Drama in der Nachbarwohnung „Du denkst immer, so etwas passiert dir nicht“

Gerichtsreporter
Was vor knapp zwei Jahren in Gladbeck passiert sein soll, ist jetzt ein Fall für die Justiz.
Was vor knapp zwei Jahren in Gladbeck passiert sein soll, ist jetzt ein Fall für die Justiz. © Jörn Hartwich
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Es sollte ein gemeinsamer Shisha-Abend werde. Vor knapp zwei Jahren hat ein Friseur aus Gladbeck seine Nachbarin im Hausflur angesprochen und zu sich eingeladen. „Nur rauchen“, hatte sie ihm vorher noch geschrieben. Seine Antwort: „Klar. So einer bin ich nicht.“ Was dann jedoch passierte, beschäftigt seit Wochen das Essener Landgericht. Der Vorwurf: Vergewaltigung. Jetzt droht dem 25-Jährigen sogar Gefängnis.

Die Staatsanwaltschaft hat dreieinhalb Jahre Haft beantragt. Der Angeklagte selbst beteuert dagegen weiter seine Unschuld. Alles sei einvernehmlich passiert, so seine Aussage.

Sofort ins Krankenhaus

Fakt ist allerdings: Die Nachbarin war noch in derselben Nacht von einer Freundin ins Krankenhaus gebracht worden. Von dort wurde die Polizei informiert. Im Prozess hatte sie später gesagt: „Du denkst immer so etwas passiert dir nicht.“

Es soll nicht dass erste Mal gewesen sein, dass der Angeklagte ein „Nein“ angeblich nicht akzeptiert hat. Nach einem Disko-Besuch soll er einer Frau auf die Toilette gefolgt, die Tür abgeschlossen und auch schon seine Hose schon geöffnet haben. Die Frau hatte nach ihren eigenen Angaben jedoch vor die Tür gehämmert und geschrien.

Doch auch dieser Vorwurf wird von dem Gladbecker bestritten. Seine Verteidiger haben vor Gericht Freispruch beantragt. Wie die Richter den Fall sehen, bleibt abzuwarten.