Integration

Ein zuverlässiger Partner auch in Pandemie-Zeiten

Die Jugendmigrationsdienste des AWO-Unterbezirks Münsterland-Recklinghausen wollen anlässlich eines Aktionstags am 30. Juni verdeutlichen, wie wichtig ihre Arbeit ist.
Felix Groß, Dilara Uykun, Ebru Uykun-Türk, Sonja Dittrich, Carmen Wessels, Eduard Imhof, Sebastian Schmitz und Maiola Kozaronek (v.l) kümmern sich im AWO-Unterbezirk Münsterland-Recklinghausen um die Migrationsberatung und speziell den Jugendmigrationsdienst. © Geling

„Wir waren mit unseren Jugendmigrationsdiensten während der Corona-Pandemie da, haben mit unserer Beratung viel aufgefangen und Menschen geholfen, denen sonst kaum einer geholfen hat“, sagt Felix Groß. Und das, findet der Fachbereichsleiter Migration beim AWO-Unterbezirk Münsterland-Recklinghausen, sollte von der Politik auch gewürdigt werden.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege will die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer und weitere Migrationsfachdienste sichtbarer machen. Deshalb ruft sie die Träger zu einem Aktionstag auf. Der findet am 30. Juni statt – und das durchaus auch mit Blick in Richtung Bundestagswahl.

Hilfe beim Übergang Schule-Ausbildung-Beruf

In Marl hatten deshalb nun die Jugendmigrationsdienste des AWO-Unterbezirks Münsterland-Recklinghausen zum Pressegespräch geladen. Die Vertreterinnen und Vertreter der Standorte in Herten, Dülmen, Bocholt und eben Marl wollten deutlich machen, wie wichtig ihre Arbeit ist. Betonen, dass die bestehenden Beratungsstrukturen aufrechterhalten und gestärkt werden sollten. Und letztlich, so Mariola Kozaronek aus Marl, „bräuchten wir im Kreis Recklinghausen eher mehr Jugendmigrationsdienste und Stellen als weniger. Die Nachfrage ist viel größer.“

Die Jugendmigrationsdienste unterstützen junge Menschen mit Migrationshintergrund im Alter von 12 bis 27 Jahren bei ihrer sprachlichen, schulischen, beruflichen und sozialen Integration. Ein Schwerpunkt der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Einrichtungen ist es, den Übergang Schule-Ausbildung-Beruf beratend zu begleiten.

Info-Stand in Herten

„Wie wichtig die Jugendmigrationsdienste sind, ist gerade auch durch Corona deutlich geworden“, sagt Groß. Denn während der Pandemie sei bei Behörden, Ämtern oder Schulen vieles nur noch per E-Mail oder telefonisch möglich gewesen. „Aber damit können viele Neuzugewanderte nichts anfangen“, sagt Ebru Uykun-Türk vom Jugendmigrationsdienst in Herten. „Wenn sie sich beim Bürgeramt nicht persönlich ummelden können, sondern das online machen sollen, gibt es sprachliche Barrieren. Außerdem fehlten ihnen anfangs oft die Endgeräte.“

Und so hätten die Jugendmigrationsdienste geholfen, Formulare auszufüllen und Anträge bei Jobcenter, Arbeitsagentur oder Ausländerbehörde zu stellen – damit wichtige Ansprüche nicht verloren gehen; Berufsberatung und Sprachunterricht trotz Lockdowns irgendwie zu ermöglichen; und Kontakte zwischen Schulen und Eltern bzw. Kindern herzustellen.

Sich und seine Arbeit vorstellen will der Jugendmigrationsdienst Herten am 29. Juni an einem Info-Stand auf dem Marktplatz. Dann wird es auch darum gehen, sich als zuverlässiger Ansprechpartner sowohl für Jugendliche mit Einwanderungsgeschichte als auch für Schulen, Behörden und Kooperationspartner zu präsentieren.

Wobei Groß noch etwas anderes umtreibt: das Landesprogramm „Kommunales Integrationsmanagement“. Der Kreis Recklinghausen wolle das offenbar selbst umsetzen. „Dabei verfügen wir doch über die entsprechenden Erfahrungen und Netzwerke“, sagt Groß – und sieht eine „Doppelstruktur“ entstehen.

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