Corona

Schulen reagieren unterschiedlich auf Impfangebote

Die Impfquote von 12- bis 17-Jährigen soll auch im Kreis Recklinghausen gesteigert werden. Die Resonanz auf spezielle Impfangebote für Schüler ist uneinheitlich.
Die speziellen Impfangebote für Schulen werden unterschiedlich häufig genutzt. © picture alliance/dpa

Sehr unterschiedlich ist die bisherige Resonanz auf Impfaktionen für Schulen. „Einige Schulen haben das Angebot angenommen, ab 12-Jährige mit dem Shuttle-Bus zum Impfzentrum zu fahren, andere haben mobile Impfaktionen direkt vor Ort an der Schule bevorzugt. Und teilweise wurden stattdessen weitere städtische Impfaktionen genutzt“, berichtet Kreis-Sprecherin Svenja Küchmeister.

„Hier gilt die Regel: Je niederschwelliger, desto besser“

Beispiele verdeutlichen, wie verschieden die Bilanz einzelner Schulen im Kreis ist: Von der Willy-Brandt-Gesamtschule in Marl fuhren gut 40 Schüler in zwei Bussen zum Impfzentrum nach Recklinghausen, an der Hertener Rosa-Parks-Gesamtschule nutzten 90 Jugendliche die Impfaktion an der eigenen Schule. Sehr geringe Resonanz gab es hingegen am Comenius-Gymnasium in Datteln: „Zunächst hatten wir acht Anmeldung, da aber zum selben Zeitpunkt Wandertag war, blieb am Ende ein Schüler von unserer Schule übrig, der zum Impfzentrum gefahren wurde“, sagt Regina Brautmeier. Die Schulleiterin sieht mehrere Gründe für die Zurückhaltung. „Sicherlich war die Terminkollision mit dem Wandertag ungünstig. Außerdem gilt hier die Regel: Je niederschwelliger, desto besser. Deshalb hätten wir lieber vor Ort an unserer Schule eine Impfaktion durchgeführt, aber da hatten wir nicht die Möglichkeit zu wählen“, sagt Regina Brautmeier über das Impfangebot, das der Kreis in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Stadt macht.

Höhere Immunisierungsquote bei älteren Schülern

Regina Brautmeier betont, dass eine Immunisierung möglichst vieler Schüler wichtig ist, auch für den Präsenz-Unterricht. Dementsprechend ist die Pädagogin froh, dass an ihrer Schule bei den Jugendlichen in den letzten beiden Jahrgängen vor dem Abitur die Immunisierungsquote bereits bei knapp 70 Prozent liegt. Hier ist der Unterschied zu den Klassen sieben bis neun groß, dort sind nur um die zehn Prozent immunisiert. „Allerdings gibt es die Stiko-Impfempfehlung für die 12- bis 17-Jährigen ja noch nicht so lange. Insofern muss man hier in ein paar Wochen noch einmal auf die Zahlen schauen“, so Brautmeier.

Aktionen laufen noch bis Ende September

Auch Moritz Hegemann setzt darauf, dass die Quote noch Stück für Stück steigt. „Bislang ist bei uns etwa ein Drittel der Jugendlichen in der Oberstufe immunisiert, darunter wir es deutlich weniger“, sagt der stellvertretende Leiter der Marler Willy-Brandt-Gesamtschule. „Aber viele sind bereits einmal geimpft“, betont Hegemann mit Blick auf die Stiko-Empfehlung. „Ich denke, in sechs bis acht Wochen sind die Zahlen der komplett geimpften Schüler eindeutig höher.“

Eine genaue Bilanz der Schul-Impfaktionen kann der Kreis noch nicht ziehen. „Die Angebote laufen noch bis Ende September – bis das Impfzentrum schließt“, erläutert Svenja Küchmeister. „Danach können wir Genaueres sagen.“

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Kontaktnachverfolgung bedeutet viel Arbeit

Weshalb Schülerinnen und Schüler verstärkt geimpft werden sollten, verdeutlicht auch die Aussage von Dr. Richard Schröder, Fachbereichsleiter Gesundheit, Bildung und Erziehung beim Kreis Recklinghausen, im Kreisausschuss: „Derzeit gibt es keine Hotspots, doch mehr Infizierte in Familien, Schulen und Kitas.“ Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene seien vor allem betroffen. Die Krankenhaussituation sei dagegen aktuell sehr entspannt.

Reiserückkehrer machen rund 15 Prozent der Infizierten aus. Nach den Sommerferien lag dieser Wert laut Dr. Schröder noch zwischen 20 und 25 Prozent. Viel Arbeit bereitet mittlerweile die Kontaktnachverfolgung. Dr. Richard Schröder

spricht von durchschnittlich rund 40 Kontaktpersonen pro Fall, während es vor einiger Zeit nur zehn waren.

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