Skulpturenmuseum „Glaskasten“

Den Menschen im Blick – von innen und außen

Es ist eine spannende Skulpturen-Ausstellung, die im Museum Glaskasten zu sehen ist. Und das Beste: Weil der Glaskasten ein Glaskasten ist, kann man sie auch von außen perfekt genießen.
Max Schmitz, Ingrid Dahn und Glaskasten-Chef Georg Elben - ohne Maske natürlich nur open air und durchgetestet - vor dem Marler Skulpturenmuseum. © Jan Mühldorfer

Das Skulpturenmuseum „Glaskasten“ in Marl ist ein Juwel. Seit Jahrzehnten schon. Ein Juwel, dass auch national viel mehr Beachtung verdient hätte. Und die neue Ausstellung mit Werken von Ingrid Dahn und Max Schmitz ist ein Hit. Das Besondere: Weil der „Glaskasten“ wirklich ein Glaskasten ist, kann man die wirklich spannende Ausstellung – trotz Corona und aktuell noch nicht lange genug überzeugender Inzidenz-Werte – schon jetzt sehen. Von außen. Und zwar ab sofort und bis zum 1. August – in ein paar Wochen vielleicht auch drinnen.

Plötzlich stand Max Schmitz in der Tür

Angefangen hat alles – und das kommt in der Szene nur ganz selten vor – mit einem unangemeldeten überraschenden Besuch. Der Künstler Max Schmitz steht plötzlich in der Tür von Museums-Chef Georg Elben. Die Direktorin der Ludwig Galerie in Oberhausen hätte ihm empfohlen, unbedingt mal zum Marler Skulpturen-Museum zu gehen. Daraus habe sich, so Elben im Gespräch mit unserer Zeitung, über lange Zeit eine enge Bindung entwickelt, die mit genau dieser Ausstellung ihren Höhepunkt erreicht habe.

Seine Werke bereichern schon lange den Skulpturen-Pfad

Die Besucher des Museums und die Marler an sich kennen Schmitz eigentlich schon ganz schön lange. Bereits in den vergangenen Jahren gab es eine ganze Reihe an Schenkungen, die auf dem bemerkenswerten Marler Skulpturen-Pfad vom Rathaus bis hin zur Scharoun-Schule ihren Platz gefunden haben – und sehr beliebt sind.

Von Kesselblech und Edelstahl bis Plexiglas

Zwei Künstler, zwei Kollegen, ein Paar, das sich trotz verschiedener Formsprachen immer mit der Thematik der menschlichen Figur, seinen Fähigkeiten wie Hören, Sehen, Riechen oder auch seiner Ausdehnung, der, so Dahn, „Verlagerung des zentralen Nervensystems nach außen“, auseinander gesetzt hat. Mit der Form, mit dem Volumen, mit der Fläche, mit dem Material. Bei Schmitz Stahl – von Kesselblech bis zu poliertem Edelstahl und auch mal in leuchtenden Farben –, bei Dahn ebenfalls erst Stahl – sie studierten gemeinsam –, dann Plexiglas mit Aluminium, dann reine Plexiglas-Fräsungen.

Ein Blick auf 60 Jahre Künstlerleben

Die Ausstellung präsentiert ein Bild von der Studienzeit bis heute. 60 Jahre Künstlerleben. Über 50 Skulpturen, über 20 Zeichnungen, fünf großformatige Gemälde auf Leinwand. Man erkennt die Entwicklung im Laufe der Jahrzehnte,aber auch Parallelen. In der Form. Im Material. In der Ausarbeitung.

Die Ausstellung aus den Jahren zwischen 1960 bis 2019 ist dabei absolut nicht chronologisch angeordnet, sondern eher assoziativ aufgestellt. Gerade deswegen kann man die unterschiedliche Formsprache, aber auch oft zeitbedingte Parallelen hervorragend erkennen. Sehr empfehlenswert. Angucken!