Pfadfinder-Werte als Rüstzeug

Brian Nickholz will Kontakt zu seinen Wählern halten

Der neu gewählte Bundestagsabgeordnete Brian Nickholz will zwischen Marl und der Bundeshauptstadt pendeln und keinesfalls im „Raumschiff Berlin“ abheben. Seine erste Woche begann turbulent.
Geerdet statt abgehoben: Der Marler Bundestagsabgeordnete Brian Nickholz will sich immer wieder Rückmeldungen aus seinem Wahlkreis holen. © Archiv

Auf seinem Weg nach Berlin landete Brian Nickholz morgens in der Sackgasse Recklinghausen: Der Bahnhof war dort wegen eines herrenlosen Werkzeugkoffers gesperrt. So musste der Sozialdemokrat den Umweg über Essen nehmen, um mit dem ICE in die Bundeshauptstadt zu gelangen. Bereits am Dienstagmorgen beginnt dort die erste Sitzung der neuen SPD-Fraktion. Für Brian Nickholz ist sie Beginn der Orientierungsphase. Er wird in Berlin eine Wohnung suchen, sich mit anderen Abgeordneten vernetzen, sein Büro beziehen – und sondieren, in welchem Ausschuss er sich engagieren könnte.

Im Wahlkreis geerdet

Das hängt vom Zuschnitt der Ministerien in der neuen Legislaturperiode ab. Interessant für den Marler wäre ein Ausschuss, in dem er sich direkt für seinen Wahlkreis einbringen kann – also Arbeit, Soziales, Bauen oder Stadtentwicklung. „Aber grundsätzlich muss man als Bundestagsabgeordneter bereit sein, sich in jeden Ausschuss einzuarbeiten“, sagt Nickholz. Am 26. Oktober wird er dabei sein, wenn der neue Bundestag zu seiner ersten Sitzung zusammenkommt.

Das erste Bild, dass er im neuen Berliner Büro aufhängen wird, hat ihm die Marler SPD geschenkt: eine Fotocollage mit Stationen seines Werdegangs – von den ersten Aktionen mit den Jusos bis zur Wahl als Stadtverbandsvorsitzender. Dieses Amt möchte Brian Nickholz weiter wahrnehmen. Bei seinem Vorgänger Michael Groß habe das auch gut funktioniert. Nickholz will nicht losgelöst im „Raumschiff Berlin“ schweben, sondern im Wahlkreis gut geerdet sein: „Die sitzungsfreie Zeit werde ich nutzen, um hier Gespräche nachzuholen und Kontakte zu vertiefen“, sagt der 31-Jährige.

Respekt als Grundeinstellung

Sogar bei den Pfadfindern vom Stamm der Ritter vom Loe zum Loe will er sich weiter sehen lassen, wenn seine Arbeit dies zulässt. Einmal Pfadfinder, immer Pfadfinder: „Für die Politik sind die Pfadfinder-Werte ein gutes Rüstzeug. Andere zu achten – diese Einstellung fehlt leider manchmal“, findet Brian Nickholz.

In seiner ersten Berliner Woche ist er im Hotel untergebracht. Schwierig werde sich in der Bundeshauptstadt die Wohnungssuche gestalten, vermutet der Marler.

Das Eigenheim in Marl wird sein Lebensmittelpunkt bleiben, zumal Ehefrau Jaqueline, stellvertretende Juso-Vorsitzende, nicht aus der Stadt wegziehen will. So wird ihr Mann mit dem ICE zwischen Berlin und Marl pendeln – und hier nachfragen, wie Menschen in seinem Wahlkreis Politik sehen. Ihnen will er regelmäßig Rückmeldungen geben und auf seiner Homepage Informationen aus Berlin transparent aufbereiten.

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