Landgericht Essen

Beziehungsstreit: Angeklagter Marler (48) zieht über Richterin her

Ein Mann aus Marl wirft einer Richterin vor, ein falsches Urteil gesprochen zu haben, weil Frauen immer zusammenhalten würden. An seiner Verurteilung änderte das nichts.
Das Landgericht Essen: Hier hat der Angeklagte aus Marl seine Strafe am Ende doch noch akzeptiert. © Jörn Hartwich

Das war heftig: Ein Vater aus Marl-Hüls hat einer Richterin vorgeworfen, ein falsches Urteil gesprochen zu haben, weil sie als Frau mit seiner Ex-Partnerin zusammenhalten wollte. Wörtlich sagte der 48-Jährige am Mittwoch in der Berufungsverhandlung am Essener Landgericht: „Die Richterin hat als Frau die Interessen einer Frau bewahrt. Sie hat die Tatsachen verdreht.“

Hintergrund des Prozesses war ein Beziehungsstreit. Das Essener Amtsgericht hatte den Mann aus Hüls bereits im Mai wegen gefährlicher Körperverletzung und Unterschlagung zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Der Angeklagte soll seine Ex-Partnerin vor den Augen ihrer minderjährigen Kinder geschlagen und ihr später außerdem das Handy entrissen und es nicht zurückgegeben haben.

Diese Verurteilung wollte der 48-Jährige jedoch nicht akzeptieren. „Das Urteil ist falsch“, sagte er im Berufungsprozess immer wieder. In seiner Verschwörungstheorie bezog er auch die elf und 14 Jahre alten Kinder seiner Ex-Lebensgefährtin mit ein: „Ist doch klar, dass die zur Mama halten.“

Erst als die Berufungsrichter signalisierten, dass die zweite Verhandlung voraussichtlich nicht mit einem Freispruch enden werde, akzeptierte der Marler die Bewährungsstrafe doch noch.

„Bei Gewalttaten reagiere ich allergisch“, so Richter Peter Wilfinger. „Das Geschlecht ist mir dabei völlig egal.“

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