haben sollen. Sie wollten in den Wohnräumen überprüfen, ob die technischen Voraussetzungen erfüllt seien. Mietern und Haus- beziehungsweise Wohnungseigentümern, die zurecht skeptisch wurden und den vermeintlichen Telekom-Mitarbeitern den Zutritt verweigert haben, wurde damit gedroht, dass sie in naher Zukunft keine Internetverbindung mehr bekämen. Der Polizei wurden am Dienstag aus Langenbochum drei solcher Fälle gemeldet. Diese Betrugsmasche ist der Telekom bekannt.

Telekom bestätigt Hausbesuche

Auf Nachfrage unserer Redaktion weist ein Sprecher der Deutschen Telekom darauf hin, dass das Unternehmen mit Sitz in Bonn für seine Kunden-Besuche die Firma Ranger Marketing und Vertriebs GmbH beauftragt hat. „Ich kann bestätigen, dass in Herten aktuell Direktvermarkter im Auftrag der Telekom unterwegs sind“, sagt Unternehmenssprecher Maik Exner. „Über die Direktvermarktung kommen wir dem Wunsch vieler Kunden nach, dort über ihre technischen Möglichkeiten beraten zu werden, wo der Anschluss liegt.“

Das Ende eines Bündels Glasfaserkabel  (Symbolbild).
Glasfaserkabel wie diese werden vielerorts verlegt. © dpa

Ausdrücklich weist Exner darauf hin, „dass sich die in unserem Auftrag arbeitenden Direktvermarkter ausweisen können. Sie betreten Wohnungen nur, wenn sie dazu aufgefordert oder eingeladen werden.“ Die Mitarbeiter seien nicht nur an ihrer Kleidung als Telekom-zugehörig erkennbar. Sie würden auch Original-Telekom-Unterlagen bei sich führen und eine Rufnummer für Rückfragen und eine Legitimierung ihres Auftrages bereithalten.

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Im Zweifel Hotline anrufen

Weil sich Betrüger die Kunden-Besuche des Bonner Unternehmens zunutze machen, hat die Telekom auch eine Hotline eingerichtet. Unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 / 8266347 können Hertenerinnen und Hertener abklären, ob die Mitarbeiter, die an ihrer Haustür geklingelt haben, tatsächlich im Auftrag des Unternehmens unterwegs sind.

Zwar haben die Hertener richtig gehandelt und die Unbekannten nicht in ihre Wohnungen gelassen, doch in Datteln fiel ein älteres Ehepaar auf die Masche herein und ließ die Männer ins Haus. Während einer der Beiden das Ehepaar in ein Gespräch verwickelte, nutzte der zweite Täter die Zeit, um im Haus nach Wertgegenständen zu suchen. Nachdem die Männer nach etwa 20 Minuten wieder weg waren, fiel dem Ehepaar auf, dass die Räume teilweise durchsucht worden waren und Schmuck fehlt. Daraufhin verständigten sie die Polizei.

Die Täter konnten flüchten. Sie wurden wie folgt beschrieben: Ein Mann ist 25 bis 30 Jahre alt, etwa 1,75 bis 1,80 Meter groß, schlank, hat dunkle Haare und trug einen dunkelblauen Parka sowie Boots. Er hielt eine Laufmappe mit der Aufschrift „Telekom“ in der Hand. Der andere Mann ist 25 bis 30 Jahre alt, etwa 1,70 bis 1,75 Meter groß und von kräftiger Statur, er hat dunkle Haare und einen dunklen Drei-Tage-Bart.

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Tipps der Polizei, um sich vor Betrügern zu schützen:

– Lassen Sie grundsätzlich keine Fremden ins Haus. Bestellen Sie Unbekannte zu einem späteren Zeitpunkt wieder, wenn eine Vertrauensperson (zum Beispiel Familienangehörige) anwesend ist.

– Lassen Sie nur Handwerker in Ihre Wohnung, die Sie selbst bestellt haben oder die von der Hausverwaltung angekündigt worden sind.

– Verlangen Sie grundsätzlich den Dienstausweis und prüfen Sie ihn sorgfältig auf Druck, Foto und Stempel.

– Rufen Sie im Zweifel – vor dem Einlass – die entsprechende Behörde/Firma an. Suchen Sie die Telefonnummer selbst heraus.