Verkehrssicherheit

Aufgerüstete Ampel erfordert Übung

Anlage an der Hülsstraße auf Höhe der Loe-Auen soll jetzt mehr Sicherheit bringen.
Marls Technische Dezernentin Andrea Baudek (r.), Verkehrsplaner Udo Lutz (2. v. l.) sowie Regina Thümler (l.) und Carsten Uhlenbrock vom Kreis Recklinghausen präsentieren die aufgerüstete Ampelanlage. © Thomas Brysch

Die Ampelanlage an der Hülsstraße in Höhe der Loe-Auen soll jetzt für mehr Sicherheit im Kreuzungsbereich sorgen. Kameras oberhalb der Signalanlage haben die Einmündungen von Clara-Wieck-Straße und Langeooger Straße stets im Blick und erstellen quasi virtuelle Induktionsschleifen, wie Udo Lutz, Verkehrsplaner der Stadt Marl, vor Ort erläutert: „Wenn Autos in den beiden Nebenstraßen länger als zehn Sekunden im Einmündungsbereich warten müssen, weil auf der Hülsstraße Verkehr ist, wirkt das wie der Druck eines Fußgängers oder Radfahrers auf den Knopf der Fußgängerampel.“ Das Ergebnis: Die Ampel springt auf Rot, unterbricht den Verkehrsfluss auf der Hülsstraße und ermöglicht so das gefahrlose Einbiegen aus den Seitenstraßen.

Auch Fußgänger profitieren von der neuen Ampelschaltung. Ihre Grünphase wurde von ehemals sieben auf zehn Sekunden verlängert, ebenso die Zeit zwischen dem Ende der Grünphase für den Fahrverkehr und dem Beginn der Grünphase für den Fußverkehr.

Stadt und Kreis setzen Anregung der Anwohner um

Eine einfache Fußgängerampel gibt es dort seit Jahren. Nach einem Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten hatte es im Sommer 2020 eine Bürgerversammlung gegeben. Anwohner forderten eine Verbesserung der Verkehrssicherheit. Dem wurde vom Kreis Recklinghausen als Eigentümer der Ampel jetzt Rechnung getragen. Damals wurde die Errichtung eines Kreisverkehrs oder einer Vollampelanlage für den ganzen Kreuzungsbereich angeregt. Das erwies sich jedoch als zu teuer, wie Carsten Uhlenbrock, Fachdienstleiter Tiefbau des Kreises erläutert. Für 15.000 Euro wurde die bestehende Ampelanlage nun technisch aufgerüstet.

Seit drei Wochen ist die Anlage in Betrieb, zunächst sehr zum Ärger einiger Anwohner, denn die neue Technik streikte, löste immer wieder ohne Grund Rotphasen für die Autofahrer auf der Hülsstraße aus. Mehrfach mussten Techniker ausrücken und die Anlage neu einstellen. „Das ist jetzt vorbei“ verspricht Marls Technische Dezernentin Andrea Baudek und meint: „Wir haben die Anregungen der engagierten Anlieger gern aufgenommen und freuen uns, dass wir einen spürbaren Beitrag zur Sicherheit der Verkehrsteilnehmer aus den angrenzenden Wohnquartieren verbessen konnten.“

Diese werden im Umgang mit der neuen Anlage aber zunächst ein wenig üben müssen. Nur ein Beispiel: Wer aus der Clara-Wieck-Straße nach rechts auf die Hülsstraße abbiegen will, zunächst stehen bleiben muss, nach wenigen Sekunden die Lücke im Verkehrsfluss auf der Hülsstraße erkennt und losfährt, hat unwissentlich doch die Reaktion der Kamera ausgelöst und nach wenigen Metern Fahrt plötzlich eine Rot zeigende Ampelanlage unmittelbar vor sich. Da hilft nur eins: eine Vollbremsung!

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