„Kleine Oase“ Datteln: Maria Jasniak hilft ehrenamtlich - seit 23 Jahren

Redakteur Regionales
Maria Jasniak mit dem elfjährigen Eric.
Kleine Tour durch Datteln: Maria Jasniak geht hier mit dem elfjährigen Eric spazieren. © Meike Holz
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Maria Jasniak lacht. „Natürlich ist es im Sommer draußen schöner, da ist es nicht so kalt, da muss man die Kinder nicht so dick anziehen. Aber im Winter geht es auch“, sagt sie gutgelaunt. So hält das kühle Wetter die 68-Jährige nicht davon ab, mit dem elfjährigen Rollstuhlfahrer Eric eine Runde zu drehen. Der geistig und körperlich schwerbehinderte Junge dankt es seiner Helferin mit zufriedenem Lautieren.

Seit inzwischen 23 Jahren kommt Maria Jasniak fast jede Woche an einen Nachmittag zur Dattelner „Kleinen Oase“. Dort macht sie sich dann meistens mit einem der schwerbehinderten Gäste des Kurzzeitwohnheims auf den Weg. „Wir gehen los – in die Stadt, auf den Sportplatz, den Kanal entlang. Oder auch zum Raiffeisen-Markt: Mäuse gucken – je nach Bedürfnis des jeweiligen Kindes“, berichtet Maria Jasniak, während sie Eric in seinem Rollstuhl durch die Wohnsiedlung hinter der „Kleinen Oase“ schiebt.

Ein kurzer Zwischenstopp, Maria Jasniak zieht Eric noch einmal die etwas verrutschte Mütze über die Ohren. Dann geht es weiter: am Spielplatz vorbei, durch den Park. Erich wedelt begeistert mit seinen Händen. „Ja, du hast Spaß, das ist gut“, kommentiert Maria Jasniak.

Maria Jasniak und der elfjährige Eric.
Warm anziehen bei kaltem Wetter: Maria Jasniak sorgt dafür, dass Erics Mütze richtig sitzt. © Meike Holz

Warum ist die Dattelnerin nun schon mehr als zwei Jahrzehnte lang ehrenamtlich in der „Kleinen Oase“ aktiv? „Es freut mich, wenn es den Kindern gut geht. Und für mich ist es schön, mehr als ein Hausfrauendasein zu haben“, sagt die verheiratete Frau und erinnert sich an ihre Anfangszeit in der „Oase“, in der insgesamt etwa 150 schwerbehinderte Kinder und Jugendliche einige Wochen im Jahr leben.

„Meine krebskranke Tochter war damals gestorben – ich war in ein Loch gefallen. Da hat mich eine Bekannte auf die Idee gebracht, hier mitzumachen. Und weil ich zu dieser Zeit meine Schwiegermutter gepflegt habe und nicht berufstätig war, ließ sich das zeitlich gut einrichten.“

Ein Medikament für den Notfall ist notwendig

Mit Eric ist sie schon mehrmals unterwegs gewesen. In der Tasche hat sie dabei immer ein Notfallmedikament, das ihr die Krankenschwestern der „Kleinen Oase“ mitgeben. „Eric hat manchmal Krampfanfälle, dann muss er nach drei Minuten das Medikament bekommen“, weiß die 68-Jährige. „Aber so einen Notfall hatte ich noch nie – toi, toi, toi“, fügt sie hinzu. Dennoch: Vor dem Start ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit hat sie einen Schwesternhelferin-Kurs beim Roten Kreuz gemacht, „damit ich allein mit den Kindern raus darf.“

„Ich habe Sehnsucht nach den Kindern“

In den 23 Jahren ihres ehrenamtlichen Engagements hat Maria Jasniak „unheimlich viele Kinder kennengelernt“, wie sie erzählt. „Und einige sind in der Zeit auch gestorben. Das ist immer schlimm, Ich habe dann zu Hause gesessen und geweint – die Kinder sind mir so ans Herz gewachsen. Und dann bin ich auch schonmal ein paar Wochen nicht zur ,Oase‘ gegangen. Doch letztlich bin ich immer wiedergekommen: Ich habe Sehnsucht nach den Kindern – die fehlen mir sonst.“

68 Jahre alt ist Maria Jasniak inzwischen. „An ein Ende hier denke ich noch nicht“, kommentiert die Dattelnerin ihr Engagement – und fügt bescheiden hinzu: „Ich tu ja auch nicht so viel.“ Manchmal sei es zwar inzwischen ein bisschen anstrengend mit den schweren Rollstühlen, „aber wahrscheinlich mache ich das, solange ich noch laufen kann.“ Und als wenn dieses Fazit keinen Widerspruch duldet, schiebt sie Eric in seinem Rollstuhl weiter zufrieden und zügig durch die kühle Winterluft.

INFO

So können Sie spenden

  • Die Aktion:
    Unsere Weihnachts-Spendenaktion gilt in diesem Jahr der „Kleinen Oase“ in Datteln. In dem Kurzzeitwohnheim leben insgesamt etwa 150 schwer behinderte oder stark verhaltensauffällige Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene jeweils für einige Wochen im Jahr. Eine Abwechslung für die Betroffenen, eine wichtige Auszeit für deren Familien. In der „Oase“ werden die Kinder und Jugendlichen, die einen Pflegegrad zwischen 3 und 5 haben, von Krankenschwestern und Heilerziehungspflegern, aber auch von Therapeuten und ehrenamtlichen Mitarbeitern begleitet. In unserer Weihnachtsaktion stellen wir die „Kleine Oase“ mit ihren verschiedenen Facetten in einer Serie vor.
  • So können Sie spenden:
    – Spendenkonto:
    Volksbank Südkirchen – Capelle-Nordkirchen eG
    IBAN: DE85 4006 9716 0313 1321 00
    – Empfänger:
    „Kleine Oase Datteln“
    – Verwendungszweck:
    „Spende Bauer“
    – Spendenquittung:
    Gerne wird Ihnen auf Wunsch eine Spendenquittung geschickt. Geben Sie dazu bitte Ihre vollständige Adresse unter Verwendungszweck an.
  • Danke:
    Die 50.000-Euro-Grenze ist geknackt: Bislang wurden bei unserer Weihnachts-Spendenaktion für die „Kleine Oase“ genau 50.029Euro gespendet – ein tolles Zwischenergebnis. Allen Spenderinnen und Spendern ganz herzlichen Dank!