100 Jahre St. Josef Trotz der Kritik an der Kirche steht die Gemeinde zusammen

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Ein Pfarrer predigt.
Predigte über die Bedeutung des Christ-König-Sonntags: Pastor Lars Hofmann leitete den Festgottesdienst in St. Josef. © Jochen Sänger
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Der rote Faden, der sich durch 100-jährige Geschichte der Gemeinde St. Josef zieht, ist die gemeinschaftliche Fürsorge. In seiner Ansprache zum Abschluss des Festgottesdienstes würdigte Claus Althoff als Vorsitzender des Pfarreirates die Solidarität, die vom Kirchturm an der Bergstraße aus auf den ganzen Stadtteil Drewer ausstrahle.

Das „Wir“ wurde nicht nur in der Eucharistiefeier, sondern auch beim gemütlichen Beisammensein im Anschluss deutlich. Ohne konkret auf die wachsende Kritik an der Kirche als Institution und das Schrumpfen der Kerngemeinden aufzugreifen, blickte Althoff zuversichtlich nach vorne: „Wir können den Wind nicht ändern, aber das Segel anders setzen.“

Pfarrkirche wurde 1952 eingeweiht

Fast auf den Tag genau 100 Jahre, nachdem Kaspar Grove als Pfarrer von St. Georg, Alt-Marl, die erste heilige Messe in der Notkirche auf dem Areal des heutigen Bruder-Jordan-Heims geleitet hatte, feierten die Christen aus Drewer am Sonntag den runden Geburtstag. Der zweite Grund zum Feiern: 1952 wurde die heutige Pfarrkirche eingeweiht.

Dass sich Hauptamtliche und Gemeindemitglieder auf Augenhöhe begegnen, hat in St. Josef Tradition – und passt zu der Predigt, die Pastor Lars Hofmann zum Christ-König-Sonntag, den die Katholiken am letzten Sonntag des Kirchenjahres begehen, hielt. Christus stehe für ein anderes Königtum. Seine Botschaft vom Reich Gottes basiere auf Menschenwürde, Freiheit und Entfaltung.

Erwachsene sitzen an einem Tisch.
Im Gemeindezentrum kamen viele bei einer leckeren Suppe nach dem Gottesdienst ins Gespräch. © Jochen Sänger

Bei der heißen Suppe, die der Gemeindeausschuss den Gästen im sehr gut besuchten Pfarrzentrum anbot, wurde viel über das Gestern und Vorgestern gesprochen. Anlass dazu bot der Film vom Bau der St.-Josef-Kirche vor sieben Jahrzehnten. Gleichzeitig ging bei vielen der Blick auch nach vorne, obwohl die jungen Gemeindemitglieder eher in der Minderheit waren.